Neuer Wasserstoffbund legt Pläne vor – doch nur in geringem Umfang

Bei der IAA Transportation präsentierten Daimler Truck, die Volvo Group, Toyota, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy ihre Pläne zur Beschleunigung des Ausbaus wasserstoffbetriebener Fahrzeuge in Europa. Die Details bleiben vage, doch das Ziel ist es, bis 2030 den Einsatz von Wasserstofflastwagen auszuweiten.
Neue Allianz für Wasserstoff im Güterverkehr
Bild: Daimler Truck
Vor einigen Tagen hatten die acht Unternehmen bereits ihre Absicht bekannt gegeben, ihre neue Wasserstoffallianz auf der IAA Transportation in Hannover vorzustellen. Dies ist nun geschehen. Das Ziel besteht darin, ein deutsches Ökosystem zu schaffen, das alle Voraussetzungen für den skalierbaren Einsatz von Wasserstofflastwagen bis 2030 erfüllt. Dieses Ökosystem soll durch politische Unterstützung sowie europäische Branchenführer entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestützt werden.
Die vorgestellten Pläne sind jedoch etwas vage und teilweise schon veraltet – doch die IAA Transportation bot natürlich eine hervorragende Bühne, um den deutschen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zur Eröffnungsveranstaltung zu locken. Schließlich wären Wasserstoff-Lkw in Deutschland und Europa ohne politische Unterstützung vermutlich bereits gescheitert. Die Reichweiten vollständig elektrischer Lkw sind inzwischen hervorragend, was die Frage aufwirft, ob ein Wasserstoff-Mobilitätsökosystem – dessen umweltfreundliche Produktion noch kaum skalierbar ist – wirklich notwendig ist.
Aber schauen wir uns an, was die verschiedenen Partner im Wasserstoffbündnis für Nutzfahrzeuge vorhaben:
- Daimler Truck strebt an, bis Ende 2026 eine kleine Serie von 100 Einheiten eines mit Wasserstoff angetriebenen Sattelzuges, des Mercedes-Benz NextGenH2 Truck, in den Betrieben der Kunden einzusetzen – dies ist bereits seit Januar bekannt – und hat dabei Finanzmittel in Höhe von 226 Millionen Euro von der Bundesregierung sowie den Ländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erhalten. Gleichzeitig sollen die ersten Lkw mit Wasserstoff-Brennkraftmotoren im nächsten Jahr für den Markteintritt bereitgestellt werden. Insgesamt plant Daimler Truck, bis zum Ende des Jahrzehnts eine dreistellige Summe in Millionen Euro in Wasserstoff-Lkw zu investieren.
- Die Volvo Group erweitert ihr Wasserstoff-Angebot und investiert beträchtliche Summen in Wasserstoffantriebe für einen Markteintritt bis 2030, einschließlich sowohl Brennstoffzellen-Lkw als auch Lkw mit Wasserstoff-Brennkraftmotoren.
Eines der Ziele des Bündnisses ist es, Wasserstofftankstellen einzurichten, die täglich bis zu 100 Wasserstoff-Lkw betanken können. Die Partner profitieren außerdem von der Verordnung über Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe der Europäischen Union (AFIR), die den Bau von Wasserstofftankstellen an wichtigen Verkehrsachsen vorschreibt. Um den Anforderungen der AFIR gerecht zu werden, hat die deutsche Bundesregierung im Januar einen Förderaufruf veröffentlicht, durch den der Bau von Wasserstofftankstellen sowie Lkw mit Brennstoffzellen- oder Wasserstoffverbrennungsmotoren mit 220 Millionen Euro unterstützt wird.
Laut Berichten wurde die für dieses „Hydrogen-Initialnetz“ vorgesehene Finanzierung überaus stark nachgefragt, wobei ein beantragtes Finanzierungsvolumen von 455 Millionen Euro lag. Insgesamt wurden 71 Anträge auf Errichtung von Wasserstofftankstellen sowie 455 Anträge für Fahrzeuge und Fuhrparks eingereicht. Die neue Wasserstoffallianz betrachtet dies als Bestätigung für „eine starke kommerzielle Nachfrage seitens der Logistikbranche“. Die Auswahl der Projekte erfolgt nun „in einem wettbewerblichen Verfahren auf der Grundlage vordefinierter Kriterien“, wie angegeben. Antragsteller mit genehmigten Anträgen werden im zweiten Halbjahr benachrichtigt.