Der Lucid Gravity GT-S hat 1.070 PS und kostet 125.900 US-Dollar. Dieses schnelle SUV kommt auf den Markt, während Lucid seine Fehler einräumt.

Lucid hat den Gravity GT-S vorgestellt, die sportlichere Variante seines dreiräumigen Elektro-SUVs. Das Fahrzeug verfügt über 1.070 PS, beschleunigt in 3,1 Sekunden von 0 auf 60 mph, bietet eine Reichweite von bis zu 373 Meilen und kostet in den USA ab 125.900 Dollar plus 1.850 Dollar Versandkosten.
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Die Präsentation fällt mit einer weniger erfreulichen Mitteilung des Unternehmens zusammen: Lucid hat gerade zugegeben, dass es über Jahre hinweg bei Lieferzeiten, Qualität und Service versagt hat, wobei das günstigere Mittelklassemodell auf die zweite Hälfte des Jahres 2027 verschoben wurde. Für Kunden ist das wichtiger als blaue Nähte.
Lucid Gravity GT-S: Sapphire in Familienausführung
Der GT-S ist im Grunde ein Versuch, die Idee des Lucid Air Sapphire auf einen großen SUV zu übertragen. Der Hersteller spricht von einer „leistungsorientierten“ Gravity-Version, doch entscheidend sind hier die Zahlen: 1.070 PS, 3,1 Sekunden auf 60 mph, bis zu 7 Sitzplätze sowie eine Ladefunktion, die es ermöglicht, in 14 Minuten 200 Meilen zurückzulegen. Die maximale Ladeleistung beträgt 400 kW – genauso viel wie bei den anderen Gravity-Versionen.
Das klingt sehr beeindruckend. Und es sieht aus wie ein Auto, das für einen amerikanischen Kunden entwickelt wurde, der alles auf einmal haben will: Leistung, Familienkomfort, Stauraum und Prestige. Allerdings handelt es sich weiterhin um ein Auto, das im Preisbereich eher zu Porsche oder Mercedes EQS SUV gehört als zu einer „Gelegenheit“ auf dem EV-Markt.
Standardmäßig bietet Lucid das Dynamic Handling Package an. Es umfasst eine wendige Hinterachse sowie ein adaptives, dreikammerniges pneumatisches Fahrwerk, das das Auto bei höheren Geschwindigkeiten absenkt. Bei solchen Abmessungen handelt es sich dabei nicht um ein Zierstück, sondern um etwas, das tatsächlich die Fahrbarkeit verbessern kann.
Innen unterscheidet sich der GT-S hauptsächlich durch Details: blaue Akzente, blaue Streifen, blaue Nähte und Markierungen. Lucid verfolgt hier eindeutig den Weg des „Sportluxus“, anstatt das gesamte Auto radikal umzubauen.
Parameter
Lucid Gravity GT-S
Kraft
1.070 PS
Acceleration 0-60 mph
3,1 s
Autonomie
373 Meilen
Anzahl der Sitze
bis zu 7
Ladung
200 Meilen in 14 Minuten
DC-Ladestärke
bis zu 400 kW
Preis in den USA
125.900 USD
Zielort/Lieferung
1.850 USD
Hoher Preis, Europa ist vorerst nicht in Frage
Die Bestellungen in den USA begannen unmittelbar nach der Präsentation. Der GT-S wird ausschließlich in den Vereinigten Staaten erhältlich sein. Das optionale Tahoe-Leather-Innenfutter wird mit 1.300 Dollar bewertet.
Bei einer einfachen Berechnung beträgt die Basissumme etwa 460.000–470.000 Złoty, und mit der Destinationgebühr liegen die Kosten vor Steuern und lokalen Ausgaben bei rund 470.000–480.000 Złoty. Das ist natürlich nur eine Orientierungshilfe, denn das Auto wurde nicht für den europäischen Markt angekündigt, weshalb es noch keinen Sinn macht, einen polnischen Preis anzugeben.
Die Premiere verdeckt ein größeres Problem bei Lucid
Das neue Modell erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Lucids neuer Chef Silvio Napoli die Probleme des Unternehmens ziemlich offen beschrieben hat. Während der anschließenden Telekonferenz gab er zu, dass der Hersteller seine Verpflichtungen nicht konsequent eingehalten habe, Produkte zu früh auf den Markt gebracht habe, zu wenig in den Service investiert habe, zu langsam auf Qualitätsprobleme reagiert habe und eine übermäßige Komplexität bei Entscheidungen zugelassen habe.
Das sind starke Worte, aber zumindest konkret. Selten hört man von einem Chef eines Premium-Unternehmens eine so direkte Anerkennung, dass die Organisation nicht wie nötig funktioniert hat.
Lucid meldete außerdem einen Quartalsverlust von über 1 Milliarde Dollar. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen, dass sein wichtiges Mittelklassemodell, intern als Cosmos bekannt, auf die zweite Hälfte des Jahres 2027 verschoben wurde. Ursprünglich war ein deutlich früheres Markteinführungstermin noch in diesem Produktzyklus geplant.
Das Unternehmen behauptet, die Prototypen würden bereits Kratztests, aerodynamische Optimierungen, Tests unter kalten Bedingungen sowie Validierungen der Batterien und Antriebssysteme durchlaufen. Allerdings wird der Markt nicht warten. Der Rivian R2 steht bereits auf dem Radar der Kunden, und Tesla hat in den USA das dreistellige Model Y L hinzugefügt. Im Segment der „größeren Familien-EVs“ arbeitet heute die Zeit gegen das Unternehmen, das noch dabei ist, seine Produktionskapazitäten auszubauen.
Lucid gibt an, über etwa 3 Milliarden Dollar an Liquidität zu verfügen, doch allein Bargeld kann den Ruf nicht wiederherstellen. Dafür sind regelmäßige Lieferungen des Produkts, Qualität sowie ein guter After-Sales-Service erforderlich.
Das GT-S sieht wie ein äußerst schnelles Visitenkartenmodell der Lucida-Technologie aus, doch für die Zukunft des Unternehmens ist entscheidender, ob die nächsten Fahrzeuge pünktlich und ohne Zwischenstopps ankommen. Was überzeugt Sie mehr bei Premium-EVs: 1.070 PS oder eine zuverlässige Lieferung von Qualität und Service?
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