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Politik

Nissan Pixo: Die elektrische Rückkehr ins A-Segment

Nissan Pixo: Die elektrische Rückkehr ins A-Segment

Nissan hat das Tuch von seinem Elektro-Stadtflitzer Pixo gezogen. Das Modell markiert die Rückkehr der Marke ins europäische A-Segment und teilt sich den Technik-Baukasten mit weiteren Stromern auf Basis von Renaults RG-EV-Plattform. Bei den Leistungsdaten gibt es insofern keine Überraschung: Nissan-Partner Renault hat dem Pixo seinen in diesem Jahr schon reichlich beschriebenen E-Kleinwagen-Antrieb gestiftet. Interessant ist aber, dass der Nissan-Ableger beimAusstattungs-Niveau vollständig zum Renault E-Twingoaufschließt, während der neue Dacia Spring mit beispielsweise nur zubuchbarer DC-Ladeleistung klar unter seinen beiden Schwestermodellen verortet ist.

Die Konzernstrategie ist klar: Dacia soll mit abgespeckter Ausstattung eine preissensible Kundschaft anziehen, Renault mit dem Twingo E-Tech Electric die Nostalgiewelle reiten – und Nissan fällt nun die Rolle zu, einen Einstiegsstromer ohne langweilige Sparmodell-Attitüde auf den Markt zu bringen. Dabei haben die Japaner einzig das Design des Nissan Pixo verantwortet. Und selbst dieses erinnert mit der flach ansteigenden Frontscheibe durchaus an den E-Twingo, wenn man von der Verwandtschaft weiß. Mit Features wie Pixel-inspirierten Leuchten versucht sich Nissan aber immerhin in der Differenzierung. Dazu gleich mehr.

Image 1: Nissan pixo

Bild: Nissan

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Kurz zur Einordnung: Dass Nissan einen neuen Citystromer für den europäischen Markt noch unterhalb des mit dem Renault 5 verwandtenNissan Micraplant, wissen wir schon seit vergangenem Jahr. Anfangs machte der NameWavedie Runde, doch Nissan entschied sich schlussendlich für Pixo. So hieß zwischen 2009 und 2013 bereits ein Verbrenner-Kleinstwagen, der auf dem Suzuki Alto basierte und in Indien gebaut wurde. Bemerkenswert: Der Pixo hat als Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Nissan-Sortiments als bisher einziger Stromer eine LFP-Batterie an Bord.

Nissan Pixo soll 259 Kilometer weit kommen

Das bringt uns zu den „inneren Werten“ des E-Kleinstwagens: Der Pixo ist ein Fronttriebler und beherbergt die bekannte Kombination aus 60-kW-Elektromotor und 27,5-kWh-LFP-Batterie. Die Reichweite gibt Nissan mit bis zu 259 Kilometern an – also mittig zwischen Dacia Spring (bis zu 250 km) und E-Twingo (bis zu 263 km). Der Pixo bietet serienmäßiges DC-Schnellladen mit 50 kW sowie einen 11-kW-AC-Onboardlader, der auch bidirektionales Laden beherrscht. Als Zeitfenster für DC-Ladevorgänge nennt Nissan 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent SoC. Geläufiger ist jedoch der Ladehub von 10 auf 80 Prozent, der beim Pixo analog zu den Schwesternmodellen bei 30 Minuten liegen dürfte. Die folgende Tabelle zeigt die in vielen Punkten identischen Leistungsdaten von Pixo und E-Twingo:

| | Nissan Pixo | Twingo E-Tech Electric |

| --- | --- | --- |

| Antrieb | FWD | FWD |

| Leistung | 60 kW | 60 kW |

| Drehmoment | 175 Nm | 175 Nm |

| Beschleunigung | n.a. | 12,1 s |

| Höchstgeschwindigkeit | n.a. | 130 km/h |

| WLTP–Reichweite | 259 km | 263 km |

| Batteriekapazität | 27,5 kWh | 27,5 kWh |

| Ladeleistung DC | 50 kW | 50 kW |

| Ladezeit DC 10-80% | 30 min | 30 min |

| Preis | n.a. | 19.990 Euro |

Was die Dimensionen des A-Klasse-Stromers angeht, misst der Pixo 3.796 x 1.790 x 1.512 Millimeter bei einem Radstand von 2.492 Millimetern. Vom E-Twingo unterscheidet sich das nur in der Breite merklich: Der Nissan-Ableger fällt immerhin sieben Zentimeter breiter aus als der Franzose. Nissan selbst betont, dass „eine intelligente Raumnutzung den Innenraum maximiert und bis zu vier Erwachsenen Platz bietet“. Wie beim E-Twingo sollen dabei einzeln verschiebbare Rücksitze die Flexibilität steigern und bei Bedarf auch zusätzlichen Stauraum für größere Gegenstände liefern (im Dacia Spring gibt es dieses Feature nicht). Apropos: Das Kofferraumvolumen wird beim Pixo mit bis zu 356 Litern angegeben – einschließlich eines 50-Liter-Fachs für Ladekabel.

Jugendliche Farben, aber nicht so knallig wie Renault

Nissans eigener Anspruch ist „ein kleiner vollelektrischer Stadtwagen, der Alltagstauglichkeit, progressives Design und eine nahtlose Konnektivität verbindet.“ Der Pixo soll dabei einen „frischen, unverwechselbaren Charakter und eine besonders zugängliche Option für urbane Fahrerinnen und Fahrer“ darstellen. Optisch setzen die Japaner dies mit einer neuen Designsprache um, die sich deutlich vom 2025 enthüllten, etwas größeren Micra unterscheidet (der ebenfalls von Renault gebaut wird und sich die Technik mit dem Renault 5 teilt). Highlights des Pixo sind Pixel-inspirierte Leuchten, eine eigenwillig geformte Frontpartie mit voluminöser Schnauze und der Twingo-typisch flach ansteigenden Windschutzscheibe sowie ein steil abfallendes Heck. Die Farbpalette soll mit Lackierungen wie Midnight Purple und Authentic Blue jugendlich wirken, ist aber nicht so knallig wie bei Renault.

In puncto vernetzte Technologie setzt Nissan auf ein Google-Ökosystem. So erhält der Pixo mit Gemini einen KI-Assistent – ein Novum für Nissan im A-Segment. Zum Marktstart stehe Gemini in 16 Sprachen zur Verfügung und unterstütze Navigation, Unterhaltung und Kommunikation per natürlicher Sprachinteraktion, heißt es. Ebenfalls an Bord sind Google-Dienste für Navigation, Echtzeit-Routenplanung und nahtlose Konnektivität. Bedient werden sämtliche Dienste in allen Ausstattungsvarianten über ein 7-Zoll-Fahrerdisplay und einen 10-Zoll-Touchscreen für das Infotainment (letzterer ist beim Dacia Spring kein Element der Basisausstattung). Bei den Fahrerassistenzsystemen gehören unter anderem ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent und freihändiges Einparken zum Serienumfang. Auch die One-Pedal-Technologie ist an Bord.

Image 2: Nissan pixo

Bild: Nissan

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Laut der japanischen Marke zeigt die Entwicklung des neuen Pixo, „wie Nissan seine Vision in die Tat umsetzt, gemeinsam mit Partnern kundenorientierte Innovation mit einer effizienteren Markteinführung neuer Elektrofahrzeuge zu verbinden. Dazu fähig ist der Partner-Verbund dank tatkräftiger Hilfe aus China: Das speziell für E-Autos eingerichtete Forschungs- und Entwicklungszentrum der Renault Group in Shanghai namens ACDC hat das gesamte Engineering rund um den wichtigen Antriebsstrang beigetragen. Das soll „China Speed“ bringen. Schon Renault betonte jüngst, dass seine chinesische Einrichtung die Projekte vorangebracht habe, „indem sie eng mit lokalen Partnern und neuen Industrieunternehmen zusammengearbeitet hat“ – also mit CATL für die Auslegung der Batterie und Shanghai e-drive für den Antrieb.

Auslieferungen des Nissan Pixo starten Anfang 2027

Nissan unterstreicht, dass der Pixo ungeachtet seiner teils chinesischen DNA „speziell für europäische Kundinnen und Kunden entwickelt“ wurde. Vom Band läuft er im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien – ebenso wie E-Twingo und Dacia Spring. Die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2027 vorgesehen. Preise, marktspezifische Ausstattungen und Informationen zur Vorbestellung will Nissan „ab Dezember 2026 bekanntgeben“. Der Preis dürfte aber nicht allzu weit vom französischen Schwesternmodell entfernt liegen – und das startet bekanntlich ab 19.990 Euro.

„Wir sind überzeugt, dass es bei der Zukunft der Elektromobilität nicht darum geht, größere Fahrzeuge mit noch mehr Technologie zu bauen“, kommentiert Clíodhna Lyons, Vice President Product, zuständig für Marken und Markegingstrategie bei Nissan AMIEO. Entscheidend seien intelligentere Fahrzeuge, die sich ganz natürlich in das Leben der Menschen einfügen. „Der Nissan Pixo wurde speziell für Europa und seine Städte entwickelt. Er bietet alles, was Kundinnen und Kunden von einem Elektrofahrzeug erwarten – ohne unnötige Komplexität“, so Lyons, die jedoch gleichzeitig den breiten Elektrifzierungsansatz von Nissan hervorhebt: „Angesichts steigender Kraftstoffkosten bleibt unser Fokus klar: Wir bieten Kundinnen und Kunden praktische Alternativen, mit denen sie ihre Fahrtkosten senken können. Ob mit unserem schnell wachsenden Angebot an Elektrofahrzeugen oder unseren hocheffizienten Modellen mit der e‑Power Hybridtechnologie.“

Klar ist aber auch: Nissan ist bei seiner derzeitigen und künftigen Produktpalette an Renault gebunden – und umgekehrt. Beide Konzerne sind seit langem Partner. Renault hielt zwischenzeitlich 43,4 Prozent an Nissan, während Nissan 15 Prozent von Renault besaß. Dieses asymmetrische Verhältnis wurde aber 2024 neu gestaltet. Seit dem halten beiden Autobauer jeweils 15 Prozent am anderen Unternehmen. Im März 2025 vollzogen Renault und Nissan eine weitereNachjustierung ihrer Partnerschaftund kündigten seinerzeit explizit an, dass Renault ab 2026 auch ein Derivat des neuen Elektro-Twingo für Nissan entwickeln und produzieren wird. Voilà: der nun enthüllte Nissan Pixo.