Neptune Energy bringt das Lithiumprojekt in Altmark voran.

Neptune Energy bereitet sich darauf vor, ab 2030 in der Region Altmark in Deutschland mit der Lithiumproduktion zu beginnen. In der zweiten Pilotphase testen das in Hannover ansässige Unternehmen sowie das Fraunhofer IEG derzeit verschiedene Adsorptionsmaterialien für eine zukünftige industrielle Lithiumgewinnung auf großem Maßstab.
Nach der Bewertung verschiedener Technologien zur direkten Lithiumgewinnung (DLE) arbeitet Neptune Energy derzeit mit dem Fraunhofer-Institut für Energiesysteme und Geothermische Technologien IEG zusammen, um einen geeigneten Adsorptionsprozess zu entwickeln. Das ALE-Projekt (Altmark Lithium Extraction) zielt darauf ab, Lithium-Vorläuferstoffe aus tiefen Thermalwässern in der Region Altmark in Deutschland zu gewinnen.
Durch dieses Projekt möchte Neptune Energy die inländische Versorgung mit wichtigen Rohstoffen unterstützen. Das Unternehmen plant, ab 2030 schrittweise mit der kommerziellen Lithiumproduktion zu beginnen und in den 2030er Jahren jährlich bis zu 25.000 Tonnen Lithiumcarbonatäquivalent (LCE) zu gewinnen. Laut Neptune Energy würde dies genügend Lithium liefern, um jährlich die Batterien von rund 500.000 Elektrofahrzeugen zu versorgen.
Nordthüringen verfügt über eine der größten Lithiumvorkommen der Welt, die mit einem spezifischen Projekt verbunden sind – es gibt nachgewiesene Vorkommen von 43 Millionen Tonnen Lithiumcarbonatäquivalent. Das Lithium ist in Thermalwasser in Tiefen von 3.000 bis 4.000 Metern gelöst und befindet sich in den feinen Porenräumen des Gesteins. Neptune Energy plant, das Thermalwasser durch Bohrungen an die Oberfläche zu bringen und das Lithium mithilfe der DLE-Technologie abzubauen.
„Während der Pilotphase I im letzten Jahr haben wir verschiedene weltweit verfügbare DLE-Technologien untersucht, um ihre Eignung für die Bedingungen in der Region Altmark zu bewerten. Nach Tests mit Ionenaustausch- und Adsorptionsverfahren erwies sich die Adsorptionstechnologie als am vielversprechendsten für die Bedingungen in der Altmark-Region. Wir beabsichtigen nun, diesen Prozess in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IEG weiterzuentwickeln“, erklärte Joachim Sluet, Midstream-Manager und Leiter der Pilotprojekte bei Neptune Energy.
In der zweiten Pilotphase werden Neptune Energy und das Fraunhofer IEG in den kommenden Monaten mithilfe einer von dem Institut entwickelten DLE-Pilotanlage verschiedene Adsorptionsmaterialien testen und bewerten. Die Adsorbentien binden selektiv Lithiumionen aus dem Warmwasser. Anschließend wird das Lithium erneut vom Material getrennt, wodurch eine hochkonzentrierte Lithiumchloridlösung entsteht.
„Dies kann in weiteren Schritten verarbeitet werden, um Lithiumcarbonat oder Lithiumhydroxid-Monohydrat in Batterieniveau herzustellen – die Rohstoffe für die europäische Batterie- und Elektromobilitätsindustrie“, so die Initiatoren des Projekts.
„Die im Zusammenwirken mit dem Fraunhofer IEG entwickelte Pilotanlage DLE liefert uns wertvolle Erkenntnisse bei der Auswahl des optimalen Adsorptionsmaterials für das Salzwasser aus der Region Altmark. Dadurch kommen wir einem industriellen Lithiumproduktionsprozess in dieser Region einen Schritt näher“, fügte Dr. Axel Wenke, Leiter für Neue Energien und Geschäftsentwicklung, hinzu.
Das Kerngeschäft von Neptune Energy ist die Öl- und Gasproduktion, doch das Unternehmen erweitert sich auch auf andere Bereiche, darunter die inländische Lithiumproduktion. Laut Neptune Energy reichen die Tätigkeiten des Unternehmens sowie seiner Vorgängerfirmen auf mehr als 135 Jahre zurück. Eine dieser Firmen, Erdöl Erdgas Gommern, begann 1969 mit der Produktion von Erdgas in der Region Altmark und wurde später von Neptune Energy übernommen.