Maxus macht’s Maxi: SAIC-Marke bringt elektrischen 42-Tonnen-Lkw nach Europa

Maxus, in Europa bislang nur als Anbieter von Transportern und Pick-ups bekannt, erweitert sein Portfolio auf dem Kontinent deutlich: Auf der IAA Transportation zeigen die Chinesen einen leichten E-Lkw für die 7,5-Tonnen-Klasse sowie einen vollelektrischen 42-Tonner. Hinzu kommt ein autonomer RoboVan.
Elektrische Sattelzugmaschine Maxus eDeliver 420L
Bild: Maxus
Mit einer massiven Erweiterung seines Portfolios vollzieht Maxus den strategischen Schritt vom bisherigen Fokus auf klassische Transporter wie eta den vollelektrischen eDeliver 5 und Pick-ups wie den eTerron 9 hin zu einer fast lückenlosen Bandbreite für Transportunternehmen. Die Marke aus dem chinesischen SAIC-Konzern deckt somit in Europa künftig fast das gesamt Spektrum vom urbanen Lieferfahrzeug bis hin zum schweren 42-Tonnen-Elektro-Lkw ab. Einzige Lücke noch: Ein mittelschwerer E-Lkw zwischen 7,5 und 18 Tonnen.
Maxus eDeliver 420L mit 615-kWh-Akku
Starten wir mit der größten und schwesten Neuheit, die Maxus zur IAA Transportation (Halle 13, Stand E90) in Hannover mitgebracht hat: Als europäische Premiere stellt Maxus erstmals einen rein elektrischen 42-Tonnen-Lkw vor. Beim eDeliver 420L handelt es sich um eine Sattelzugmaschine, die auf der modularen AILink-Architektur basiert und konsequent auf maximale Effizienz im Fernverkehr ausgelegt ist. Ein intelligentes Energiemanagement mit einer 5-Stufen-Rekuperation optimiert den Energieverbrauch pro Tonnenkilometer massiv.
Für die nötige Langstreckentauglichkeit sorgt eine 615-kWh-Hochvoltbatterie von CATL, die laut Hersteller auf eine extrem hohe Lebensdauer von bis zu 1,5 Millionen Kilometern ausgelegt ist. Eine Reichweitenangabe macht Maxus bislang nicht. Am Schnelllader lässt sich der schwere Akku innerhalb von nur 25 Minuten von 20 auf 80 Prozent State of Charge (SoC) nachladen. Damit fügt sich das Ladekonzept nahtlos in die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten von Berufskraftfahrern ein. Auch beim Arbeitsschutz setzt Maxus neue Maßstäbe: Die neu gestaltete Fahrerkabine erfüllt die strengen Crash-Sicherheitsanforderungen nach ECE R29 V3.0 und verschiebt sich bei einer Kollision im Ernstfall um 500 Millimeter nach hinten, um die Insassen optimal zu schützen.
eDeliver 75: Fahrgestell für 7,5-Tonnen-Klasse
Neben dem schweren Straßengüterverkehr schließt Maxus die Lücke zwischen leichten E-Transportern und mittelschweren E-Lkw. Die Deutschlandpremiere des vergangenes Jahr bereits in UK eingeführteneDeliver 75 markiert den Markteintritt in die hart umkämpfte 7,5-Tonnen-Fahrgestellklasse für den urbanen Verteiler- und Kommunaleinsatz. Ausgestattet mit einer 120-kWh-Batterie erzielt der leichte E-Lkw eine WLTP-Reichweite von bis zu 250 Kilometern. Die DC-Schnellladeleistung von bis zu 120 kW ermöglicht ein Wiederaufladen von 20 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten. Mit einer Fahrgestell-Nutzlast von bis zu 4.590 Kilogramm und einem integrierten elektrischen Nebenabtrieb (ePTO) bietet Maxus Aufbauherstellern maximale Flexibilität für maßgeschneiderte Branchenlösungen.

Für die Zukunft der fahrerlosen City-Logistik zeigt Maxus zudem den autonom auf Level 4 agierenden RoboVan. Das auf der proprietären SAIC-Automatisierungstechnologie basierende Konzept hat laut Unternehmen in realen Erprobungen bereits über 10 Millionen unfallfreie Kilometer absolviert. Ausgerüstet mit drei LiDAR-Sensoren und elf Kameras navigiert der Transporter selbstständig durch urbane Zonen und bietet bis zu 1.500 Kilogramm Nutzlast sowie über sechs Kubikmeter Ladevolumen.
Bidirektionales Laden und mehr Service von Maxus
Zusätzlich demonstriert Maxus auf dem Messestand die Integration von bidirektionalen Ladelösungen (V2X). Anhand praktischer Pilotprojekte zeigt der E-Mobilitätsexperte Henk Meiborg täglich in einer Live-Vorführung, wie gewerbliche Elektrofahrzeuge als aktive, gebündelte Energiespeicher agieren können. Durch das intelligente Zusammenspiel mit zertifizierten DC-Smart-Chargern gelingt es Flottenbetreibern, Lastspitzen in Gebäuden abzufangen und gleichzeitig aktiv zur Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes beizutragen.
Daneben präsentiert sich Maxus mit dem Motto „Maximize your business“ auf der Branchenmesse in Hannover als integrierter Partner für nachhaltige Logistik. Flankiert wird diese Evolution vom massiven Ausbau der deutschen Serviceinfrastruktur. Um den gewachsenen Anforderungen von Flottenbetreibern gerecht zu werden, wächst das Servicenetzwerk bis Ende 2026 auf insgesamt 170 Standorte an. Maxus-Deutschlandchef Utz Rachner: „Dieser strategische Schritt stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Marke auf dem deutschen Markt dar und verfolgt ein klares Ziel: Kundenservice, Ersatzteilversorgung und Unterstützung für Flotten- und Händlerpartner so kundenorientiert, schnell und effizient wie möglich zu gestalten.“
_Quelle: per Mail_