NEW eröffnet E-Lkw-Ladehub mit 400 kW in Niederzissen

Die NEW hat in Niederzissen ihren ersten öffentlichen Ladehub für Elektro-Lkw eröffnet: vier Durchfahrt-Ladepunkte mit bis zu 400 kW. Speditionen laden zum Start für 0,39 Euro pro kWh, weitere Standorte sind in Prüfung.
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Der Energieversorger NEW aus Mönchengladbach hat in Niederzissen im Landkreis Ahrweiler seinen ersten öffentlich zugänglichen Ladehub für Elektro-Lkw eröffnet. Der Standort befindet sich auf dem Gelände von TD Truck im Industriegebiet Scheid und richtet sich in erster Linie an Speditionen und Logistikunternehmen. Für die NEW ist das Projekt zugleich der Einstieg in ein neues Geschäftsfeld: Bislang hatte das Unternehmen kein öffentliches Ladeangebot speziell für den Schwerlastverkehr im Portfolio.
Vier Ladepunkte mit bis zu 400 kW
Der Ladehub verfügt über vier Ladepunkte. Die maximale Ladeleistung gibt die NEW mit bis zu 400 kW an. Diese Leistung steht allerdings nicht an allen Ladepunkten gleichzeitig zur Verfügung: Sind alle vier Ladepunkte belegt, teilt sich die Leistung auf, sodass pro Fahrzeug dann bis zu 200 kW anliegen. Auf der Informationsseite des Betreibers ist hingegen von vier Schnellladepunkten mit „jeweils 400 kW“ die Rede, was sich auf die mögliche Spitzenleistung bei geringer Auslastung beziehen dürfte. Angaben zum Hersteller der Ladetechnik macht die NEW nicht.
Angebunden ist der Standort an das Mittelspannungsnetz. Die Ladeplätze sind als Durchfahrtslösung angelegt, sodass Sattelzüge mit Auflieger nicht rangieren oder abkuppeln müssen. Nach Angaben der NEW eignet sich die Anlage damit auch für Pkw mit Anhänger, etwa für Reisende mit Wohnwagen auf dem Weg in den Urlaub. Ergänzt wird der Standort durch eine benachbarte Lkw-Waschanlage.
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Ladepreis und Konditionen für Speditionen
Zum Start bietet die NEW einen Eröffnungstarif von 0,39 Euro pro kWh an. Um diesen Preis zu erhalten, müssen Logistikunternehmen ein Firmenkonto beim Abrechnungspartner EVC-net anlegen und dabei ihre NEW-Kundennummer angeben. Wie lange der Aktionspreis gilt und welche Konditionen danach greifen, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Ebenso bleibt offen, zu welchen Preisen Nutzer ohne Firmenregistrierung laden können, obwohl der Ladehub ausdrücklich als öffentliches Angebot beworben wird.
Darüber hinaus stellt die NEW Volumenverträge mit festen kWh-Preisen über die Vertragslaufzeit in Aussicht. Bei vereinbarten Mindestabnahmen sollen reservierbare Ladefenster eine garantierte Kapazität sichern, zudem sind Tarife für Ladungen außerhalb der Spitzenzeiten vorgesehen. Die Abrechnung erfolgt automatisiert, auf Wunsch mit Berichten zur CO₂-Bilanz für ESG-Nachweise. Eine Anbindung an Transportmanagementsysteme (TMS) plant das Unternehmen für 2026/27. Konkrete Preise für diese Vertragsmodelle nennt die NEW nicht, sie sind auf Anfrage erhältlich.
Auf der Produktseite verweist der Betreiber außerdem auf fahrerfreundliche Mindeststandards bei Sanitäranlagen, Gastronomie und Sicherheit. Was genau davon am Standort in Niederzissen verfügbar ist, wird allerdings nicht näher beschrieben.
Laden ohne eigene Investition
Die NEW positioniert den Ladehub als Alternative zum eigenen Depotladen. Speditionen sollen ihre Fahrzeuge laden können, ohne selbst in Ladetechnik und Netzanschluss investieren zu müssen. „Gerade dort, wo Flächen und Netzkapazitäten knapp sind, werden öffentliche Ladeangebote künftig eine wichtige Rolle spielen“, sagt Dr. Niklas Rotering, Bereichsleiter Kundenlösungen bei der NEW-Gruppe. Tatsächlich stellt der Netzanschluss für viele Betriebshöfe eine erhebliche Hürde dar, da Leistungen im Megawattbereich oft nur mit langen Vorlaufzeiten und hohen Kosten zu realisieren sind.
Durch die Lage im Industriegebiet an wichtigen Verkehrsachsen sieht die NEW den Standort zudem als Baustein für die regionale Infrastruktur im Landkreis Ahrweiler. Für den Einsatz elektrischer Nutzfahrzeuge in der Region sollen damit bessere Voraussetzungen geschaffen werden.
Weitere Standorte in Prüfung
Niederzissen soll nicht der einzige Standort bleiben. Das Projekt dient der NEW als Referenz für weitere Vorhaben. Laut Rotering prüft das Unternehmen bereits zusätzliche Flächen und führt Gespräche über vergleichbare Projekte, vor allem im eigenen Versorgungsgebiet am Niederrhein. Auf seiner Informationsseite spricht die NEW daher neben Speditionen auch potenzielle Standortpartner an. Konkrete Orte oder einen Zeitplan für weitere Ladehubs nennt das Unternehmen bislang nicht.
Wie gut ein einzelner Standort mit vier Ladepunkten angenommen wird, dürfte vor allem von der Auslastung durch regionale Flotten abhängen. Mit 0,39 Euro pro kWh liegt der Eröffnungstarif jedenfalls deutlich unter den Ad-hoc-Preisen vieler öffentlicher Schnellladestationen für Pkw.
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