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Sonstiges

MyWheels fährt jetzt zu 80 Prozent elektrisch.

MyWheels fährt jetzt zu 80 Prozent elektrisch.
MyWheels elektrisches Carsharing-Auto in den Niederlanden

Das Carsharing-Unternehmen MyWheels erweitert sein Fahrzeugpark um 450 Elektroautos. Mit 300 Renault 4 und 150 Ford Puma steigt die Flotte auf über 3.000 Carsharing-Autos an, von denen inzwischen 80 Prozent vollständig elektrisch sind. Damit festigt MyWheels seine Position als größter Anbieter von Elektro-Carsharing-Autos in den Niederlanden.

Renault 4 und Ford Puma erweitern das Angebot

Die Erweiterung umfasst 300 Renault 4 E-Tech-Modelle und 150 Ford Puma Gen-E-Fahrzeuge. Der Renault 4 gehört bereits zum Fahrzeugpark, während der elektrische Ford Puma bei MyWheels neu ist. Die Autos werden noch in diesem Jahr in verschiedenen niederländischen Städten verteilt, darunter Amsterdam, Utrecht, Eindhoven, Rotterdam und Den Haag.

Mit über 3.000 Sharing-Autos hat MyWheels inzwischen eine ziemlich umfangreiche Flotte aufgebaut. Laut dem Unternehmen sind 80 Prozent davon vollständig elektrisch, wodurch es nach eigenen Angaben das größte Angebot an elektrischen Sharing-Autos in den Niederlanden hat. Die neuen Autos werden hauptsächlich an Orten eingesetzt, wo die Nachfrage nach Sharing-Autos groß ist.

Der Renault 4 E-Tech ist mit seinen kompakten Abmessungen, fünf Sitzplätzen und 420 Litern Kofferraum eine praktische Wahl. Der Ford Puma Gen-E bietet ebenfalls fünf Sitzplätze sowie einen für seine Größe auffallend großen Kofferraum. Beide Modelle richten sich an Nutzer, die mehr Platz suchen als beispielsweise beim kleineren Renault 5.

Das Angebot von MyWheels umfasst derzeit alles von kompakten Elektroautos bis hin zu größeren Modellen wie dem Hyundai Kona, Kia e-Niro und Tesla Model 3. Auch der elektrische Kia PV5-Fahrzeugtransporter gehört zum Fahrpark.

MyWheels Elektro-Renault 4-Sharing-Auto in den Niederlanden

Wie funktioniert MyWheels?

Bei MyWheels buchst du ein Auto über eine App, ohne selbst ein Auto besitzen zu müssen. Nach der Registrierung mit deinem Führerschein siehst du, welche Sharing-Autos in der Nähe verfügbar sind. Du wählst ein Auto aus und buchst es für eine bestimmte Zeit. Mit deinem Smartphone öffnest und schließt du das Auto. Nach der Nutzung bringst du es zurück auf den angegebenen Parkplatz oder in die angegebene Zone.

Man zahlt für die gebuchte Zeit sowie die zurückgelegten Kilometer. Ladevorgänge, Versicherung, Wartung und Pannenhilfe sind inbegriffen. Bei Schäden kann jedoch ein Selbstbehalt anfallen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von MyWheels.

Wie viel kostet MyWheels?

MyWheels bietet drei Abonnementarten an. Das kostenlose Start-Abonnement ist für gelegentliche Nutzung gedacht. Wer häufiger fährt, kann mit Plus oder Pro Rabatte auf die Fahrkosten erhalten.

Abonnement

Monatskosten

Ab pro Stunde

Ab pro km

Start

Kostenlos

€ 4,29

€ 0,44

Plus

€ 10

€ 3,86

€ 0,39

Pro

€ 25

€ 3,22

€ 0,33

Preise gelten für die günstigste Autoklasse. Beim Start-Abonnement kommen zusätzlich € 1,50 pro Fahrt hinzu.

Bei Plus erhält man 10 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis, bei Pro 25 Prozent. Beide kostenpflichtigen Abonnements können monatlich gekündigt werden und haben keinen Startpreis. Größere Autos sind teurer. Die aktuellen Tarife unterscheiden sich je nach Autoklasse und sind im Voraus in der App einsehbar. Neue Nutzer erhalten derzeit drei Monate kostenlosen Zugang zu Pro.

Ob ein Sharing-Auto günstiger ist als ein eigenes Auto, hängt vor allem vom Nutzungsmuster ab. Wer nur gelegentlich fährt, spart an festen Kosten wie Abschreibung, Versicherung und Wartung. Bei häufiger Nutzung oder langen Reservierungen können die Stundensätze und Kilometerkosten jedoch erheblich ansteigen.

MyWheels elektrisches Sharing-Auto in den Niederlanden (3)

Elektrische Sharing-Autos liefern auch Strom zurück

MyWheels setzt außerdem auf bidirektionales Laden. In Zusammenarbeit mit We Drive Solar und der Renault Group fahren derzeit in Utrecht und Eindhoven 350 elektrische Carsharing-Fahrzeuge, die für Vehicle-to-Grid (V2G) geeignet sind. Mit dieser Technologie können Autos über geeignete Ladepfosten Strom ins Stromnetz zurückliefern.

Das geschieht, wenn die Autos geparkt sind und der Akkupack ausreichend Energie enthält. Der zurückgegebene Strom kann dabei helfen, Spitzen in der Stromnachfrage auszugleichen. Mit der Erweiterung der Anzahl der Renault 4 bereitet sich MyWheels auf ein weiteres Wachstum dieser V2G-Flotte vor. Wie viele der 300 neuen Fahrzeuge tatsächlich bidirektional laden können, wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Carsharing wächst, ersetzt aber nicht jedes eigenes Auto

Die weitere Elektrifizierung von MyWheels passt zu einer breiteren Entwicklung, bei der insbesondere in städtischen Gebieten immer mehr Autofahrer auf Carsharing zurückgreifen. Ein Leihauto kann für diejenigen interessant sein, die keinen Auto täglich benötigen oder zu Hause keine Möglichkeit zum Elektroaufladen haben.

Gleichzeitig weist Carsharing Einschränkungen auf. Die Verfügbarkeit variiert je nach Ort, das Auto muss in der Regel an den ursprünglichen Parkplatz zurückgebracht werden und während einer Reservierung entstehen Zeitkosten. Für diejenigen, die täglich fahren, bleibt ein eigenes Auto oder ein Leasingauto oft praktischer.

Durch die Einführung von 450 neuen Elektroautos wird das Angebot von MyWheels zumindest größer und vielfältiger. Die weitere Ausweitung des bidirektionalen Ladens kann außerdem die Bedeutung von Elektro-Leihautos für das Energiesystem erhöhen.

Text: Marc Verweij