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Nio und Geely verzahnen Lade- und Batteriewechselgeschäft

Nio und Geely verzahnen Lade- und Batteriewechselgeschäft

Nio und Geely vertiefen ihre Zusammenarbeit bei Ladeinfrastruktur und Batteriewechsel deutlich. Neben gegenseitigen Beteiligungen wollen die Konzerne ihre Netze verbinden, gemeinsame Standards entwickeln und künftig auch Geely-Modelle an Nios Wechselstationen bedienen.

Geely steigt mit 30 Prozent bei Nio Power ein.

Bild: Nio

Kern der neuen Vereinbarung ist eine gegenseitige Beteiligung an den jeweiligen Energiegeschäften. Geely bringt seine vollständig gehaltene Tochter Yiyi Power sowie 640 Millionen Yuan in Nio Power ein und soll nach Abschluss der Transaktion 30 Prozent an dem Unternehmen halten. Das bisherige Batteriewechselgeschäft von Yiyi Power für gewerbliche Mobilitätsdienste soll anschließend in Nio Power integriert werden.

Im Gegenzug beteiligt sich Nio mit zehn Prozent an Geelys Ladeinfrastruktur-Tochter Haohan Energy. Einen Kaufpreis für diesen Anteil nennen die Unternehmen nicht. Gleichzeitig sollen die Ladenetze beider Seiten vollständig miteinander verbunden werden, um Reichweite und Auslastung der Infrastruktur zu erhöhen.

Noch weiter reicht die Zusammenarbeit beim Batteriewechsel. Nio und Geely wollen gemeinsame Technologien und Standards für wechselbare Batterien in Pkw entwickeln. Geely kündigt ausdrücklich entsprechende Modelle für Privatkunden an, die künftig Nios Power-Swap-Infrastruktur nutzen sollen. Nio Power soll die Wechselservices für diese Fahrzeuge bereitstellen.

Nio plant 10.000 Swap-Stationen bis 2030

Die Zusammenarbeit beim Batteriewechsel ist nicht neu. Bereits Ende 2023 hatten Nio und Geely vereinbart, gemeinsame Standards für Pkw und Nutzfahrzeuge zu entwickeln und entsprechende Modelle auf den Markt zu bringen. Damals blieb allerdings offen, wie eng die Systeme technisch verzahnt werden und welche Geely-Modelle tatsächlich auf Nios Wechselinfrastruktur zugreifen würden.

Mit der neuen Vereinbarung wird die Partnerschaft deutlich konkreter. Geely steigt direkt bei Nio Power ein, Yiyi Power soll integriert werden und für Privatkunden sind ausdrücklich kompatible Batteriewechsel-Modelle vorgesehen. Damit geht die Kooperation über eine reine Standardisierungsvereinbarung hinaus und umfasst künftig auch Infrastruktur, Betrieb und Eigentumsstrukturen.

Für Nio ist die Öffnung des Netzes strategisch relevant. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 20 Milliarden Yuan in Lade- und Batteriewechseltechnik investiert, umgerechnet grob 2,62 Milliarden Euro. Zum 27. September umfasste das chinesische Netz 4.126 Power-Swap-Stationen und 5.307 Ladestandorte mit 30.598 Ladepunkten. Bis 2030 will Nio die Zahl der Wechselstationen auf 10.000 erhöhen.

Geelys Haohan Energy betreibt seinerseits aktuell 2.500 Ladestationen mit mehr als 12.000 Anschlüssen in 232 chinesischen Städten. Bis Ende 2027 plant Geely den Ausbau auf mehr als 22.000 Stationen und über 100.000 Ladepunkte. Erst wenige Tage vor der neuen Kooperation hatte der Konzern zudem eine neue Generation seiner Schnellladetechnik mit bis zu 2,25 MW Spitzenleistung vorgestellt.