Nio in Q2 mit deutlichem Absatz- und Umsatzanstieg

Der chinesische E-Auto-Hersteller Nio hat im vergangenen Quartal 107.658 Fahrzeuge abgesetzt und damit 49,4 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2025. Zugleich stieg der Umsatz um 69,1 Prozent auf 32,1 Milliarden Yuan (ca. 4,1 Mrd. Euro). Zugleich ist der Nettoverlust deutlich gesunken.
Zunächst zu den Auslieferungen: Diese beliefen sich im zweiten Quartal 2026 auf 107.658 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 49,4 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 und einem Anstieg von 29,0 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026 entspricht. Die Auslieferungen setzten sich aus 60.945 Fahrzeugen der Hauptmarke Nio, 29.124 Fahrzeugen der Marke Onvo und 17.589 Fahrzeugen der Marke Firefly zusammen. Besonders erfolgreich sind laut CEO William Bin Li aktuell die hochpreisigen SUVs Nio ES8 und ES9, aber auch die Mittelklasse-SUVs Onvo L90 und L80 sowie der Firefly, der seit 15 Monaten die Nr. 1 der „hochwertigen Kleinwagen“ in China darstellen soll.
Insgesamt ist es zugleich erst das zweite Mal, dass Nio die Marke von über 100.000 Auslieferungen in einem Quartal überschritten hat – erstmals war dies dem Unternehmen aus Shanghai im vierten Quartal 2025 gelungen, wobei das vierte Quartal bei chinesischen Herstellern traditionell das absatzstärkste ist.
Nio erwartet in Q3/2026 erneut Absatzplus
Für das laufende Vierteljahr zwischen Juli und September erwartet das Nio-Management eine weitere Verbesserung: „Für das dritte Quartal erwarten wir Auslieferungen zwischen 108.000 und 111.000 Fahrzeugen, was einem Wachstum von 24,0 % bis 27,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht“, sagt Nio-Chef William Bin Li.
Schauen wir nun, was die Absatzentwicklung in Q2/2026 für die Finanzen von Nio bedeutet: Der Umsatz aus dem Fahrzeuggeschäft stieg noch deutlicher als die Absatzzahlen selbst um 80,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 und um 27,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026 an. Er lag im zweiten Quartal 2026 bei rund 29 Milliarden Yuan (ca. 3,7 Mrd. Euro). Dass der Fahrzeugumsatz deutlicher gestiegen ist als der Fahrzeugabsatz, deutet darauf hin, dass es Nio gelungen ist, den durchschnittlichen Verkaufspreis pro Fahrzeug deutlich zu steigern. Dieser lag zuletzt bei umgerechnet rund 38.600 Euro nach 32.000 Euro in Q2/2025 (eigene Berechnungen). Allerdings ist das nur ein grober Anhaltspunkt, etwa weil der Fahrzeugumsatz in Q2/2026 buchhalterisch nicht exakt dem Zeitpunkt der Auslieferungen entsprechen muss.
Zugleich konnte Nio im zweiten Quartal 2026 in seiner Fahrzeugsparte eine Bruttomarge von 18,5 Prozent erzielen, verglichen mit 10,3 Prozent im Q2/2025 und 18,8 Prozent im Q1/2026. Heißt: Die Herstellung der Fahrzeuge selbst ist bereits profitabel. Allerdings vernachlässigt dieser Wert wichtige Positionen wie Forschung & Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Verwaltung, weitere operative Aufwendungen, Zinsen und Steuern.
Nio konnte Verlust deutlich eindampfen
Das erklärt auch, warum Nio unterm Strich noch rote Zahlen schreibt, wenngleich das Defizit mittlerweile deutlich zurückgegangen ist: Der Nettoverlust belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 528 Millionen Yuan (ca. 68 Mio. Euro), verglichen mit einem Nettoverlust von 4,99 Milliarden Yuan (ca. 640 Mio. Euro) im Q2/2025.
Kein Wort indes verliert der Quartalsbericht zum schwachen Auslandsgeschäft: So gab es in Europa vergangenes Jahr nur 1.129 Neuzulassungen über alle sieben Länder hinweg, in denen Nio aktiv ist. Zuletzt hieß es daher, Nio wolle das Tempo aus seiner Auslandsexpansion herausnehmen und sich mehr auf China konzentrieren. Dazu passt, dass das Unternehmen vor kurzem seit repräsentatives Nio House in Hamburg geschlossen hat.