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Minister Schneider: E-Auto-Förderung reicht auch fürs kommende Jahr

Minister Schneider: E-Auto-Förderung reicht auch fürs kommende Jahr

Deutschland erlebt einen noch nie da gewesenen E-Auto-Boom und die Nachfrage nach der Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride ist hoch. Umweltminister Carsten Schneider betont aber, dass noch genügend Mittel da sind, um die Prämie auch im gesamten nächsten Jahr bewilligen zu können.

Bild: Monta

Das sagte der SPD-Minister gegenüber der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“: „Wer sich jetzt für die Anschaffung eines batterieelektrischen Fahrzeugs entscheidet und die Fördervoraussetzungen erfüllt, muss sich auch mit Blick auf das kommende Jahr keine Sorgen machen, dass die Fördermittel nicht mehr ausreichen“, wird Schneider zitiert. „Sobald sich abzeichnet, wann die verfügbaren Fördermittel voraussichtlich ausgeschöpft sein werden, werden wir darüber frühzeitig informieren.“

Im Etat für die 2026 neu eingeführte E-Auto-Förderung sind drei Milliarden Euro veranschlagt. Die Prämie kann in Deutschland seit Mitte Mai beantragt werden und die Nachfrage ist groß: Die ersten 100.000 Anträge im Gesamtwert von über 430 Millionen Euro sind laut Bundesumweltministerium bis Anfang Oktober bewilligt worden – 90 Prozent für reine Elektroautos, die restlichen zehn Prozent für Plug-in-Hybride.

Das E-Auto-Förderprogramm wurde konkret am 19. Mai eingerichtet, gilt aber rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Der Bonus richtet sich gezielt an private Haushalte und unterstützt den Kauf oder das Leasing von Neufahrzeugen mit Batterie-elektrischem Antrieb, Brennstoffzellenantrieb sowie bestimmten Plug-in-Hybriden und Range-Extendern. Das BAFA veröffentlicht inzwischen auch monatliche Statistiken zur E-Auto-Förderung mit Eckpunkten zu den Antragstellern und den geförderten Modellen. Veröffentlicht wurde bisher derStand der Bewilligungen zum 1. August 2026sowiezum 1. September 2026. Anfang dieses Monats folgte die dritte Auswertung zum 1. Oktober 2026.

Daraus stammen auch folgende Informationen: An die Antragsteller mit bewilligter Förderung wurden laut BAFA zum Stichtag 1. Oktober 432 Millionen Euro ausgeschüttet – gegenüber 230 Millionen zum 1. September und 117 Millionen Euro zum 1. August 2026. Demnach waren Anfang des Monats noch gut 2,5 Milliarden Euro aus dem 3-Milliarden-Euro-Topf verfügbar. Deshalb kann Umweltminister Schneider auch recht sicher sein, dass das Budget das kommende Jahr noch ohne Probleme abdeckt. Grundsätzlich ging die Regierung bei der Bekanntgabe des Programms davon aus, dass die Mittel für geschätzte 800.000 Fahrzeuge reichen und nominell für den Zeitraum von 2026 bis 2029 zur Verfügung stehen sollen. Es sei denn, sie gehen vorzeitig aus.

Was die Antriebsarten angeht, beziehen sich bisher 91,6 Prozent aller bewilligten Anträge auf reine Elektroautos und nur 8,4 Prozent auf Plug-in-Hybride. Auf die Erwerbsarten Kauf und Leasing verteilen sich die Anträge ziemlich genau hälftig. Auch der typische Antragsteller wird durch die BAFA-Statistik umrissen: So entfällt über die Hälfte (52,3 Prozent) aller bisherigen, bewilligten Anträge auf die niedrigste Einkommensstufe (zu versteuerndes Haushalt-Jahreseinkommen bis 45.000 Euro). Hintergrund ist, dass die Zuschüsse nach Einkommen und auch nach Anzahl der minderjährigen Kinder im Haushalt gestaffelt sind. Die zwei nachfolgenden Einkommensstufen vereinen nochmals grob 44.000 Anträge auf sich. Die beiden höchsten Stufen sind nicht einmal mehr 3.000. Heißt: Die Förderung kommt durchaus dort an, wo sie soll: Bei Menschen mit eher niedrigem bis mittlerem Einkommen, die sich ohne Subvention womöglich kein neues E-Auto anschaffen würden.

Interessant dabei: Minderjährige Kinder hat die überwiegende Mehrheit der Antragsteller nicht angegeben: Allein rund 65.000 Anträge bzw. zwei Drittel aller Fördernehmer stammen aus „Haushalten ohne förderrelevantes Kind“, wie das BAFA festhält. Damit ist auch klar, dass die volle Förderhöhe von 6.000 Euro von vielen nicht erreicht wird. Das zeigt auch die bisher ausgeschüttete Subventionssumme im Verhältnis zu den bewilligten Anträgen: Im Schnitt ergeben sich 4.418 Euro pro Haushalt, ein leichter Anstieg gegenüber den beiden Vormonatsstatistiken mit 4.380 Euro und 4.350 Euro.

Nähere Details zu den bisher beliebtesten Marken und Modellen der Antragsteller gibt es hier. Mit Leapmotor und BYD sind dabei auch Automarken aus China stark gefragt. Eine Einschränkung der Kaufprämie für Elektroautos aus chinesischer Produktion soll es laut Minister Schneider aber vorerst nicht geben. „Kurzfristige Änderungen am Förderprogramm sind derzeit nicht vorgesehen“, so der SPD-Mann gegenüber der „Auto Motor und Sport“. „Worauf wir uns in der Koalition bereits verständigt haben, ist die Einführung europäischer Wertschöpfungskriterien. Sobald die Bundesregierung entsprechende europarechtskonforme Regelungen erarbeitet hat, werden wir diese in unser laufendes Förderprogramm integrieren“. Damit verweist Schneider auf die zurzeit auf EU-Ebene diskutierten „Made-in-Europe“-Kriterien. Diese abwartende Haltung der aktuellen Regierung ist nicht neu.

Schneider fügt noch hinzu: „Dass sich mehr Menschen als früher für chinesische Fahrzeuge entscheiden, ist ein weltweiter Trend“. Und er sei optimistisch, dass der Marktanteil chinesischer Hersteller begrenzt bleibe. Bei den geförderten Fahrzeugen liege er derzeit zwischen 9 und 17 Prozent, je nachdem, ob man Gemeinschaftsunternehmen als chinesisch werte oder nicht. Gemeint ist damit vor allem Leapmotor International, das Joint Venture von Leapmotor und Stellantis.