Mazda meldet den Namen MX-6e zum Patent an und bereitet so den Weg für die Einführung eines 100% elektrischen „Miata“.

07/09/2026 16:00
Aktualisiert am
07/09/2026 16:00
Die Wiederbelebung historischer Bezeichnungen steht erneut im Mittelpunkt der Industriestrategie des Herstellers aus Hiroshima. Mazda hat die Registrierung der Handelsmarke MX-6e bei den Patentbehörden in Europa sowie auf anderen internationalen Märkten, wie in den Vereinigten Staaten, formal beantragt. Der Antrag fällt unter Klassengruppe 12 der Nizza-Klassifikation, die speziell für Landfahrzeuge und Automobile vorgesehen ist.
Diese Maßnahme stellt keine einfache Verfahrensweise zum Schutz der Identität von nicht mehr gebräuchlichen Bezeichnungen dar. Der japanische Hersteller, wie viele andere auch, legt in der Regel seine Strategien bereits im Voraus durch solche Registrierungen fest und verbindet in diesem Fall die traditionellen Abkürzungen seiner zweitürigen Sportmodelle mit einem Suffix, das eindeutig auf die Elektrifizierung des Antriebsstrangs hinweist.
Das mechanische Erbe des Coupés mit Allradantrieb

Zum Verständnis des Gewichts des Projekts ist es sinnvoll, die Ursprünge des ursprünglichen MX-6 zu betrachten, der zwischen 1987 und 1997 hergestellt wurde. Dieses Modell entstand als sportliches Coupé mit Frontantrieb, das auf der Plattform des Sedans 626 basiert und ein Gleichgewicht zwischen Dynamik und Komfort anstrebt. Die zweite Generation hob die Standards, indem sie einen 2,5-Liter-V6-Motor sowie ein fortschrittliches mechanisches Allradlenksystem einführte – eine Lösung, die in seinem Segment äußerst ungewöhnlich ist.
Die Wiederbelebung des Präfixes MX steht in direktem Zusammenhang mit dieser Philosophie fahrorientierter Fahrzeuge wie dem beliebten Mazda MX-5, aber auch mit dem weniger erfolgreichen Mazda MX-30. Allerdings dient die Registrierung der Bezeichnung als Eigentumsreservierung und gibt derzeit keine detaillierten technischen Angaben zum Fahrzeug preis, wodurch die Möglichkeit von hybriden Konfigurationen mit Wärmehilfe oder rein batteriebetriebenen Systemen offen bleibt.
Konstanz in der elektrischen Nomenklatur der Marke
Das Erscheinen des Buchstabens e am Ende der Bezeichnung folgt einem in dem internationalen Katalog des japanischen Herstellers etablierten Muster. Mazda hat bereits den elektrischen Limousinenmodell Mazda6e auf dem europäischen Markt eingeführt und den Crossover Mazda CX-6e im Rahmen seiner Modellreihe vorgestellt, die ausschließlich von Batterien angetrieben wird. Dabei handelt es sich um Modelle, die direkt von ihrem Geschäftspartner in China, Changan, abgeleitet sind.
Das Hinzufügen dieses Suffixes zum MX-6 würde darauf hindeuten, dass das zukünftige Sportmodell ein elektrifiziertes Antriebsstrangsystem einführen wird, ohne auf das niedrige Schwerpunktverhältnis sowie die Masseverteilung zu verzichten, die die Coupé-Karosserien auszeichnen. Informationen aus Japan deuten zudem auf die zusätzliche Registrierung der Abkürzung MX-7e hin, was auf eine schrittweise Entwicklung von Sportwagen in den kommenden Jahren hindeutet.
Neue Architekturen und die Perspektiven der Leichtsportwagen
Die Planungen für den MX-6e stimmen mit den Aussagen des Firmenchefs Masahiro Moro überein, der bestätigt hat, dass die derzeit für die nächste Generation des MX-5, den „Miata“, entwickelte Plattform darauf ausgelegt sein muss, Antriebskonzepte ohne Verbrennungsmotor zu unterstützen – auch wenn das Projekt derzeit für das Unternehmen keine Dringlichkeit darstellt. Hinzu kommt die Weiterentwicklung des Prototyps Iconic SP, der als kompakter Sportwagen mit einem elektrischen Antriebssystem in Kombination mit einem zweirotorigen Rotormotor konzipiert ist. Beide Entwicklungswege zeigen, dass das Unternehmen aktiv daran arbeitet, die mechanische Architektur sowie die Komponentenaufteilung seiner Sportwagen für das Zeitalter der Elektrifizierung zu definieren.