Omoda 4: Das neue Einstiegsmodell verfügt über 218 PS und eine Reichweite von 465 km

Ab Anfang 2027 erweitert Omoda sein Angebot in den Niederlanden um den rein elektrischen Omoda 4. Dieses auffällig gestaltete SUV wird zum neuen Einstiegsmodell der chinesischen Marke. Mit 218 PS, einer Reichweite von bis zu 465 Kilometern sowie umfangreicher Ausstattung scheint es interessante Vorteile zu haben. Nur der Preis fehlt noch.
Der Omoda 4 soll das Wachstum der Marke vorantreiben
Omoda und die Schwestermarke Jaecoo sind in den Niederlanden erst seit Kurzem tätig, erweitern aber ihr Modellangebot in rasantem Tempo. Während das größere Omoda 5 bald einer umfassenden Erneuerung unterzogen wird, steht bereits ein kleineres Modell bereit. Das Omoda 4 richtet sich an Autofahrer, die nach einem kompakten Elektro-SUV suchen, die sich jedoch nicht mit einer bescheidenen Motorleistung oder einer geringen Reichweite zufriedengeben wollen.
Bemerkenswert ist, dass Omoda den neuen SUV ausdrücklich als ein für Europa entwickeltes Modell präsentiert. Dabei spielte das europäische Entwicklungszentrum des Mutterkonzerns Chery in Raunheim bei Frankfurt eine Rolle. Das bedeutet nicht, dass das Auto vollständig in Europa entworfen oder gebaut wurde, sondern dass bei der Entwicklung die Wünsche europäischer Autofahrer berücksichtigt wurden.
Die Omoda 4 ist übrigens nicht völlig neu. Das Modell wurde bereits früher in diesem Jahr in China vorgestellt und trat anschließend in Europa auf den Markt. Jetzt sind auch die wichtigsten technischen Daten für die Niederlande bekannt.



Scharfe Linien und auffallend viele Ecken
Durch sein Aussehen versucht der Omoda 4 sich deutlich von den üblichen kompakten SUVs abzuheben. Die Karosserie weist scharfe Falten, kräftige Ecken sowie auffällige Radhäuser auf. Die schmalen Scheinwerfer an der Vorderseite sowie die blitzförmigen Rücklichter unterstreichen dieses eigenwillige Charakteristikum. Omoda bezeichnet seine Designsprache selbst als MECHA, beeinflusst von der Welt futuristischer Maschinen und Sportwagen.
Der Omoda 4 ist 4,42 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,57 Meter hoch. Damit ist er etwa genauso lang wie der ursprüngliche Omoda 5, aber 13 Zentimeter kürzer als die überarbeitete Version, die ebenfalls auf dem Weg nach Nederland ist. Die Radstand von 2,70 Metern ist sogar sieben Zentimeter länger als der des neuen Omoda 5. Das kann sich vorteilhaft auf den Innenraum auswirken.
Auch wenn Omoda sich als Neuzugang im B-SUV-Segment positioniert, sind seine Abmessungen durchaus großzügig. In der Praxis wird er dadurch auch mit größeren Elektro-Crossovers konkurrieren. Die Kia EV3, Peugeot E-2008 und Skoda Elroq gehören zu den Modellen, mit denen Käufer ihn voraussichtlich vergleichen werden.
Ein digitales Interieur mit sportlichen Akzenten
Auch im Innenraum wählt Omoda ein ausgeprägtes Design. Hinter dem abgeflachten Lenkrad befindet sich ein digitales Instrumentenpult mit 8,8 Zoll. Der zentral angeordnete Touchscreen misst 13,2 Zoll und dient als wichtigster Bedienelement für Infotainment, Klimaregulierung sowie verschiedene Fahrzeugfunktionen.
Auffällige Details sind die Carbonlook-Oberfläche, die dem Fahrer zugewandte Mittelkonsole sowie ein Startknopf, der sich unter einem Deckel befindet. Letzteres erinnert an Sportwagen, ist bei einem elektrischen Familienauto jedoch natürlich vor allem ein Schmuckelement.
Mit einer Smartphone-App können Fahrer verschiedene Fahrzeugfunktionen aus der Ferne steuern. So lassen sich beispielsweise der Ladezustand, die Reifendrucke und die Innentemperatur überprüfen. Ebenso können die Klimaanlage sowie gegebenenfalls die Sitz- und Lenkradheizung im Voraus einschalten werden.
Laut den vorläufigen Spezifikationen bietet der Kofferraum einen Inhalt von mehr als 400 Litern. Mit umgeklapptem Rücksitz steigt diese Menge auf über 1.100 Liter. Damit scheint der Omoda 4 auch als Familienauto ausreichend praktisch zu sein, obwohl wir den tatsächlichen Platz im Rücksitz noch bewerten müssen.




Omoda 4 elektrisch: 218 PS und eine Reichweite von 465 Kilometern
Der niederländische Omoda 4 verfügt ausschließlich über eine elektrische Antriebstechnik. Ein Elektromotor mit 160 kW (218 PS) und 275 Nm treibt die Vorderräder an. Laut den vorläufigen Herstellerangaben erreicht der SUV damit eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 172 km/h. Das sind solide Leistungen für ein Fahrzeug, das als Einstiegsmodell positioniert ist.
Das LFP-Akku-Paket hat eine Kapazität von 67 kWh, wodurch Omoda eine WLTP-Reichweite von 465 Kilometern erwartet. Das ist sogar mehr als die 430 Kilometer, die das größere Omoda 5 auf dem Papier erreicht. Die genauen Werte müssen jedoch noch während der europäischen Typzulassung endgültig festgelegt werden.
Das Schnellladen ist mit maximal 120 kW möglich. Das ist keine besonders hohe Leistung, schon gar nicht für ein Elektroauto, das erst 2027 auf den Markt kommt. Omoda gibt derzeit keine offizielle Ladezeit an. An einer normalen Ladesäule kann der Omoda 4 dank des standardmäßigen dreiphasigen Bordladers mit 11 kW aufgeladen werden.
Viel Luxus, aber nicht alles standardmäßig
Auch der Omoda 4 verfügt über eine umfangreiche Ausstattung. Je nach Ausführung sind elektrisch verstellbare, beheizbare und belüftete Vordersitze erhältlich. Zudem nennt der Hersteller ein Panoramaglasdach, getönte Heckscheiben, eine elektrisch bedienbare Heckklappe sowie einen kabellosen Smartphone-Lader mit 50 Watt.
Wireless Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls verfügbar. Zur Sicherheit gibt es achtzehn Fahrassistentensysteme, ergänzt durch ein 540-Grad-Kamerasystem. Dieses kombiniert Kameraufnahmen rund um das Auto mit einer virtuellen Darstellung des Bereichs unter der Karosserie.
Welche Ausstattungsmerkmale tatsächlich serienmäßig sind, ist noch nicht bekannt. Dieser Unterschied ist wichtig, denn gerade das Verhältnis zwischen Preis und Ausstattung wird darüber entscheiden, wie attraktiv der Omoda 4 letztendlich sein wird.
Der Preis des Omoda 4 ist entscheidend
Der Omoda 4 wird im ersten Quartal 2027 in den Niederlanden erwartet und wird dann das neue Einstiegsmodell der Marke sein. Damit bekommt das elektrische Angebot von Omoda weitere Form, denn Ende 2026 erscheint auch der überarbeitete Omoda 5. Beide Modelle werden über das schnell wachsende Händlernetzwerk von Omoda und Jaecoo angeboten, das mittlerweile 28 Verkaufsstellen in den Niederlanden umfasst.
Ein niederländischer Einstiegspreis wurde noch nicht bekannt gegeben, genauso wenig wie die endgültigen Ausstattungsvarianten. Klar ist jedoch, dass die Niederlande ausschließlich den elektrischen Omoda 4 erhalten, während in anderen europäischen Ländern laut den deutschen Modellinformationen auch eine Hybridversion erscheinen wird.
Mit 218 PS, einer Reichweite von 465 Kilometern und einem auffälligen Design hat der Omoda 4 auf dem Papier genug zu bieten. Doch als neues Einstiegsmodell muss er vor allem preislich überzeugen. Die Konkurrenz durch Modelle wie den Kia EV3, den Peugeot E-2008 und den Skoda Elroq ist stark. Wie attraktiv der Omoda 4 tatsächlich wird, hängt daher nicht nur von seiner Ausstattung ab, sondern vor allem davon, was Omoda dafür verlangt.
Text: Marc Verweij