Mehr als 8 von 10 Elektroautos, die von Unternehmen gekauft werden, erfüllen heute dieses Kriterium.


Der Markt für Firmen-Elektroautos verändert sich rasant. Im ersten Halbjahr 2026 erfüllen bereits 82,56 % der von Unternehmen zugelassenen Modelle die Kriterien des Eco-Scores. Das ist ein bemerkenswerter Fortschritt in nur zwei Jahren, getragen durch die wachsende Bedeutung französischer und europäischer Automobilhersteller.
Dieser Wert markiert einen wahren Wandel. Im Jahr 2024 gehörte gerade einmal etwas mehr als ein von zwei bei Unternehmen zugelassenen Elektrofahrzeugen zur Liste der für den Eco-Score geeigneten Elektroautos. Zwei Jahre später übersteigt der Anteil nun 8 Fahrzeuge von 10. Laut den Daten des Arval Mobility Observatoriums wurden im ersten Halbjahr 2026 von Unternehmen 67.835 mit Eco-Score bewertete Elektroautos in Betrieb genommen. Dieser Umfang nähert sich bereits dem Gesamtbestand des gesamten Jahres 2025 an.
Durch einen Anteil von 82,56 % der bei Unternehmen zugelassenen Fahrzeuge im ersten Halbjahr stellen die mit dem Eco-Score kompatiblen Modelle nicht mehr nur einen marginalen Teil des Geschäftsmarktes dar. Sie werden zur Norm.
Der Vergleich mit 2024 ist besonders aufschlussreich. Damals lagen die monatlichen Werte meist bei etwa 50 %. In nur zwei Jahren hat sich der Geschäftsmarkt somit deutlich in Richtung Fahrzeuge bewegt, die den durch den Öko-Score festgelegten Umweltanforderungen gerecht werden können.
Eine Begeisterung, die kein Zufall ist
Dieser Ansturm auf Fahrzeuge mit Öko-Score ist natürlich nicht allein auf ein einfaches Umweltbewusstsein zurückzuführen. Für Unternehmen wie auch für ihre Mitarbeiter bedeutet der von ADEME ausgestellte wertvolle Zertifikat konkrete Vorteile.
Auf der Seite des Arbeitnehmers hängt alles vom Vorteil in Naturalien ab. Ab dem 1. Februar 2025 und bis Ende 2027 genießt ein dem Mitarbeiter zur Verfügung gestelltes 100-%-Elektroauto einen Abzug von 70 % auf seinen pauschal bewerteten Vorteil in Naturalien, wobei dieser Abzug im Jahr 2026 auf 4.641,60 € pro Jahr begrenzt ist. Doch dieser Vorteil steht nur Modellen mit Umweltbewertung zu. Für ein Elektroauto, das nicht die Mindestbewertung erreicht hat, wird der Vorteil in Naturalien ohne jeglichen Abzug berechnet. Auf dem Lohnzettel ist der Unterschied keineswegs unbedeutend, und die Arbeitnehmer haben das bei der Auswahl ihres Dienstwagens gut verstanden.
Auf Unternehmensebene spielt die Umweltbewertung ebenfalls eine Rolle in der Strategie der Fuhrparkmanager. Seit März 2025 sind Unternehmen mit mindestens 100 Fahrzeugen einer jährlichen Anreizsteuer unterworfen, sofern ihr Fuhrpark nicht ausreichend mit Fahrzeugen niedriger Emissionen bestückt ist: 18 Prozent im Jahr 2026, wobei als Grundlage 4.000 € pro fehlendem Fahrzeug gelten. Bei dieser Berechnung erhalten Modelle mit hoher Umweltbewertung eine höhere Gewichtung, was es ermöglicht, das Ziel schneller zu erreichen. Hinzu kommen die für Fachleute verfügbaren CEE-Zuschüsse „Coup de pouce“, die ebenfalls von der Umweltbewertung abhängen.
Anders ausgedrückt ist die Wahl eines Modells mit hoher Umweltbewertung heute genauso ein Reflex der Fuhrparkmanager wie eine Entscheidung des Mitarbeiters.
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Renault dominiert die Rangliste mit großem Vorsprung
Der Aufschwung kommt insbesondere den französischen und europäischen Modellen zugute. Im ersten Halbjahr 2026 führt der Renault Scenic mit 9.190 Zulassungen deutlich vorne. Damit schneidet er mehr als doppelt so gut ab wie der Tesla Model Y, bei dem es 4.528 Einheiten waren.
Der elektrische Renault 5 rundet das Podium mit 3.772 zugelassenen Exemplaren ab. Hinter ihm folgen der Skoda Elroq und der Renault Mégane e-Tech. Renault platziert somit drei Modelle in den ersten fünf Positionen der Rangliste. Zusammen stellen sie 16.604 Zulassungen dar.
Der französische Hersteller ist jedoch nicht mehr der einzige, der Modelle anbietet, die den Bedürfnissen von Unternehmen entsprechen. Auch BMW, Ford, Volkswagen, Peugeot und Citroën finden sich in den Top 10 wieder.
Top 10 der umweltfreundlich bewerteten Elektroautos, die im ersten Halbjahr 2026 bei Unternehmen zugelassen wurden
Rang
Modell
Zulassungen
Marktanteil
1
Renault Scenic
9 190
13,5 %
2
Tesla Model Y
4 528
6,7 %
3
Renault 5
3 772
5,6 %
4
Skoda Elroq
3 687
5,4 %
5
Renault Mégane e-Tech
3 642
5,4 %
6
BMW iX1
2 696
4,0 %
7
Ford Explorer
2 561
3,8 %
8
Volkswagen ID.4
2 505
3,7 %
9
Peugeot e-3008
2 244
3,3 %
10
Citroën ë-C3
1 920
2,8 %
Quelle: AAA Data, Nachverarbeitung durch das Arval Mobility Observatory. Der Marktanteil wurde anhand der 67.835 mit einem Öko-Score bewerteten Elektroautos berechnet, die von Unternehmen im S1 2026 zugelassen wurden.
Der Öko-Score – eine (vorübergehende) Schutzmaßnahme gegen chinesische Hersteller
Diese europäische Dominanz lässt sich auch durch die Natur des Öko-Scores erklären. Im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, misst er nicht die Emissionen im Betrieb, sondern den Kohlenstofffußabdruck aller Schritte vor der Inbetriebnahme: Gewinnung der Materialien, Herstellung der Batterie, Montage und Transport nach Frankreich. Ein in China hergestelltes Modell, bei dem der Strommix noch stark auf Kohle beruht und anschließend per Schiff über Tausende von Kilometern transportiert wird, hat daher große Schwierigkeiten, die Mindestnote zu erreichen.
Obwohl der Öko-Score als Umweltinstrument präsentiert wird, fungiert er in Wirklichkeit als unausgesprochene Eingangsbarriere. Er begünstigt automatisch industriell gefertigte Fahrzeuge in Europa, wie beispielsweise den Tesla Model Y, der aufgrund seiner Fertigung in Berlin für den europäischen Markt qualifiziert ist. Im Gegensatz dazu musste die in China hergestellte Dacia Spring bereits mit Inkrafttreten der Regelung Ende 2023 die Konsequenzen tragen.
Chinesische Marken fehlen daher weiterhin in der Rangliste der am häufigsten von Unternehmen zugelassenen Fahrzeuge mit Öko-Score. Doch diese Situation könnte sich ändern. Derzeit werden in Europa dreizehn Fabrikprojekte geprüft, von denen sieben bereits bestätigt sind. Eine europäische Industrialisierung könnte es diesen Marken ermöglichen, ihre Modelle qualifiziert zu machen und somit endlich den profitablen Markt für Firmenflotten zu betreten.
BYD gehört zu den fortschrittlichsten Konzernen. Nach seiner Niederlassung in Ungarn und seinem Projekt in der Türkei für den europäischen Markt plant der Hersteller langfristig drei Automobilmontagewerke sowie eine Batteriefabrik in Europa. Für seinen nächsten Produktionsstandort, dessen Auswahl bis Ende 2026 getroffen werden muss, gehören Frankreich und Spanien zu den in Betracht gezogenen Ländern.