Das Mitsubishi ASX VR-e wird 2026 in Australien erscheinen. Es handelt sich dabei um den Foxtron Bria, also etwas im Stil des Izera 2.

Mitsubishi hat den ASX VR-e vorgestellt, einen elektrischen Crossover in der Größe des Mazda CX-30, der vor Ende 2026 nach Australien und Neuseeland kommen soll. Das Fahrzeug ist keine eigene Entwicklung der Marke: Es handelt sich im Grunde um den Foxtron Bria mit anderen Logos und geringfügigen Änderungen am Karosseriestil. Für uns ist noch ein weiterer Aspekt interessant: Genau so könnte der Weg aussehen, den einst die „Izera 2“ eingeschlagen hätte – also ein fertiges Auto aus Asien in einer lokalen Verkleidung.
Mitsubishi bezieht das Auto von Foxtron, und Foxtron ist ein Bündnis aus Yulon und Foxconn
Der ASX VR-e hat nichts mit Nissan zu tun, obwohl Mitsubishi seit Jahren solche Kooperationen nutzt. Dieses Mal ist Partner Foxtron, eine Marke, die vom taiwanesischen Automobilhersteller Yulon und Foxconn gegründet wurde – derselben Firma, die iPhones herstellt.
Die Zusammenarbeit ist nicht vom Himmel gefallen. Schon im Jahr 2025 wurde ein Memorandum zwischen Mitsubishi und Foxtron unterzeichnet, mit dem Ziel, das Auto in Australien und Neuseeland in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 auf den Markt zu bringen. Jetzt sieht es so aus, als wäre es bei einer einfachen Umdeutung der Bria zu einem Mitsubishi-Modell geblieben.
Es gibt nicht viele Veränderungen. Von außen sind die Mitsubishi-Embleme, die Aufschriften vorne und hinten sowie eigene Raddesigns zu sehen. Im Inneren ist es noch einfacher: Das Cockpit sieht aus wie bei der Bria, mit einer einzigen Ausnahme – dem Mitsubishi-Logo am Lenkrad. Punkt. Es handelt sich dabei nicht um eine tiefgreifende Neufirmierung, sondern nur um eine sehr einfache Umdeutung.
Die auf dem Papier angegebenen Werte sind gut, doch die Reichweite wurde nach NEDC-Berechnungen angegeben
Mitsubishi hat noch keine offizielle Leistung für den ASX VR-e angegeben, doch das taiwanesische Pendant gibt einen guten Einblick in die Situation. Der Basismodell Foxtron Bria verfügt über 229 PS, Allradantrieb und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Die AWD-Variante mit zwei Motoren steigert die Leistung auf 400 PS und verkürzt den Sprint auf 3,9 Sekunden.
Sowohl Versionen nutzen denselben Akku mit einer Kapazität von 57,7 kWh. Foxtron gibt für die RWD-Variante maximal 320 Meilen nach NEDC an und für die AWD-Version 290 Meilen nach NEDC – das entspricht jeweils etwa 515 km und 467 km nach dem alten, optimistischen Standard. NEDC ist nicht WLTP und schon gar nicht die polnische Winterlage, daher sieht es auf dem Papier besser aus als in der Realität.
Der Name VR-e soll übrigens an frühere sportliche Mitsubishi-Modelle wie den Galant VR-4 anknüpfen. Bei 400 PS lässt sich das zumindest in der Werbung rechtfertigen.
Foxtron wollte in die USA, hat aber vorerst aufgegeben
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft Foxtron selbst. Das Unternehmen kündigte seit Jahren einen Markteintritt in die USA an und kaufte sogar eine ehemalige GM-Fabrik in Lordstown, Ohio, produzierte dort aber fast drei Jahre lang kein einziges Auto. Im Juni stellte es die amerikanischen Pläne für Elektrofahrzeuge offiziell ein und begründete dies mit Zöllen.
Dadurch wird Australien für Foxtron zu der ersten ernsthaften Exportprüfung. Abgesehen von Taiwan hat die Marke bisher ihre Elektrofahrzeuge nicht in größerem Umfang verkauft, und die ASX VR-e wird ihr wichtigster Schritt ins Ausland sein.
Auch für Mitsubishi ist das keine Kleinigkeit. In Australien handelt es sich um das erste Elektrofahrzeug der Marke seit dem i-MiEV, der dort 2016 vom Markt verschwand. Das Problem ist, dass der Markt heute viel schwieriger ist: Es gibt zahlreiche chinesische Modelle, die bereits bekannt und bewährt sind. Foxtron und Mitsubishi treten daher nicht auf einen leeren Markt ein, sondern direkt zwischen starke Konkurrenten.
Das Interessanteste an dieser Geschichte ist wohl nicht unbedingt Mitsubishi selbst, sondern vielmehr, wie sehr dieses Projekt an den Szenario erinnert: „Wir nehmen ein fertiges Auto aus Asien und bauen darum eine lokale Marke auf“. Was denken Sie – macht ein solch ehrlicher Rebranding-Ansatz heute noch Sinn, wenn bereits ausgereifte Autos aus China vorhanden sind?
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