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Pilot bringt intelligente Ladefunktionen zu den öffentlichen Ladepunkten in Gelderland

Pilot bringt intelligente Ladefunktionen zu den öffentlichen Ladepunkten in Gelderland
Ein Pilotprojekt mit 12.000 öffentlichen Ladepunkten wird in der niederländischen Provinz Gelderland gestartet, um Elektrofahrer dafür zu belohnen, zu zeiten zu laden, die für das Stromnetz vorteilhaft sind. Die sechs Projektpartner möchten herausfinden, ob finanzielle Anreize für ein flexibles Ladeverhalten dazu beitragen können, die Spitzenlasten im Stromnetz zu verringern. Das rasante Wachstum der Elektrofahrzeuge übt zunehmenden Druck auf Europas Stromnetze aus, insbesondere in den Abendstunden mit hohem Verbrauch. Während viele Elektrofahrzeuge über Nacht an die Steckdose angeschlossen bleiben, nähern sich die öffentlichen Verteilnetze immer stärker ihren Kapazitätsgrenzen. Um diese Spitzenlasten zu verringern, hat der niederländische Verteilnetzbetreiber Liander gemeinsam mit dem Technologieanbieter Deftpower, den Ladepunktbetreibern Vattenfall und Allego sowie den E-Mobilitätsdienstleistern ANWB und Athlon ein Pilotprojekt für intelligente Ladung in der Provinz Gelderland gestartet. Die Feldversuche laufen bis Januar 2027 und umfassen etwa 12.000 öffentliche Ladepunkte. Sie ermöglichen Elektrofahrern, die Netzstabilität aktiv zu unterstützen, indem sie ihre Ladevorgänge auf weniger belastete Zeiten verschieben. Anstatt sich auf regulatorische Beschränkungen oder eine automatische Reduzierung der Ladeleistung zu verlassen, setzt das Projekt auf finanzielle Anreize: Die Teilnehmer erhalten einen Teilrückerstattung ihrer Ladekosten, wenn sie zustimmen, das Laden auf einen für das Netz günstigen Zeitpunkt zu verschieben, der dennoch ihren geplanten Abfahrtszeitpunkt einhält. Die Teilnehmer nutzen die vorhandenen Apps der teilnehmenden Anbieter von E-Mobilitätsdiensten (eMSPs), um ihre geplante Abfahrtszeit sowie das gewünschte Akkustand einzugeben. Intelligente Algorithmen verschieben anschließend die Ladevorgänge in zeiteffiziente Fenster, die für das Stromnetz vorteilhaft sind. Da 97 Prozent aller öffentlichen Ladevorgänge über die Ladekarten und Apps der eMSPs gestartet werden, bieten diese Plattformen einen natürlichen Weg zur Skalierung des Projekts. Durch eine einmalige Systemautorisierung verbindet Deftpower Echtzeit-Daten des Fahrzeugs mit Daten zum Energienmarkt und zum Netzstatus. Dadurch kann das System sicherstellen, dass das Fahrzeug zum geplanten Abfahrtszeitpunkt den gewünschten Ladezustand erreicht, ohne die Bequemlichkeit des Fahrers zu beeinträchtigen. Im Gegenzug für diese Flexibilität erhalten die teilnehmenden Elektrofahrer eine finanzielle Entschädigung in Höhe von durchschnittlich 10 Prozent ihrer Ladekosten, die direkt über die App ausgezahlt oder gutgeschrieben wird. „Wir müssen Flexibilität dort einsetzen, wo sie verfügbar ist – nicht dort, wo sie die Zuverlässigkeit beeinträchtigt“, sagte Marc Diks, COO bei Deftpower. Das System reagiert in Echtzeit auf die lokalen Netzbedingungen, die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie die individuellen Ladeanforderungen jedes Fahrers. Für die beteiligten Unternehmen und Entscheidungsträger dient das Pilotprojekt als Referenzprojekt für den größeren europäischen Markt. Seit Juli 2026 erhalten niederländische Netzbetreiber keine automatische Priorität mehr bei neuen Netzanschlüssen in überlasteten Gebieten, wodurch die Bedeutung softwarebasierter Lösungen zur Entlastung des Stromnetzes zunimmt. Das Projekt zielt darauf ab, Daten über die Bereitschaft der Nutzer, ihr Ladeverhalten anzupassen, sowie darüber zu erheben, wie dezentrale Flexibilität zuverlässig in den Energiemarkt integriert werden kann. „Immer mehr Menschen laden ihre Autos an öffentlichen Orten auf. Wenn einige dieser Ladevorgänge auf Zeiten außerhalb der Hauptverkehrszeiten verlegt werden, können wir das Stromnetz intelligenter nutzen, ohne die Bequemlichkeit der Nutzer zu beeinträchtigen“, sagte Gilbert de Graaf, Leiter der Marktservices bei Liander. Die Projektpartner erwarten, dass das Pilotprojekt zu einer branchenweiten Richtlinie führt, die als Vorlage für zukünftige Flexibilitätsmärkte dienen kann. Diese virtuellen Marktplätze ermöglichen es Energieversorgern und Verteilnetzbetreibern wie Liander, den Stromverbrauch oder die Einspeisung vorübergehend anzupassen, um das Netz zu stabilisieren. Ein Beispiel hierfür ist die Verzögerung des Ladevorgangs von Elektrofahrzeugen in Zeiten hoher Nachfrage, was im Rahmen des Pilotprojekts getestet werden soll. deftpower.com, liander.nl (auf Niederländisch)
EV

Quelle: electrive