Maxus lässt die Transporter hinter sich: Es hat soeben ein 42 Tonnen schweres Elektrofahrzeug nach Europa gebracht, das seine Strategie völlig verändert.

14/09/2026 16:30
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14/09/2026 16:30
Die Elektrifizierung des Gütertransports führt chinesische Hersteller in ein Gebiet, das weit über den Elektrotourismus hinausgeht. SAIC möchte diese Veränderung nutzen, um die Rolle von Maxus in Europa auszubauen – einer Marke, die bislang den Großteil ihrer Aktivitäten auf Lieferwagen, leichte Nutzfahrzeuge und Pick-ups konzentriert hat.
Die IAA Transportation in Hannover diente als Bühne, um diesen Skalenerweiterungsschritt zu präsentieren. Zu den Neuheiten gehört ein 42 Tonnen schwerer Elektro-Lkw mit einer Batteriekapazität von 615 kWh, ergänzt durch ein Modell mit 7,5 Tonnen sowie ein autonomes Fahrzeug für den städtischen Lieferverkehr. Mit diesen Produkten beginnt Maxus, ein Sortiment aufzubauen, das vom letzten Meilenabschnitt bis zum schweren Straßentransport reicht.

Ein 42-Tonnen-Lkw mit einer Batterie von 615 kWh
Das Spitzenmodell in dieser neuen Serie ist der Maxus eDeliver 420L, ein Schlepper, der auf der modularen AILink-Architektur entwickelt wurde. Sein Elektriksystem verfügt über eine CATL-Batterie mit 615 kWh Kapazität sowie fünf Regenerationsstufen, wobei das Unternehmen noch keine offiziell zertifizierte Reichweite angegeben hat. Es wird jedoch eine voraussichtliche Lebensdauer der Batterie von bis zu 1,5 Millionen Kilometern angegeben.
Einer seiner wichtigsten Vorteile liegt gerade in der Aufladung. Maxus behauptet, dass der eDeliver 420L seinen Akku in etwa 25 Minuten von 20 % auf 80 % aufladen kann – eine Zahl, die insbesondere für ein Fahrzeug von Bedeutung ist, das die Ladepausen in den Arbeitszeiten sowie die vorgeschriebenen Pausen im professionellen Transport berücksichtigen muss. Zudem erfüllt die Fahrerkabine die Sicherheitsanforderungen nach ECE R29 V3.0 und kann bei einem Aufprall um 500 Millimeter nach hinten bewegt werden, um den Schutz der Insassen zu erhöhen.
Auch möchte das Unternehmen seine Offensive nicht auf den Langstreckentransport beschränken. Der eDeliver 75 deckt das Gewichtssegment von 7,5 Tonnen ab und verfügt über eine LFP-Batterie mit 120 kWh sowie einen Elektromotor mit 150 kW, was 204 PS entspricht. Die in Spanien vermarktete technische Spezifikation gibt eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern nach WLTP im kombinierten Zyklus mit Ladung sowie 300 Kilometern in der Stadt an. Zudem ist er für schnelles Laden mit 120 kW fähig, wodurch von 20 % auf 80 % in etwa 30 Minuten geladen werden kann.
Von der Stadtlieferung bis zu selbstfahrenden Fahrzeugen
Der eDeliver 75 spiegelt außerdem Maxus’ Absicht wider, in Bereiche vorzudringen, die spezielle Konfigurationen erfordern. In seiner kurzen Kampfversion kann er eine Nutzlast von über 4.500 kg tragen, verfügt über einen elektrischen Antriebsstrang ePTO mit bis zu 100 kW Leistung und bietet eine Zugkraft von 3.500 kg. Das Modell ist bereits Teil der spanischen Maxus-Modellreihe, wodurch diese Erweiterung auf Fahrzeuge mit höherem Gewicht nicht nur auf den chinesischen Markt beschränkt ist.

Zu dieser Serie gehört außerdem der RoboVan, ein logistisches Fahrzeug mit Automatisierungsstufe 4, das auf der autonomen Fahrtechnologie von SAIC entwickelt wurde. Es verfügt über drei LiDAR-Sensoren und elf Kameras, hat einen Ladevolumen von mehr als sechs Kubikmetern und kann bis zu 1.500 kg transportieren. Laut den von dem Unternehmen bereitgestellten Daten hat die in diesem Projekt eingesetzte Technologie bereits mehr als 10 Millionen Kilometer an echten Testfahrten ohne Unfälle absolviert.
Maxus nutzt Hannover ebenfalls, um V2X-Dreirichtungs-Ladelösungen vorzustellen, mit denen die Batterien seiner Nutzfahrzeuge in an Gebäude oder das Stromnetz angebundene Speichersysteme umgewandelt werden können. Die Strategie wird durch eine Erweiterung seiner After-Sales-Infrastruktur in Deutschland abgerundet, sodass bis Ende 2026 insgesamt 170 Standorte vorhanden sein werden. Damit bereitet SAIC den Weg dafür, dass Maxus nicht mehr nur auf dem europäischen Markt für Elektro-Lkw konkurriert.