Mercedes zieht zurück: Das günstigste Auto des Herstellers wird tatsächlich schon bald eine neue Hybrid- und Elektroversion erhalten.

14/09/2026 14:00
Aufgeführt am
14/09/2026 14:00
Der Mercedes Clase A schien bis vor einigen Monaten dazu verdammt zu sein, aus dem Sortiment des deutschen Herstellers zu verschwinden. Die in den letzten Jahren angekündigte Strategie bestand darin, die Anzahl der kompakten Modelle zu reduzieren und sich auf Fahrzeuge mit höherem Gewinnpotenzial zu konzentrieren, während der neue Mercedes CLA einen großen Teil des bisher von dem kompakten Modell eingenommenen Raums übernahm. Allerdings soll Mercedes seine Meinung geändert haben und arbeitet bereits an einer neuen Generation.
Laut Berichten einiger deutscher Medien, die sich auf Quellen des Unternehmens beziehen, wird der nächste Clase A Ende 2028 auf den Markt kommen. Zudem wird er eine wichtige Besonderheit aufweisen: Er wird sowohl als 100% elektrisches Auto als auch mit durch Hybridtechnologie elektrifizierten Verbrennungsmotoren erhältlich sein. Mercedes hat diese Pläne noch nicht offiziell bestätigt, doch das Projekt würde die Lebensdauer eines seiner Einstiegsmodelle verlängern – obwohl bis vor Kurzem alles genau in die entgegengesetzte Richtung wies.

Der Clase A sollte verschwinden, doch Mercedes zieht zurück
Die aktuelle Generation des Mercedes Clase A wurde 2018 auf den Markt gebracht, wobei die Produktion ursprünglich bis 2026 geplant war. Mercedes entschied sich anschließend, sie bis 2028 zu verlängern – ein erstes Zeichen dafür, dass weiterhin ausreichend Nachfrage nach dem Modell bestand. Nun soll das Unternehmen noch einen Schritt weiter gegangen sein, indem es direkt eine neue Generation genehmigte.
Hinter diesem Wandel steht genau die Nachfrage nach relativ erschwinglichen Autos innerhalb der Mercedes-Modellpalette. L'Automobile weist darauf hin, dass der Hersteller festgestellt hat, dass viele Kunden weiterhin nach einem Modell unter dem CLA suchen, und dass ein vollständiger Verzicht auf diese Kategorie zu großen Lücken zwischen dem Einstiegsmodell der Marke und ihren hochwertigeren Produkten führen könnte. Die Entscheidung passt auch zu einer flexibleren Strategie, bei der Mercedes beabsichtigt, unterschiedliche Antriebstechnologien über einen längeren Zeitraum anzubieten.
Die neue Generation würde die Plattform „Mercedes-Benz Modular Architecture“, besser bekannt als „MMA“, nutzen, die mit dem neuen CLA eingeführt wurde. Diese Architektur ist hauptsächlich um die elektrische Antriebstechnik konzipiert, ermöglicht aber auch den Einbau hybrider Systeme mit Verbrennungsmotor. Dadurch könnte Mercedes die beiden Varianten der Klasse A auf derselben Basis entwickeln, ohne völlig unabhängige Architekturen benötigen zu müssen.

Die neue Klasse A wird die Technologie des elektrischen CLA nutzen
Auch wenn es noch keine Spezifikationen für den zukünftigen A-Klasse gibt, lässt sich am CLA bereits ein Großteil der Technologien erkennen, die er verwenden könnte. Seine elektrische Version nutzt eine 800-Volt-Architektur, verfügt über Batterien mit einer nutzbaren Kapazität von bis zu 85 kWh und kann in seinen effizientesten Ausstattungen eine Reichweite von über 700 km erreichen. Zudem unterstützt er Ladeleistungen von bis zu 320 kW, mit denen er in etwa 10 Minuten am Ladegerät Hunderte von Kilometern an Reichweite wieder aufbauen kann.
Das bedeutet nicht, dass das zukünftige Modell der Klasse A genau diese Werte erreichen wird. Ein kleineres und günstigeres Modell könnte zur Kostensenkung Batterien mit geringerer Kapazität sowie unterschiedliche mechanische Konfigurationen verwenden. Die MMA-Plattform eröffnet jedoch die Möglichkeit, dass Mercedes Technologien, die ursprünglich für den CLA und andere Modelle dieser neuen Generation entwickelt wurden, auf sein kompaktes Fahrzeug überträgt.
Auch die Alternative Mild Hybrid sollte eng mit der derzeit im CLA angebotenen Variante verbunden sein. Letzterer verwendet einen 1,5-Liter-Benzinmotor in Kombination mit einem kleinen Elektromotor, der in ein 8-Gang-Elektrogetriebe sowie eine 48-Volt-Batterie integriert ist. Auch hier gibt es keine Bestätigung dafür, dass der Classe A genau diese Konfiguration nutzen wird, obwohl die gemeinsame Architektur es ermöglichen würde, einen Großteil der Komponenten wiederverzuenden.

Er könnte Ende 2028 auf den Markt kommen und in Ungarn hergestellt werden
Eine weitere wichtige Veränderung würde die Produktion betreffen. Der derzeitige Clase A wird unter anderem in Rastatt, Deutschland, hergestellt, doch das zukünftige Modell könnte nach Kecskemét, Ungarn, verlegt werden. Mercedes erweitert diese Anlage erheblich, und geringere Arbeitskosten würden es ermöglichen, die Rentabilität eines Autos aus der unteren Kategorie seines Sortiments zu verbessern.
Diese Entwicklung ist im Rahmen der jüngsten Strategie von Mercedes besonders bedeutsam. Im Jahr 2022 kündigte das Unternehmen an, sein kompaktes Modellangebot von sieben auf vier Modelle reduzieren und stärker auf die höheren Segmente setzen zu wollen. Die neue Familie hat bereits den CLA als zentrales Element und wird weiter erweitert, doch das mögliche Überleben des Clase A zeigt, dass der Rückzug der günstigeren Modelle vielleicht nicht so weitreichend sein könnte, wie erwartet.
Falls die Informationen zutreffen, wird der aktuelle Clase A somit eine außergewöhnlich lange Markteinsatzdauer haben, bevor er abgelöst wird. Sein Nachfolger würde gegen Ende des Jahres 2028 erscheinen, und Mercedes würde weiterhin etwas behalten, von dem man annahm, es werde aufgegeben: ein traditionelles Kompaktmodell unterhalb des CLA. Der große Unterschied wird darin liegen, dass der Clase A erstmals als reines Elektrofahrzeug oder Mild-Hybrid-Version erhältlich sein könnte, wodurch Mercedes beide Technologien beibehalten kann, während es prüft, in welche Richtung die europäische Nachfrage tatsächlich entwickelt sich.