Mehr als 100 elektrische Busse sind derzeit in Frankfurt im Einsatz.

In Frankfurt am Main sind derzeit mehr als 100 Busse entweder batterieelektrisch oder mit Brennstoffzellen ausgestattet. Kürzlich hat der Betreiber Transdev Rhein-Main (TDRM) neun Elektrobusse des in Schwierigkeiten befindlichen niederländischen Herstellers Ebusco in seinen Fuhrpark aufgenommen.
Bild: Stadt Frankfurt am Main, Fotograf: Chris Christes
TDRM setzt diese neuen Elektrobusse auf der Linie 56 zwischen Rödelheim, Sossenheim und Eschborn sowie auf der Linie 71 in Praunheim und im Stadtteil Nordweststadt ein.
In Frankfurts Busnetz fahren derzeit 109 von insgesamt 418 Bussen mit emissionsfreien Antrieben, was mehr als ein Viertel der Flotte ausmacht. Laut der Stadtverwaltung macht dies Frankfurts Flotte an Elektrobussen zu einer der größten in Deutschland. „Mit mehr als 100 Elektrobussen ist der Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel in Frankfurt für die Passagiere sichtbar und hat sich zum Alltagsgeschehen entwickelt. Der 100. Elektrobus symbolisiert die gezielte Umwandlung des Busverkehrs in Frankfurt sowie den erfolgreichen Weg, den die Stadt seit 2018 eingeschlagen hat“, sagte der Verkehrsrat Yannick Schwander.
Eine einzigartige Eigenschaft der batterieelektrischen Busse in Frankfurt ist, dass sie mit Strom aufgeladen werden, der in der Abfall-Energie-Anlage Heddernheim (MHKW) erzeugt wird. Die MHKW wird von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) sowie dem Energieversorger Mainova betrieben. Unter anderem erzeugt sie Strom durch die Verbrennung von Haushaltsabfällen. „Diese einzigartige Zusammenarbeit in Deutschland verbindet Abfallverbrennung, Energieerzeugung und lokal emissionsfreie Mobilität“, erklärt Wolf, Geschäftsführer von TDRM. „Frankfurt zeigt hier, wie die Ressourcen einer Stadt effizient genutzt werden können, um Klimaschutz und Gemeinwohl miteinander zu verbinden“, fügte Dirk Remmert, Geschäftsführer von FES, hinzu.
Doch in einem solchen Szenario liegt der Schwerpunkt auf einer „lokal emissionsfreien Mobilität“, da tatsächlich während der Stromerzeugung in einer Deponieabfallverbrennungsanlage Emissionen entstehen – nur eben nicht am Fahrzeug selbst. Kürzlich betrug der Anteil erneuerbarer Energien in der Deponieabfallverbrennungsanlage etwa 47 Prozent. Mit anderen Worten: Im Gegensatz zu vielen anderen Betreibern verwendet Frankfurt keinen 100-prozentig grünen Strom.
Die Stadt sowie die beiden Betreiber, TDRM und In-der-City-Bus (ICB), planen, bis 2033 die gesamte Busflotte in Frankfurt auf emissionsfreie Antriebssysteme umzustellen. Die nächsten Schritte: Im westlichen Frankfurt wird der Buscluster B ab 2027 mit zehn zusätzlichen elektrischen Einzelbussen erweitert. Für den östlichen Frankfurt ist der Kauf von 39 Elektrobussen für 2028 geplant. Dafür baut In-der-City-Bus auf der Flinschstraße in Seckbach ein neues Elektro-Busdepot Ost. Ab Dezember 2028 werden auch die kleineren Buslinien 25, 57, 81, 82, 83 und 85 in den Cluster H zusammengefasst und vollständig elektrisch betrieben.
Als Ersatz für das Depot Römerhof plant ICB außerdem das Elektro-Busbetriebshof West an der Lorscher Straße in Rödelheim, das Platz und Ladekapazitäten für 200 Batterie- und Wasserstoffbusse bieten wird. Als vorübergehende Lösung, bis dieses Elektrobusbetriebshof in Betrieb genommen werden kann, setzte ICB kürzlich 52 herkömmliche Dieselbusse ein.