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Navigation für E-Lkw: eTrucker-App erhält weitere Funktionen

Navigation für E-Lkw: eTrucker-App erhält weitere Funktionen

Der „Elektrotrucker“ Tobias Wagner hat 2025 mit seinem Team die eTrucker-App entwickelt – eine Ladenavigations-App für Elektro-Lkw. Nun spendieren die Initiatoren der App ein größeres Update. So lassen sich ab sofort u.a. Pausen besser einplanen und die App bietet nun eine Ladekarten-Empfehlung.

Der „Elektrotrucker“ Tobias Wagner hat in den vergangenen zwei Jahren mit mehreren E-Lkw-Modellen europaweit über 200.000 Kilometer zurückgelegt – und entsprechend viele Ladeparks mit eigenen Augen gesehen. Dabei fiel ihm eine große Informationslücke auf: Wer mit einem Lkw laden will, weiß oft nicht wohin. Zusammen mit seinem Team hat er deshalb vergangenes Jahr die eTrucker-App an den Start gebracht – eine App, die Lkw-taugliche Ladepunkte ausweist. Bei der Aktualisierung und Erweiterung hilft die Community. Wie probat das neue Tool E-Lkw zu passenden Ladern navigiert, das haben wir bereits vor einem Jahr angeschaut.

Wie die Initiatoren mitteilen, hat die App über die Basisfunktionen hinaus jetzt zudem ein größeres Update erhalten. Die neuen Funktionen im Überblick:

Pausen planen: Ab sofort lässt sich in der Gesamtroutenplanung von der 45-Minuten- bis zur 9-Stunden-Pause alles mit einem Klick einplanen, der Startpunkt ist frei wählbar, Zwischenziele können per Drag-and-drop sortiert werden.

Kopplung mit der Spedition per Pairing-Code: Hier sind kein Username und kein Passwort mehr nötig. Einfach den Code im eTrucker-Manager eintragen und das entsprechende Gerät sieht ab sofort die Preiskategorien und Ladekarten der Spedition.

Ladekarten-Empfehlung pro Standort: Wer schon einmal mit der falschen Ladekarte am Lader stand, kennt die Problematik. Hier liefert die App nun eine klare Empfehlung. Sind mehrere Ladekarten hinterlegt, zeigt die App auch, welche Karte alternativ funktioniert – inklusive der jeweiligen Preiskategorie.

Preiskategorien für alle Ladestationen: Der Fahrer sieht überall auf einen Blick, wie teuer es wird. Und wer will, kann die teuren Ladeparks direkt ausblenden und sieht nur noch die günstigeren Standorte.

Community-Feedback-Modus überarbeitet: Ladepark-Rückmeldungen können nun direkt aus der App heraus eingestellt werden. Die Initiatoren bezeichnen dies als „die Grundlage für die beste Lkw-Ladedatenqualität in Europa“.

Abkoppelzeiten können nun auch in der Planung berücksichtigt werden: An Ladepunkten, an denen das Abkoppeln des Aufliegers nötig oder ratsam ist, kalkuliert die App automatisch einen Puffer (erkennbar an einem „+8“-Hinweis am Karten-Pin bzw. „8 min extra durch Abkoppeln“) in die Gesamtfahrzeit ein.

Die App-Macher präzisieren noch, dass sie bei der Routenplanung den Service TomTom-Truck-Routen auf Goolge Maps nutzen. Das sei „teuer für uns, aber die beste Lösung, die auf der Straße funktioniert“, wie Michael Clarke, einer der App-Verantwortlichen, betont. In diesem Zusammenhang wichtig: Die eTrucker-App soll explizit kostenlos bleiben. „Weil wir zeigen wollen, dass die Ladeinfrastruktur schon heute mehr als ausreicht“, so Clarke, der aber auch ankündigt: „Speditionen, die einen Schritt weitergehen und preisoptimiert laden wollen, melden sich gerne bei uns zum eTrucker Manager – dazu auch in ein paar Wochen mehr“. Das klingt so, als würden die Initiatoren bald ein kostenpflichtiges Extra-Angebot launchen.

Was den Stand des Lkw-Ladenetzes in Deutschland angeht, hat electrive jüngst anlässlich der Truck-Charging-Themenwoche einen großen Überblicksartikel veröffentlicht. Die Daten aus der eTrucker-App mit Stand 1. Juli 2026 weisen dabei deutschlandweit knapp 700 Lkw-taugliche Standorte aus. Hier die Details:

154 Lkw-Ladestandorte in Deutschland ohne Abkoppeln („Durchfahrt“): In dieser Anzahl sind sowohl Lkw-exklusive Standorte enthalten als auch Pkw-Standorte mit genügend Platz. Als Top-5-Betreiber nennt die eTrucker-App Aral Pulse Truck (33), Aral Pulse (17), Milence (10), Shell Recharge (10) und E.ON Drive (7). Von den 154 Standorten sind sieben Parks mit mindestens einem MCS‑Stecker ausgestattet. Im Einzelnen sind dies: HoLa/Lipperland Süd, Aral in Buchholz, Hannover, Schnaittach und Rastow sowie Energie Südbayern/Dettendoerfer bei Langenbruck und ESG Solar bei Kassel.

158 Lkw-taugliche Standorte bei denen Abkoppeln empfohlen ist, es aber genug Platz gibt um – wenn wenig los ist – ohne Abkoppeln zu laden. Hier sind die Top-5-Betreiber Aral Pulse PKW (34), EnBW (21), Ionity (11) und Autostrom Plus (9).

387 Lkw-taugliche Standorte bei denen Abkoppeln jederzeit zwingend erforderlich ist, bei denen es jedoch einen Lkw-Parkplatz zum Abstellen des Trailers in direkter Umgebung gibt. Hier tun sich vor allem die Betreiber EnBW (64), Ionity (52), Shell Recharge (50) und Aral Pulse PKW (49) hervor.

Grundsätzlich deckt die App neben Deutschland auch viele europäische Länder ab. Im August 2025 erweiterten die App-Macher das Gebiet etwa um Spanien, Portugal, Großbritannien, Belgien und Rumänien.

linkedin.com, apps.apple.com (Update-Beschreibung weiter unten im App Store)