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Offiziell bestätigt: GAC übernimmt 50 Prozent an FAW Toyota

Offiziell bestätigt: GAC übernimmt 50 Prozent an FAW Toyota

Die Guangzhou Automobile Group (GAC) wird den von FAW gehaltenen 50-prozentigen Anteil an FAW Toyota übernehmen. Der Deal, der vor gut zwei Wochen bereits durchgesickert ist, wird nun von allen Seiten bestätigt. Wichtig: FAW Toyota soll weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren – vorerst zumindest.

Image 1: Faw toyota bz5 china

Bild: FAW Toyota

Reuters berichtete bereits Ende September unter Berufung auf eine Börsenmitteilung von GAC, dass der chinesische Autobauer 50 Prozent an FAW Toyota übernehme – und zwar durch den Erwerb jener Firmenhälfte, die eine Tochter des staatlichen FAW-Konzerns aktuell noch an dem Joint Venture hält. Finanziert werden soll die Transaktion über die Ausgabe neuer A-Aktien. Gleichzeitig soll FAW wiederum zum zweitgrößten Anteilseigner von GAC werden.

Toyota schreibt nun in einer eignen Mitteilung, dass FAW Toyota anschließend eigenständig bleibe, aber dass das Joint Venture in einer späteren Phase zusammen mit dem ebenfalls schon bestehenden Gemeinschaftsunternehmen GAC Toyota eine Allianz bilden solle, „um Funktionen wie Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Vertrieb innerhalb der Joint Ventures zu integrieren“. Diese Allianz soll die Partnerschaft weiter vertiefen und „die langfristige Zusammenarbeit zwischen FAW, Toyota und GAC stärken“.

Eine Rahmenvereinbarung über eine entsprechende strategische Allianz haben Toyota, FAW und GAC dieser Tage unterzeichnet. Auf Basis dieses Vertrags wollen die Unternehmen Vermögen und Kapital einbringen, „um ihre Zusammenarbeit durch technologische Innovationen schrittweise zu vertiefen“, wie es heißt. Dazu gehört explizit auch „eine regionsübergreifende Bündelung industrieller Ressourcen“, denkbar sind also beispielsweise Werksbelegungen beim jeweils anderen Partner. Zunächst im Fokus steht aber die beschleunigte Entwicklung von elektrischen und intelligenten Autos.

Für Toyota ist die geplante Verschiebung auch deshalb relevant, weil der japanische Autobauer in China bislang mit den oben erwähnten, getrennten Joint-Venture-Strukturen gearbeitet hat. FAW Toyota auf der einen und GAC Toyota auf der anderen Seite. Die Partnerschaft mit FAW reicht bis ins Jahr 2002 zurück, das Joint Venture mit GAC entstand 2004. Diese Doppel-Struktur gerät angesichts des langsameren Marktwachstums, hoher Überkapazitäten und des zunehmenden Wettbewerbs durch chinesische Elektroautohersteller allerdings zunehmend unter Druck. Darauf reagiert das Trio nun – angefangen mit der Neuordnung der Besitzverhältnisse.

GAC gewinnt für Toyotas BEV-Geschäft an Bedeutung

GAC wird dadurch als direkter China-Partner von Toyota aufgewertet. Gerade bei Elektroautos hat GAC für Toyota zuletzt an Bedeutung gewonnen. Das gemeinsam entwickelteElektro-SUV bZ3Xkam 2025 laut den Marktforschern von Marklines auf rund 70.000 Zulassungen in China und stellte damit etwa 70 Prozent von Toyotas Batterie-elektrischem Absatz im Land. Insgesamt verkaufte Toyota im vergangenen Jahr in China rund100.000 BEVsund damit erstmals mehr als die Kernmarke Volkswagen, die auf etwa 85.000 Fahrzeuge kam.

Trotz dieses Fortschritts bleibt Toyota auf dem chinesischen Elektroautomarkt bislang ein relativ kleiner Anbieter. Zum Vergleich: BYD setzte allein im Dezember 2025 mehr Batterie-elektrische Autos ab als Toyota im gesamten Jahr.

Mit dem Einstieg von GAC bei FAW Toyota werden die beiden bislang getrennten Partnerschaften auf Gesellschafterebene jetzt näher zusammenrücken – und perspektivisch auch operativ.