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MAN zeigt, dass Diesel gerade seinen Vorteil verloren hat. 35 % der eHDV-Zulassungen bis zum Ende des Jahrzehnts

MAN zeigt, dass Diesel gerade seinen Vorteil verloren hat. 35 % der eHDV-Zulassungen bis zum Ende des Jahrzehnts

Laut dem neuesten Bericht von MAN Truck & Bus SE in Zusammenarbeit mit dem McKinsey Center for Future Mobility sind elektrische Lastwagen (eHDV) kein Wunschtraum, sondern ein echtes Mittel zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen. Der Hersteller ist der Ansicht, dass die Gesamtbetriebskosten (TCO) dieser „Elektro-Lastwagen“ denen von Dieselfahrzeugen entsprechen, und der Anteil von BEV an neuen Lastwagenregistrierungen in der EU könnte bis Ende des Jahrzehnts 15 bis 35 Prozent erreichen. Elektrische Lastwagen verringern die Emissionen schädlicher Stoffe erheblich, und der Wettbewerbsvorteil entsteht durch die Ladeinfrastruktur – so betonen die Autoren der Studie.

Kurz gesagt:

Elektrische Lastwagen (eHDV) sind ein echtes Mittel zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen – so geht es aus dem neuesten Bericht von MAN und McKinsey hervor.

Die Gesamtbetriebskosten (TCO) dieser „Elektro-Lastwagen“ entsprechen denen von Dieselfahrzeugen.

Der Anteil von BEV an neuen Lkw-Registrierungen in der EU könnte bis Ende des Jahrzehnts zwischen 15 und 35 Prozent liegen

Laut den Autoren der Studie liegt der Wettbewerbsvorteil nicht in der Anzahl der Lkw, sondern in der Schaffung von Infrastruktur – Energiespeichern, Ladestationen und intelligenten Ladeystemen

MAN: Die Unternehmen transformieren sich bereits

In der europäischen Schwerlastverkehrswelt beginnt eine Ära, die den Markt über mehrere Generationen hinweg neu definieren wird. MAN Truck & Bus SE hat in Zusammenarbeit mit dem McKinsey Center for Future Mobility einen Bericht mit dem Titel „Beyond Diesel“ veröffentlicht, in dem eine kühne, aber datengestützte These vertreten wird: Elektrische Lkw haben bereits das Kostenniveau von Diesel erreicht, und der wirtschaftliche Vorteil von BEV-Lkw wird mit jedem Jahr größer. Wie im Dokument heißt es: „Elektrische Lkw sind für den täglichen Einsatz bereit. Unternehmen, die jetzt mit der Umstellung beginnen, können dies in einen kostentechnischen, ökologischen und geschäftlichen Vorteil umsetzen.“ – so die Analysten.

TCO: Der Unterschied von einem Cent und der enorme Einfluss der Politik

Automotive World weist auf den entscheidenden Teil des Berichts hin, nämlich im Basismodell, das fünf Lastwagen sowie eine jährliche Fahrleistung von 100.000 km umfasst: Der TCO-Wert für Diesel beträgt 108 Eurocent/km, bei BEV hingegen 109 Eurocent/km. Der Unterschied ist somit nur symbolisch, doch das ist lediglich ein Ausgangspunkt.

Eine weitere wichtige Schlussfolgerung lautet: Die Straßenbenutzungsgebührenpolitik bestimmt den Vorteil der BEV. Der Bericht betont, dass „es geschätzt wird, dass die Abschaffung der Unterschiede in den Gebühren für Fahrzeuge mit Dieselmotor und Elektrofahrzeuge zu einer Verringerung der Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich der Gesamtbesitzkosten von Elektrofahrzeugen um 7,5 Prozentpunkte führen wird“. Mit anderen Worten: Wenn die Staaten die Vorteile für Elektroautos aufheben, verschwindet der Kostenvorteil sofort.

Fallstudien: Der Vorteil der BEV bereits heute

MAN zeigt drei Unternehmen, die verschiedene Phasen der Elektrifizierung durchlaufen haben. Es handelt sich um das Betonwerk Bad Lausick und Schlager Transport Logistik. Das erste Unternehmen ist ein Betreiber, der bereits 11 bis 50 Prozent seiner Flotte mit BEV-Fahrzeugen ausstattet, bei dem der TCO-Vorteil gegenüber Dieseln bei 9 Prozent liegt und nach vollständigem Umstieg auf das „BEV System Operator“-Modell auf 13 Prozent ansteigen soll. Das Unternehmen nutzt Photovoltaikanlagen (1,8 MW), Energiespeicher sowie 400 kW starke Lader, was es ihm ermöglicht, die Energiekosten auf ein für Konkurrenten unerreichbares Niveau zu senken.

Schlager Transport Logistik (aus Österreich) – hier arbeitet wiederum mehr als die Hälfte der Flotte mit Batterien, und der Betreiber erzielt bereits heute einen 7-prozentigen TCO-Vorteil. Schlager lädt 95 Prozent der Energie in der Basis auf, wobei PV-Anlagen mit einer Leistung von 765 kWp sowie ein Speicher mit 1,6 MWh genutzt werden. MAN betont, dass „allein die Energiekosteneinsparungen im Laufe der Leasingzeit 2 Millionen Euro übersteigen“ – die Einsparungen bei der Energie selbst überschreiten in fünf Jahren 2 Mio. Euro, so der Bericht.

Emissionen: 71 Prozent weniger CO₂ heute, 81 Prozent im Jahr 2030.

Auch der Bericht lässt keinen Zweifel zu: Elektro-Lkw sind nicht nur im Betrieb günstiger, sondern verringern auch die Emissionen erheblich. MAN berechnet, dass BEV die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus um 71 Prozent gegenüber Dieselfahrzeugen reduzieren, und mit der Dekarbonisierung der europäischen Energieversorgung wird dieser Wert bis 2030 auf 81 Prozent steigen.

Infrastruktur – Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg

Der Schwerpunkt des Berichts liegt jedoch nicht auf Fahrzeugen, sondern auf der Infrastruktur. MAN schreibt unmissverständlich: „Depots, also die Basisstationen, werden zu einem strategischen Aktivum.“ Dort findet die eigentliche Revolution statt, denn 90 Prozent der Ladevorgänge erfolgen auf dem Gelände des Betreibers, und eine fortschrittliche Energieverwaltung kann die Kosten pro kWh von 40 Cent auf etwa 16 Cent senken. Das bedeutet, dass den Wettbewerbsvorteil nicht derjenige erlangt, der die meisten „Elektrofahrzeuge“ kauft, sondern derjenige, der in Photovoltaik, Energiespeicher und intelligente Ladeverfahren investiert.

MAN zeigt, dass Diesel gerade seinen Vorteil verloren hat. 35 Prozent der Registrierungen für eHDV bis zum Ende des Jahrzehnts – MAN-Bericht 2

Warum ist das wichtig?

MAN zeigt, dass Diesel gerade seinen Vorteil verloren hat. 35 % der Registrierungen von eHDV bis zum Ende des Jahrzehnts – MAN-Bericht 3

Fazit

Der MAN-Bericht ist niemals neutral, denn er muss als strategisches Dokument des Herstellers betrachtet werden, der die Elektrifizierung des Marktes beschleunigen und gleichzeitig den Verkauf seiner Fahrzeuge steigern möchte. Dennoch ist es trotz dieser Einschränkung schwierig, die Tatsache zu ignorieren, dass der TCO-Wert von BEV-Fahrzeugen bereits auf dem Niveau von Dieselfahrzeugen liegt und in vielen praktischen Einsatzsituationen die „Elektrofahrzeuge“ einfach günstiger sind.

Oskar Włostowski