Omoda X: Auffälliger Neuzugang mit ernsthaften Ambitionen im Geländebereich

Durch den neuen Omoda X wählt die chinesische Automarke einen auffällig robusten Look. Der Crossover verbindet sportliche Linien mit ernsthaften Geländefähigkeiten und ist außerdem als rein elektrisches Fahrzeug erhältlich. Bei der Weltpremiere in China wurde deutlich, dass Omoda mit diesem Modell eine andere Richtung einschlägt.
Omoda X verbindet Sportwagen mit Geländewagen
Die Omoda X wurde in der chinesischen Stadt Wuhu während eines internationalen Events des Mutterkonzerns Chery vorgestellt. Das 1997 gegründete chinesische Automobilunternehmen betreut mehrere Marken, darunter Omoda und Jaecoo. Die Marke bezeichnet ihr Fahrzeug selbst als Cross Off-road Vehicle, abgekürzt COV – eine neue Bezeichnung für ein Auto, das die Vorteile verschiedener Automodelltypen kombinieren soll. Dabei sind Komfort und praktische Nutzbarkeit eines SUV, der Auftritt eines Sportwagens sowie die Möglichkeiten eines Geländewagens gemeint.
Das klingt ambitioniert, doch die ersten Bilder zeigen, dass Omoda zumindest im Designbereich etwas anderes versucht. Während viele moderne SUVs immer mehr aufeinander gleichen, hat der Omoda X ein deutlich eigenständiges Aussehen. Das Auto wirkt breit, kraftvoll und ziemlich futuristisch. Gleichzeitig bleibt die Silhouette als die eines modernen Crossovers erkennbar. Dadurch unterscheidet sich der Omoda X auch von den Modellen, die wir bereits vom Hersteller kennen. Der Omoda 5, den wir früher ausführlich getestet haben, ist vor allem ein zugänglicher SUV für den täglichen Gebrauch. Mit dem X zielt das Unternehmen gezielt auf ein abenteuerlustigeres Publikum ab.



Futuristisches Design mit scharfen Linien
Omoda nennt seinen neuen Designsstil MECHA. Die Inspiration stammt von futuristischen Maschinen, Flugzeugen und science-fictionartigen Konzepten. Das zeigt sich in den eckigen Karosserieteilen, den breiten Schultern sowie der auffälligen Beleuchtung. Besonders die Vorderseite mit ihren scharfen Lichtelementen fällt ins Auge. An der Rückseite sorgen blitzförmige Rücklichter für ein erkennbares Erscheinungsbild.
Der Omoda X weist außerdem eine abfallende Dachlinie auf, wodurch er trotz seines robusten Erscheinungsbilds dennoch etwas sportlicher wirkt. Das unterscheidet ihn von traditionellen Geländewagen, die in der Regel viel kantiger und höher gebaut sind. Ob jedem das Design gefallen wird, ist natürlich eine andere Frage. Der Omoda X ist keineswegs subtil. Doch auf einem Markt, in dem neue chinesische Marken ständig um Aufmerksamkeit konkurrieren, kann ein so ausgeprägtes Design gerade dabei helfen, aufzufallen.
Omoda X erhält auch eine elektrische Antriebstechnik
Für e-Drivers.com ist vor allem interessant, dass der Omoda X auch als rein elektrisches Auto auf den Markt kommt. Omoda bestätigt, dass das Modell weltweit in drei verschiedenen Antriebsvarianten angeboten wird: ein herkömmlicher Hybrid, ein Plug-in-Hybrid sowie eine rein elektrische Ausführung.
Der elektrische Omoda X wird sowohl in einer Version mit Frontantrieb als auch in einer Variante mit Allradantrieb angeboten. Letztere passt natürlich gut zu den Offroad-Fähigkeiten des Fahrzeugs. Bei einem elektrischen Allradantrieb können Elektromotoren an beiden Achsen für mehr Grip und Traktion sorgen, wobei Omoda noch nicht mitgeteilt hat, wie genau der Antrieb umgesetzt wird.
Zu Akkupaket, Leistung des Motors, Ladegeschwindigkeit und Reichweite hält sich der Hersteller vorerst bedeckt. Dadurch fehlen gerade die Daten, mit denen wir den elektrischen Omoda X gut mit anderen elektrischen SUVs vergleichen können. Ebenso ist noch unklar, welche Ausstattungsvarianten letztendlich in den Niederlanden erhältlich sein werden.



Mehr als nur ein cooles Aussehen?
Wer den Omoda X ausschließlich nach seinem Aussehen beurteilt, könnte meinen, es handele sich vor allem um einen SUV mit etwas zusätzlicher Geländeausstattung. Dennoch weist der Omoda einige Eigenschaften auf, die darauf hindeuten, dass der Hersteller tatsächlich auch den Einsatz außerhalb von Asphaltstraßen berücksichtigt.
Die Bodenfreiheit beträgt 200 Millimeter, während der Omoda eine Watenhöhe von mehr als 700 Millimetern angibt. Damit sollte das Auto beispielsweise tiefere Wasserstellen überwinden können. Das sind interessante Werte, auch wenn wir in der Praxis noch sehen müssen, wie gut sich der X auf unbefestigten Wegen verhält.
Auch die angegebene maximale Ziehkraft von 1.800 Kilogramm ist interessant. Damit könnte das Auto geeignet sein, einen recht großen Caravan oder Anhänger zu ziehen. Zudem darf das Dach maximal 75 Kilogramm tragen, was Möglichkeiten für beispielsweise zusätzliches Reisezubehör bietet. Ob diese Werte für alle Antriebsvarianten gelten, muss sich noch zeigen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Omoda insgesamt 39 verschiedene Stauraummöglichkeiten im Innenraum integriert hat. Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber praktischer Stauraum ist natürlich immer willkommen – besonders in einem Auto, das auch für Urlaube und Outdoor-Aktivitäten konzipiert ist.
Eine chinesische Bedienkonsole mit physischen Knöpfen. Das ist also durchaus möglich!
Innen setzt Omoda seinen futuristischen Designstil fort. Das Armaturenbrett weist eine symmetrische Anordnung sowie eine auffällige, x-förmige Mittelkonsole auf. Laut dem Hersteller ist die Gestaltung von der Cockpitstruktur eines Kampfflugzeugs inspiriert.
Vor dem Fahrer befindet sich ein digitales Instrumentenpanel mit 10,25 Zoll, während in der Mitte ein Infotainmentscreen mit 13,2 Zoll angeordnet ist. Glücklicherweise setzt Omoda nicht ausschließlich auf Touchbedienung – häufig genutzte Funktionen sind auch über physische Tasten und Drehregler erreichbar. Letzteres begrüßen wir sehr. Immer mehr Automobilhersteller erkennen, dass ein großer Touchscreen nicht für jede Funktion die bequemste Lösung ist. Insbesondere beim Fahren sind herkömmliche Tasten oft einfacher und schneller zu bedienen.
Infrarotkamera erkennt Hindernisse im Dunkeln
Eine der auffälligsten technischen Ausstattungen ist ein Wärmesensor-System, das laut Omoda Objekte in einer Entfernung von bis zu 90 Metern erkennen kann. Dadurch können beispielsweise Hindernisse bei schlechten Lichtverhältnissen früher sichtbar werden. Wie gut dieses System tatsächlich funktioniert, müssen praktische Tests zeigen. Zudem führt Omoda einen Sprachassistenten namens SIAS ein, vollständig Super Intelligent AI Space. Dieser soll natürliche Gespräche mit dem Fahrer ermöglichen, ohne dass man ständig einen festen Befehl aussprechen muss.
Mit dem persönlichen X-MODE können Fahrer bestimmte Fahrzeugeinstellungen und Fahreigenschaften an ihre Präferenzen anpassen. Welche Einstellungen genau verfügbar sind, ist noch nicht bekannt. Ebenso wissen wir nicht, ob die elektrische Version spezielle Fahrprogramme für unebenes Gelände erhält.

Wann kommt die Omoda X nach Nederland?
Omoda und Jaecoo sind in Nederland noch relativ neue Marken, doch das Mutterunternehmen Chery setzt stark auf Expansion. Das niederländische Vertriebsnetz umfasst derzeit etwa 25 Filialen und wächst weiter durch die Eröffnung neuer Showrooms.
Der Omoda X soll Teil eines Modellportfolios werden, das letztendlich aus sechs Modellen besteht. Diese haben unterschiedliche Abmessungen und richten sich an verschiedene Zielgruppen. Wann der X tatsächlich nach Nederland kommt, ist noch nicht bekannt. Ebenso sind die niederländischen Preise und Ausstattungsvarianten noch unbekannt. Der Hersteller hat bisher nur bestätigt, welche Antriebsformen weltweit angeboten werden.
Mit dem Omoda X zeigt die Marke zumindest, dass sie über preiswerte elektrische Familien-SUVs hinausdenken will. Das Design ist ausgeprägt, die Offroad-Ambitionen interessant und ein rein elektrischer Allradantrieb passt gut zum Charakter dieses Autos. Letztendlich werden jedoch vor allem die Reichweite, der Preis und die tatsächlichen Offroad-Fähigkeiten entscheiden, ob der Omoda X mehr als nur eine auffällige Erscheinung wird.
Text: Marc Verweij