DEUTSCHLAND. Der Verkehrsminister erwägt den Einsatz von Tesla Robotaxi dort, wo es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt. Das Ende der Busse?

Der Verkehrsminister von Brandenburg (Deutschland), Robert Crumbach, bestätigte lokalen Medien gegenüber, dass er mit Tesla über die Nutzung von Robotaxi in ländlichen Gebieten verhandelt, wo aufgrund der Kosten ein umfassender ÖPNV schwierig ist. Die Modelle Y und Cybercab könnten in Zukunft Busse oder Züge vom Markt verdrängen, sofern sie im Preiswettbewerb gegen diese bestehen können.
Tesla Robotaxi als besserer ÖPNV?
Ein organisiertes öffentliches Verkehrssystem hat viele Vorteile, doch einige davon erfordern gewisse Kompromisse: Der potenzielle Passagier muss zunächst zum Haltepunkt gelangen, seinen Zeitplan den Abfahrtszeiten anpassen und die Anwesenheit anderer Passagiere ertragen, die manchmal lästig sein können. Die autonomen Tesla-Taxis weisen diese Nachteile nicht auf: Sie können direkt vor das Haus fahren und ermöglichen Reisen zu jeder Tageszeit, ohne den Raum mit anderen Menschen teilen zu müssen. Zudem können sie aufgrund des Fehlens von Bedienpersonal (Fahrern usw.) relativ günstig sein.

Das Tesla Cybercab ist ein Fahrzeug, das für den Robotaxi-Service entwickelt wurde. Derzeit wird es außerhalb der Vereinigten Staaten nicht angeboten, obwohl es bereits in Neuseeland gesichtet wurde.
Der größte Nachteil ist die Straßenkapazität: Zwanzig oder dreißig Personen in einem mehrere Dutzend Meter langen Bus nehmen … ebenfalls mehrere Dutzend Meter ein. Dasselbe Personenensemble aufgeteilt in Taxis ergibt eine Schlange von mehreren hundert Metern Länge (Fahrzeuge + Abstände dazwischen). Im Bus fährt die ganze Gruppe gleichzeitig durch das rote Licht, im Taxi wären zwei bis drei Lichtphasen nötig. Trotzdem ist der deutsche Verkehrsminister der Ansicht, dass Teslas Taxis Beachtung verdienen, insbesondere hinsichtlich der Unterstützung unregelmäßiger oder nicht vorhandener Öffentlicher Verkehrsmittel in abgelegenen Regionen des Landes (Quelle; hinter Paywall).
Tests mit (überwachtem) FSD auf deutschen Straßen. Als Testfahrzeug: Tesla Model Y (c) Markische Allgemeine
Teslas Robotaxis sollten ländliche Gebiete bedienen, um den Dienst der Fahrtbuchung per Telefon zu ergänzen. Dadurch würde die Anzahl der Fahrten im Laufe des Tages (standardmäßig: zwei pro Tag) zunehmen, ohne dass weitere Fahrer eingestellt werden müssten (die schließlich nicht vorhanden sind), da die Fahrzeuge autonom fahren würden. Es fehlen rechtliche Rahmenbedingungen – weder in Deutschland noch in der Europäischen Union wurde bisher selbst das (überwachte) FSD zugelassen, geschweige denn das (unüberwachte) FSD. Zudem ist unklar, wie sich die Robotaxis auf typische Straßen zurechtfinden würden, da die Elektronik dort nur in begrenztem Umfang getestet wurde, und zwar gerade aufgrund des Fehlens einer Homologierung für das (überwachte) FSD – doch hier sollten es weniger Probleme geben als mit den Behörden.

Tesla Robovan. Elons Musk’s Vision für den Transport größerer Gruppen von Menschen (c) Tesla
Anmerkung der Redaktion von Elektrowoz: Es ist erstaunlich, dass der Verkehrsminister in seinem Bundesland proaktiv gegenüber Menschen vorgeht, die vom Transport ausgeschlossen sind. „Erstaunlich“ – und zugleich völlig normal, denn so sollte es eben funktionieren.
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