Op-Ed: Hat Indonesiens Bemühen um das größte geothermische Unternehmen der Philippinen wirklich etwas mit Geothermie zu tun?


Eine 22-Megawatt-starke Geothermieanlage in Bacon-Manito, Sorsogon City, Philippinen. Foto von EDC.
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Als bekannt wurde, dass der indonesische Milliardär Prajogo Pangestu ein unverlangtes, nicht bindendes Übernahmeangebot für die Energy Development Corporation (EDC), den größten Geothermieproduzenten der Philippinen, abgegeben hatte, konzentrierte sich die meisten Berichterstattungen auf das Ausmaß des Deals.
Laut Schätzungen aus den ersten Unterlagen und Marktmitteilungen liegt der Wert des Geschäfts bei mehr als 5 Milliarden US-Dollar an Eigenkapitalwert, oder bis zu 7 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden – was es zu einer der größten Übernahmen im Bereich erneuerbare Energien macht, die je in Südostasien vorgeschlagen wurden. First Gen Corporation, der Mutterkonzern von EDC unter der Führung der Lopez-Familie, bestätigte, das indikative Geldangebot von PT Barito Renewables Energy Tbk. von Pangestu erhalten zu haben. Die Führung von EDC erklärte, dass sie zwar nicht um ein Angebot gebeten wurden, aber weiterhin offen für die Prüfung strategischer Angebote seien.
Während man den Fortschritt des über zwei Jahrzehnte alten Electric Power Industry Reform Act (Republic Act No. 9136) oder EPIRA untersucht, liegt die interessantere Frage vielleicht nicht im Preis, sondern darin, was das Geschäft über die Richtung des Energiewandels in Asien im Kontext der nationalen Energieversorgungssicherheit aussagt.
Jahrelang folgte die Energieentwicklung in der Region größtenteils den nationalen Grenzen. Energieunternehmen errichteten Anlagen in ihren eigenen Ländern, die Regulierungsbehörden konzentrierten sich auf die innere Energieversorgungssicherheit, und die Regierungen betrachteten Elektrizität vor allem als nationales Problem. Dieses Modell beginnt sich nun zu verändern.
In der gesamten Region diskutieren Entscheidungsträger eine tiefere Energieintegration durch Initiativen wie das ASEAN-Netz. Gleichzeitig führen steigende Elektrizitätsnachfragen, die Industrialisierung sowie der Ausbau von Rechenzentren zu einem zunehmenden Bedarf an zuverlässiger, kohlenstoffarmer Energie. Diese Entwicklungen erzeugen Druck nach größeren Kapitalpools und technischem Know-how.
Dort tritt die EDC ins Spiel. Die Energy Development Corporation ist nicht einfach nur ein weiterer Stromproduzent. Sie verkörpert jahrzehntelange Erfahrung in der geothermischen Erkundung, Bohrungen und Betriebstätigkeit in einer der geologisch aktivsten Regionen der Welt. Die Philippinen gehören bereits zu den weltweit führenden Geothermieproduzenten, doch ein erhebliches geothermisches Potenzial bleibt ungenutzt. Dasselbe gilt für Indonesien.
Von dieser Perspektive aus wirft die gemeldete Übernahme eine berechtigte Frage auf: Beginnen asiatische Energieunternehmen, regional statt national zu denken?
Pangestus Barito Renewables und Star Energy kontrollieren bereits den größten Geothermiebetreiber Indonesiens. Durch die Einbeziehung der EDC unter denselben Konzerndach würde eine einzige Gesellschaft entstehen, die über geothermische Assets und Betriebskompetenzen aus den beiden führenden Geothermieländern Asiens verfügt.
Das macht den Deal noch nicht automatisch zu einem guten.
Die Philippinen haben ihre eigenen Interessen zu schützen. Im Gegensatz zu Solarenergie- und Windkraftprojekten gelten geothermische Ressourcen nach der philippinischen Verfassung als natürliche Ressourcen und unterliegen weiterhin regulatorischer Überwachung hinsichtlich des lokalen Eigentumsrechts an diesen Ressourcen.
Wird zusätzliches Kapital in die geothermische Entwicklung investiert? Werden lokale Betriebe und Arbeitsplätze erhalten bleiben? Wird die Erkundungstätigkeit zunehmen? Wird die Energieversorgungssicherheit der Philippinen gestärkt oder geschwächt? Und kann eine Transaktion sowohl die Verfassung als auch die langfristigen Energieziele des Landes erfüllen?
Das sind keine Hindernisse für Investitionen. Es handelt sich dabei um die Fragen, die Regulierungsbehörden und Marktbeobachter stellen sollten.
Befürworter des Abkommens könnten argumentieren, dass größere regionale Unternehmen besser in der Lage seien, kostspielige geothermische Erkundungs- und Entwicklungsarbeiten zu finanzieren. Kritiker wiederum behaupten, strategische Energievermögen sollten weiterhin hauptsächlich in lokaler Hand bleiben. Beide Argumente verdienen Berücksichtigung.
Klar ist, dass die Geothermie offenbar in eine neue Phase eintritt. Jahrelang stand sie im Schatten von Solarenergie und Windenergie und zog weniger Investitionen sowie öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Heute erzielen Unternehmen mit bewährtem Know-how in der Geothermie Bewertungen in Milliardenhöhe und wecken das Interesse von Investoren in der gesamten Region.
Dies könnte bedeutender sein als diese spezielle Transaktion. Unabhängig davon, ob Pangestu letztendlich EDC übernimmt oder nicht, zeigt der Vorschlag eine allgemeinere Realität auf: Die Geothermie besitzt, genauso wie die Offshore-Windkraft, enormes Potenzial und ist ein strategisches Asset bei der Umstellung Asiens auf saubere Energie. Die Debatte dreht sich nun nicht darum, ob die Geothermie wichtig ist, sondern um die Frage, wer ihre Entwicklung kontrollieren wird, wer ihre Erweiterung finanzieren wird und wie die Regierungen nationale Interessen mit dem wachsenden Zustrom an regionalen Kapitalflüssen in Einklang bringen werden.
Die Antworten auf diese Fragen werden weit mehr als nur eine einzelne Übernahme prägen. Sie könnten dabei helfen zu bestimmen, wie Südostasien die nächste Generation an Infrastruktur für saubere Energie aufbaut.
Quelle: CleanTechnica