Der MG 07 ist in China ab 105.900 Yuan zum Kauf erhältlich. Es handelt sich um einen Liftback mit größeren Ambitionen als der MG4.

MG präsentierte und bewertete sofort den neuen MG 07 auf der Messe in Chengdu. Das Auto kostet ab 105.900 Yuan, das sind etwa 15.600 US-Dollar, und in der obersten elektrischen Ausstattung verspricht es eine CLTC-Reichweite von 845 km sowie ein Ladevermögen von 5C.
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Für den europäischen Leser ist etwas anderes wichtig: MG versucht, sich über die Rolle einer Marke für günstige Kompaktmodelle und Cabrios hinauszuentwickeln, indem es in einen der wettbewerbsintensivsten Segmente des chinesischen Marktes eintritt.
MG 07: sieben Ausstattungsvarianten, BEV und PHEV, Preis niedriger als bei der Vorbestellung
Der MG 07 feierte offiziell auf der Chengdu Auto Show 2026 in sieben Ausstattungsvarianten seine Premiere. Der reguläre Preis liegt zwischen 108.900 und 159.900 Yuan, doch zu Beginn bot die Marke Preise von 105.900 bis 156.900 Yuan an. Dazu kommt noch ein Bonus von 3.000 Yuan bei der Abgabe eines alten Autos.
Das ist wichtiger, als es scheint. Bei der Vorbestellung wurden Preise im Bereich von 125.900 bis 165.900 Yuan genannt, weshalb der endgültige Preis deutlich niedriger ist. Kurz gesagt: MG hat nicht den Premium-Weg gewählt, sondern einen intensiven Preiskampf geführt.
In der Modellreihe gibt es sowohl elektrische als auch Plug-in-Hybrid-Versionen:
Version
Katalogpreis
Hybrid 245 Comfort
108.900 Yuan
Hybrid 245 LiDAR
118.900 Yuan
EV 650 Comfort
116.900 Yuan
EV 610 LiDAR
126.900 Yuan
EV 610 Flagship
136.900 Yuan
EV 845 LiDAR
149.900 Yuan
EV 845 Flagship
159.900 Yuan
MG gibt an, dass die Lieferungen der EV 650-Versionen Ende August beginnen und die der 845-Modelle im Oktober.
Liftback-Karosserie und viel Praktikalität für ein Sedan-Coupe
Der MG 07 ist 4.886 mm lang, 1.900 mm breit, 1.478–1.485 mm hoch und hat eine Radstandlänge von 2.825 mm. Formal gehört er zur Mittelklasse, doch in Bezug auf die Abmessungen richtet sich das Auto an ein höheres Segment als der MG4 und will eindeutig beeindruckender aussehen.
Stilistisch handelt es sich um einen Fastback mit Liftback-Tür, vier türlosen Türen sowie einem elektrisch verstellbaren Spoiler in 5 Positionen. Vorne befindet sich außerdem ein Frunk-Fach mit einem Fassungsvermögen von 168 Litern, hinten bietet der Kofferraum 697 Liter. Für ein Auto mit solch einer Karosseriestruktur ist das wirklich viel.
Ebenfalls vorhanden sind Details, die typisch chinesischen Geschmack sowie Foto-Marketing berücksichtigen: halbversteckte Türgriffe, zweifarbige Räder, gelbe Bremsschläuche sowie ein vollständiger Lichtstreifen hinten. Es sieht etwas wie eine Mischung aus mehreren bekannten Designs aus, ohne jedoch direkt nachgeahmt zu wirken. Und das bedeutet in dieser Klasse bereits etwas.
Elektrische Versionen: 67 oder 91 kWh, 400 V oder 800 V
Am interessantesten ist natürlich das Angebot für BEV-Fahrzeuge. Der MG 07 verfügt über zwei unterschiedliche Technikkonzepte.
Die Spitzenversion EV 845 basiert auf der 800-V-Architektur und nutzt einen CATL-Akku mit einer Kapazität von 91 kWh. Der Hersteller gibt eine Reichweite von 845 km nach CLTC sowie ein Ladevermögen von 5C an. Auf dem Papier klingt das sehr beeindruckend, man sollte jedoch bedenken, dass die CLTC-Werte deutlich optimistischer sind als die WLTP-Werte – in Europa würde diese Zahl daher erheblich niedriger ausfallen.
Die günstigeren Varianten 610 und 650 verwenden Akkus mit einer Kapazität von 67 kWh. Hier wird es interessant, denn nicht alle Varianten sind identisch. Laut Daten vom chinesischen Markt verfügen die 610-km-Versionen über halbflüssige Akkus von Qingtao, während die anderen elektrischen Varianten entweder LFP-Zellen von CATL oder Pakete vom mit SAIC verbundenen Lieferanten Qingtao Energy nutzen. Die chinesischen Beschreibungen sind an dieser Stelle nicht ganz konsistent, doch das Wesentliche ist klar: MG testet in einem Modell mehrere Chemiekonzepte sowie verschiedene Lieferanten.
Das könnte wichtiger sein als die reine Katalogreichweite. Wenn das Semi-Solid-Modell tatsächlich in die Serienversion des 610 kommt, dann macht MG aus dieser Technologie mehr als nur eine Show auf einem Slide.
Der Antrieb der Vorderachse bietet je nach Version 176 kW oder 235 kW Leistung, bei Drehmomenten von jeweils 300 Nm und 350 Nm. Es gibt hier noch keinen Wettbewerb um Rekordzeiten von 0-100 wie bei Xiaomi oder Zeekr. MG setzt eher auf eine Kombination aus Leistung, Preis und Ausstattung.

Ein Plug-in-Hybrid mit 245 km Reichweite im Elektromodus ist im Grunde schon fast ein EREV – ohne diese Bezeichnung.
Der zweite Schwerpunkt des Angebots ist der PHEV. Und es handelt sich dabei nicht um den klassischen, europäischen Plug-in-Hybrid mit Batterie für Fahrten zur Arbeit, sondern um die chinesische Variante mit einem wirklich großen Ausstattungspaket und starkem Fokus auf den elektrischen Betrieb.
Der MG 07 PHEV verfügt über einen 1,5-Liter-Benzinmotor mit einer Leistung von 82 kW sowie über einen Elektromotor mit einer Leistung von 152 kW. Der Hersteller gibt eine elektrische Reichweite nach CLTC von 245 km, eine Gesamtreichweite nach CLTC von 1.745 km sowie einen Kraftstoffverbrauch von 2,91 l/100 km nach Entladung der Batterie an.
Natürlich müssen diese Werte mit einer Korrektur interpretiert werden. Die 245 km nach CLTC entsprechen nicht den Bedingungen in Polen, genauso wenig wie die 1.745 km eine Verletzung der Physik bedeuten. Doch selbst nach Abzug des chinesischen Optimismus ist dieses Plug-in-Auto weitaus nützlicher als die meisten heute in Europa verkauften PHEV.
Kurz gesagt: Es handelt sich um ein Auto für einen Markt, der Übergangsversionen der Elektrifizierung sehr schätzt, aber hauptsächlich mit Strom fahren möchte.
LiDAR, Momenta und ein Innenraum der höheren Klasse
Der MG 07 ist außerdem das erste Modell der Marke mit LiDAR und das erste, das ein Fahrassistenzsystem auf der Momenta R7-Plattform nutzt. Für die Verarbeitung ist außerdem der für große KI-Modelle konzipierte X7-Chip zuständig.
Hier muss man einen kühlen Kopf bewahren. Ein LiDAR im Auto für knapp 24.000 US-Dollar sieht in der Übersicht gut aus, doch der Sensor allein macht Autonomie noch nicht möglich. In China werden solche ADAS-Pakete schnell günstiger und werden zu einem Bestandteil des Ausstattungswettbewerbs.
Auch im Innenraum zielt der MG 07 höher als die bisherigen Modelle der Marke. Es gibt ein 15,6-Zoll-2.5K-Display, ein Cockpit auf Basis des Qualcomm 8295P-Chips, das Inspiration OS-Informations- und Unterhaltungssystem sowie ein 21-Lautsprecher-Audio-System im 7.1.4-Format, einen Sitz für den Beifahrer im Nullschwerkraftstil, Heizung und Belüftung der Sitze, ein panoramatisches Dach mit EC-Dunkelungsfunktion und eine aktive MCDC-Federung.
Es klingt luxuriös, weil es so klingen soll. In China ist es heutzutage ohne das schwierig, einen Kunden für ein Limousinenmodell bei diesem Preis zu gewinnen.
MG tritt dort an, wo die Konkurrenz keinen Yuan nachlässt
Der MG 07 hat keine leichte Aufgabe. Das Modell tritt in einen Segment ein, in dem bereits starke Konkurrenten wie der BYD Seal 07 DM-i und der Lynk & Co 07 EM-P vertreten sind. Es handelt sich dabei weder um eine Nische noch um ein Segment, in dem man ein Auto allein durch das Logo verkaufen kann.
Deshalb sind zwei Dinge besonders interessant. Erstens wurde der Preis im Vergleich zur Vorbestellphase gesenkt. Zweitens vereint der MG 07 in einem Modell alles, was ein chinesischer Kunde heute erwartet: einen großen Bildschirm, LiDAR, eine große Reichweite, ein Plug-in mit großer Batterie sowie ein modisches Liftback-Design.
Die Marke hat auch ein eigenes Imageproblem. In China wird MG heute hauptsächlich mit dem MG4 und dem Cyberster in Verbindung gebracht. Das erste ist ein vernünftiger Elektrofahrzeug, das zweite eher ein Konzeptfahrzeug. Der MG 07 soll etwas dazwischen sein – also ein eher volkstümliches Auto mit Ambitionen.
Für Europa und Polen ist das ein Zeichen dafür, dass SAIC nicht nur Lieferant von Kompakt- und Crossover-Fahrzeugen sein möchte. Wird der MG 07 in die EU kommen? Derzeit gibt es dazu keine Bestätigung, aber die Richtung ist klar. MG erweitert sein Angebot in Segmenten, die in Europa weiterhin Kunden haben – vorausgesetzt, der Preis bleibt angemessen.
Gleichzeitig muss man auch die andere Seite der Medaille bedenken. Versionen mit 845 km CLTC-Autonomie, einer Ladeleistung von 5C sowie umfangreichen ADAS-Funktionen klingen großartig, doch erst die europäische Homologation, der tatsächliche Verbrauch und die wirklichen Ladekurven werden zeigen, wie viel davon außerhalb der chinesischen Broschüre übrig bleibt.
Der MG 07 sieht also aus wie ein Auto, das speziell für das heutige China entwickelt wurde, doch mit Eigenschaften, die auch Europa interessieren könnten, sofern SAIC die Zölle, die Produktion und den Endpreis richtig kalkuliert. Und Sie – würden Sie lieber in Europa einen MG 07 als BEV mit 800 V sehen oder eher als Plug-in-Modell mit großer Batterie?