Omoda 7 Test: Dieser Familien-SUV weckt vertraute Assoziationen.

3 VON 5
Das Urteil
Groß, günstig und langweilig
Der Omoda 7 folgt einem bekannten Muster: Er bietet viel Platz und viele Ausstattungsmerkmale zum Preis, doch seine Konkurrenten sind besser zu fahren und einfacher in der Bedienung.
★★★★★
Ein kurzer Überblick über Omoda, falls Sie die Marke noch nicht kennen. Es handelt sich um eine der vier Marken, die in den letzten Jahren vom Automobilriesen Chery im Vereinigten Königreich eingeführt wurden.
Zusammen mit Jaecoo, Lepas und Chery nutzt Omoda größtenteils dieselben Plattformen und Technologien, um eine Vielzahl an rein elektrischen, rein benzinbetriebenen sowie Plug-in-Hybrid-Modellen anzubieten.
Das bedeutet eine Reihe von Familien-SUVs, die auf Effizienz und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ausgelegt sind und darauf abzielen, Kunden von etablierten Marken abzuwerben.
Der Omoda 7 bildet das Mittelfeld in der Modellpalette von Omoda – ein C-Segment-Modell, das zwischen dem 5 steht, das als Elektroauto, Verbrennungsmotor oder Hybrid erhältlich ist, und dem Plug-in-Hybrid 9. Der 7 ist entweder als reines Benzinmodell oder, wie wir es hier betrachten, als Plug-in-Hybrid verfügbar.
Dadurch befindet er sich in einem heftig umkämpften Markt, in dem sowohl Peugeot und Ford als auch Kia und Toyota eigene Angebote haben und bereits seit langer Zeit dort tätig sind.
Hat der Omoda also das Nötige, um mitzukonkurrieren? Um das herauszufinden, habe ich eine Woche lang auf britischen Straßen mit dem Omoda 7 gefahren.
Design und Innenraum
Ich muss zugeben, dass mich das Design des Omoda 7 kaum beeindruckt. Es wirkt eher langweilig und spitz zulaufend – im Gegensatz zur quadratischen Eintönigkeit eines Jaecoo oder der geschwungenen, generischen Form eines Chery. Das im Wasserfall-Stil angeordnete hexagonale Kühlergrill unter dem scharfen Kofferraumrand verleiht dem Fahrzeug etwas Charakter, doch dahinter gibt es kaum Unterschiede, die den Omoda von anderen Mittelklasse-SUVs abheben.

Wie bei jedem Auto aus dem Chery-Programm wirkt das Interieur solide verarbeitet, ist aber völlig frei von Stil oder Eigenart. Im Innenraum kommt viel hochwertiges Kunststoffmaterial zum Einsatz, das insgesamt einen robusten Eindruck vermittelt. Doch man könnte sich genauso gut in jedem anderen chinesischen Auto befinden. Alles – von der geteilten Mittelkonsole mit zwei Telefonladegeräten über das schmucklose Armaturenbrett bis hin zum riesigen Infotainmentscreen – wirkt äußerst vertraut.
Ein Bereich, in dem sich der Omoda abhebt, ist das Lenkrad mit zwei Speichen und glänzender Oberfläche sowie eine Reihe völlig unmarkierter Knöpfe – ähnlich wie beim Polestar 4. Die Tatsache, dass Polestar dieses Design aufgibt, sagt bereits alles über seine Eignung für ein fahrendes Fahrzeug aus.
Im Bereich der Plus-Size-Modelle ist die Omoda 7 ausgesprochen geräumig gestaltet. Mit einer Länge von 4,66 Metern gehört sie zur größeren Gruppe der C-SUVs und bietet reichlich Platz für Passagiere sowie Gepäck. Der Innenraum vorne ist mit dem der Konkurrenz auf Augenhöhe, und der Rückraum für Passagiere ist beeindruckend. Selbst Erwachsene haben ausreichend Beinfreiheit, der Boden ist flach und es gibt genügend Kopffreiheit. Hinter der 60:40-teilbaren Rücksitzbank verfügt die Omoda 7 über einen riesigen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 590 Litern.
Technologie und Ausstattung
Im Zentrum des Armaturenbretts befindet sich ein 15,6-Zoll-Bildschirm, über den die Omoda 7 nahezu alle Funktionen des Autos steuern kann.
Der Bildschirm ist riesig, doch standardmäßig wird bereits etwa 75 Prozent davon von einer schrecklichen, animierten AI-Hintergrundbild ausgefüllt, während die nützlichen Elemente nur im unteren Teil des Bildschirms zu finden sind. Das Anklicken dieser Elemente führt unweigerlich zu Menüs und Untermenüs, in denen man stundenlang nach der gewünschten Einstellung suchen muss. Das System unseres Testfahrzeugs brauchte außerdem eine Ewigkeit, um hochzufahren, und zeigte anschließend frustrierende Verzögerungen bei der Bedienung.
Vielleicht am ärgerlichsten war der schreckliche AI-Assistent, der mich jeden Tag mit irgendeiner sinnlosen Floskel in einer schrecklichen, roboterhaften Stimme begrüßte. Ich bin sicher, man kann ihn wahrscheinlich ausschalten, aber ich verstehe nicht, warum er überhaupt vorhanden ist.

In positiver Hinsicht verfügt der Omoda 7 über ein nach unten swipe-bares Schnellzugriffsfenster für die ADAS-Einstellungen, was sehr nützlich ist. Auch seine Fahrerassistenzsysteme sind weitaus weniger fordernd und aufdringlich als bei einigen anderen Jaecoo/Chery-Modellen.
Ebenso wie alle anderen Omoda-Modelle ist er mit Ausstattungen ausgestattet, die den Preis einiger Konkurrenten um Tausende erhöhen könnten.
Bereits die Basisversion „Knight“ bietet 19-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Lichter, eine elektrisch betriebene Heckklappe sowie beheizte Memory-Sitze und -Lenkrad, eine Zwei-Zonen-Klimaregelung und drahtloses Smartphone-Spiegeln auf dem Touchscreen.
Zwei weitere Ausstattungslinien fügen zusätzlich ein Panoramadach, gekühlte Vordersitze und eine 540-Grad-Parkkamera sowie ein 12-Lautsprecher-Sony-Stereo-System, eine Fernbedienung für die Parkassistentenfunktion und einen schwenkbaren Infotainmentscreen hinzu.
Autonomie, Akku und Ladevorgang
Der SHS-P in dem Namen des Omoda 7 kennzeichnet dieses Modell als eines der „Super-Hybrid“-Modelle der Marke mit Plug-in-Technologie.
Ebenso wie seine Geschwistermodelle Jaecoo oder Chery verfügt es über eine rein elektrische Antriebsstrategie, kombiniert mit einem turboaufgeladenen 1,5-Liter-Benzinmotor, einem leistungsstarken Elektromotor sowie einer großen 18,4-kWh-Batterie. Dadurch erreicht es eine elektrische Reichweite von bis zu 56 Meilen sowie eine offizielle Kraftstoffeffizienz von über 230 Meilen pro Gallone.
Leider hatte ich während meiner Zeit mit dem Omoda 7 keine Gelegenheit, die tatsächliche elektrische Reichweite bei einer vollständigen Aufladung bis zur Leere zu testen. Aufgrund früherer Erfahrungen mit dem Chery Tiggo 7 würde ich eine Reichweite von etwa 40–45 Meilen schätzen.
Die Effizienz im echten Einsatz ist aufgrund des seltsamen Fahrcomputers der Omoda ebenfalls schwer zu überwachen, da dieser nur eine laufende Aufzeichnung der letzten 31 Meilen speichert. Meine Schätzung nach einer Woche Fahrten liegt bei einer kombinierten Kraftstoffeffizienz von etwa 50 mpg, wobei sich dieser Wert je nach Ladezustand der Batterie ändern wird.
Der plug-in-Hybrid Omoda unterstützt eine Gleichstrom-Ladung mit bis zu 40 kW. Obwohl Omoda keine offiziellen Ladezeiten veröffentlicht hat, gehen wir aufgrund der Daten von Jaecoo und Chery davon aus, dass eine Aufladung um 10–30 Prozent etwa 20 Minuten dauert.
Leistung und Fahrverhalten
Wie bereits erwähnt, teilt sich die Omoda 7 ihre Grundplattform mit der Jaecoo 7, ist aber in Bezug auf das Fahrverhalten deutlich besser – wenn auch, muss man zugeben, ein niedriger Standard.
Der Antriebsstrang ist ein Stärkepunkt. Es handelt sich um ein rein elektrisches Fahrzeug, wobei der Benzinmotor als Unterstützung für den Elektromotor dient. Mit 201 PS bietet es überraschend gute Leistung bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie ausreichend Schub, um aus der Stadt heraus zu beschleunigen oder zu überholen. Egal ob im rein elektrischen oder im benzinbetriebenen Modus – es ist außerdem erstaunlich leise.

Das Problem ist, dass die Schaltwerte des Gaspedals so kalibriert sind, dass sie einer Rallycross-Auto entsprechen, um bei höheren Geschwindigkeiten eine schnelle Reaktion zu ermöglichen. Dadurch sind Manöver bei niedrigen Geschwindigkeiten von unzuverlässiger Pedalreaktion und plötzlichen Beschleunigungen geprägt. Ähnlich verhält es sich mit den Bremsen: Sie funktionieren bei hohen Geschwindigkeiten gut, sind aber beim Fahren auf einem Supermarktparkplatz unangenehm stark wirksam.
Das Lenken ist konstanter als die Pedale und recht präzise, wirkt aber für ein so großes Auto übermäßig leicht und leblos. Auch die Fahrqualität ist ähnlich langweilig. Insgesamt ist das Auto akzeptabel, doch rauhe Stadtfahrten zeigen eine Härte, die in den Innenraum eindringt – etwas, das die besten Konkurrenten verbergen.
Preis, Ausstattung und Konkurrenten
Die Preise für den Omoda 7 SHS-P beginnen bei 32.005 Pfund für die Einstiegsausstattung Knight.
Die Noble-Ausstattung, die die meisten zusätzlichen Funktionen beinhaltet, die man haben möchte oder braucht, kostet 35.005 Pfund.
Falls man unbedingt einen Infotainmentscreen haben muss, der sich vor den Beifahrer schieben lässt, oder eine Selbstparkfunktion, dann kostet die Noble Tech 38.005 Pfund – immer noch weniger als der Einstiegspreis fast aller Konkurrenten.
Angesichts der gemeinsamen Plattformen und Antriebssysteme konkurriert die Omoda 7 eindeutig um die Aufmerksamkeit der Kunden mit dem Jaecoo 7 und dem Chery Tiggo 7. Abgesehen von internen Streitigkeiten gibt es jedoch zahlreiche weitere Konkurrenten – vom Kia Sportage über den Citroën C5 Aircross bis zum Toyota Rav4.
Sie alle bieten schönere Innenräume, besseres Fahrgefühl sowie benutzerfreundlichere Technologien. Doch da die Preise für den Kia bei 39.000 Pfund beginnen und die des Citroën sowie des Toyota noch höher sind, hat die Omoda einen klaren Preisvorteil.
Fazit – 3
Die Omoda 7 ist groß, günstig und wirkt nicht so, als würde sie bei dem ersten starken Wind zerfallen. Für eine sehr große Anzahl von Menschen wird das ausreichen.
Dass die Konkurrenten einfacher zu bedienen, besser zu fahren sind und komfortablere Sitzmöglichkeiten bieten, spielt einfach keine Rolle, wenn sie 7.000 bis 10.000 Pfund teurer sind.

FAQs
Ist der Omoda 7 selbstaufladend? Nein, der Omoda 7 SHS-P ist ein Plug-in-Hybrid.
Zu welcher Versicherungsgruppe gehört der Omoda 7? Der Omoda 7 gehört zu den Versicherungsgruppen 27–32.
Was ist das Tech Pack des Omoda 7? Das Noble Tech Pack fügt zur Standardausstattung von Noble ein schwenkbares Infotainmentsystem, eine automatische Parkhilfe sowie eine Fernparkhilfe hinzu.
Vorteile
Starkes Hybridantriebssystem
Viele Ausstattungsdetails zum Preis
Raumiges Interieur
Nachteile
Seelenloses Interieur
Schlecht durchdachte Technik
Mittelprächtiges Fahrerlebnis
Faktenblatt
Omoda 7 SHS-P Noble
Preis
£35.005 (bei der Prüfung £35.605)
Antriebssystem
1,5-Liter-Turbobenzinmotor, Elektromotor, FWD
Batterie
18,4 kWh
Kraft
201 PS
Drehmoment
269 lb ft
Höchstgeschwindigkeit
112 mph
0–62 mph
8,4 Sekunden
WLTP-Reichweite des Elektrofahrzeugs
56 Meilen
WLTP-Verbrauch
288,3 mpg
Tatsächliche Reichweite
40–45 Meilen (Schätzung)
Ladung
bis zu 40 kW
Ladebodenraum
590 Liter
Die Konkurrenten
Andere Modelle, die man testfahren sollte