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Maserati bereitet zwei Elektrofahrzeuge mit Huawei und JAC vor. Die Rettung soll aus China kommen, aber mit italienischer Montage.

Maserati bereitet zwei Elektrofahrzeuge mit Huawei und JAC vor. Die Rettung soll aus China kommen, aber mit italienischer Montage.

Maserati muss bereits einen Plan für zwei neue Elektromodellreihen entwickeln, die gemeinsam mit Huawei und JAC geschaffen werden sollen. Es geht um ein großes GT-Modell sowie einen mittelgroßen SUV, wobei das erste auf die Straße kommen soll – genauer gesagt das GT-Modell. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die italienische Marke weniger nach Prestige strebt als vielmehr nach drastischen Kostensenkungen.

Laut Auto Time, einer Zeitschrift von 36Kr, möchte Maserati chinesische Technologie und Fertigungsmethoden nutzen, um aus dem sehr schlechten Verkaufstief herauszukommen. Der Plan beinhaltet einen elektrischen SUV im mittelgroßen bis großen Segment sowie ein großes elektrisches GT-Modell. Der SUV soll das Angebot neben dem Grecale Folgore ergänzen, während das GT-Modell die Position der Marke dort stärken soll, wo heute der GranTurismo Folgore steht.

Bislang wurden weder konkrete Markteinführungsdaten noch Informationen über die Unterzeichnung eines endgültigen Geschäftsabkommens bekannt gegeben. Es gibt also einen Fahrplan, aber noch keinen konkreten Zeitpunkt für die Markteinführung.

China stellt die Karosserie her, die Italiener erledigen den Rest

Das Interessanteste an all dem ist das Produktionsschema. Maserati will auf SKD setzen, also halbfertige Autos. Die Karosseriestrukturen vom Typ Body-in-White sollen in Hefei in China hergestellt werden, bevor die Autos nach Italien gebracht werden, um dort das luxuriöse Interieur einzubauen und anzupassen.

Das Ziel ist einfach: Die Kosten senken und gleichzeitig das Premium-Image beibehalten. Gleichzeitig könnte die Marke ihre Werke in Cassino und Modena besser nutzen. Klug – und ziemlich ehrlich, wenn man bedenkt, wie teuer die Entwicklung einer eigenen Plattform für eine Nischenmarke heutzutage ist.

Maserati möchte außerdem mehr Kontrolle über den Exportmarkt haben. Zu den ersten Zielmärkten zählen der Nahe Osten, Italien, Frankreich und Deutschland. Aus unserer Sicht bedeutet das, dass ein Einstieg in Europa im Falle einer Umsetzung des Projekts nicht nur theoretisch möglich wäre.

Hintergrund ist einfach: Verkaufsrückgang, Verluste steigen

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Thema der Zusammenarbeit zwischen Maserati und chinesischen Unternehmen aufkommt. Schon am 13. Mai 2026 berichtete Yunjian Insight, dass Huawei, JAC und Stellantis über eine gemeinsame Entwicklung von Fahrzeugen neuer Energiearten sprechen. In diesem Szenario sollte Huawei für die Produktdefinition und Schlüsseltechnologien verantwortlich sein, JAC für Ingenieurwesen und Produktion sowie Maserati für das Design und die Markenunterstützung.

In der chinesischen Version sollten die Fahrzeuge unter der Marke Maextro vermarktet werden, während sie außerhalb Chinas das Maserati-Emblem tragen würden. Im Mai wurde sogar von einer Serienproduktion in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 gesprochen.

Der Druck ist groß, denn die Zahlen von Maserati sehen schlecht aus. Im Jahr 2025 fielen die weltweiten Lieferungen unter 8.000 Fahrzeuge – das sind mehr als 80 Prozent weniger im Vergleich zum Höchststand von 2017. Die Marke verzeichnete außerdem einen bereinigten operativen Verlust von 198 Millionen Euro sowie eine Marge von minus 27,3 Prozent. Sehr schlecht.

Huawei und JAC starten nicht von Null aus, denn ihre Marke Maextro ist bereits in China im Rahmen von HIMA tätig. Das erste Modell, der S800, wurde im Mai 2025 vorgestellt, und im August 2026 kamen dazu die mit Range Extender ausgestatteten Vans V680 und V800.

Falls dieses Konzept erfolgreich ist, erhalten wir sehr teure italienische EVs mit chinesischem Rahmen und Elektronik. Die Frage ist, ob die Kunden von Maserati einen solchen Kompromiss kaufen werden oder darin eher eine verspätete Reaktion auf die Krise sehen.

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