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Die Automobilfunktionäre geben eine ernste Warnung ab: Bis 2035 werden 6 der 10 größten Automobilhersteller der Welt chinesisch sein.

Die Automobilfunktionäre geben eine ernste Warnung ab: Bis 2035 werden 6 der 10 größten Automobilhersteller der Welt chinesisch sein.

23/10/2026 10:00

Aufgeführt am

23/10/2026 10:00

Die Automobilindustrie könnte in den nächsten zehn Jahren eine grundlegende Veränderung in ihrer weltweiten Führung erleben. Eine von KPMG unter 775 hochrangigen Führungskräften der Branche durchgeführte Umfrage zeigt, dass 48 Prozent der Befragten glauben, dass sechs der zehn größten Automobilhersteller der Welt bis 2035 ihren Sitz in China haben werden. Die kürzlich veröffentlichte Studie weist außerdem darauf hin, dass 51 Prozent der Teilnehmer der Ansicht sind, Software und digitale Technologien werden die wichtigste Wettbewerbsvorteil ihrer Unternehmen sein. Dieses Szenario stellt traditionelle europäische Hersteller vor erhebliche Herausforderungen.

China könnte sechs der zehn größten Welthersteller bündeln

Seit Jahrzehnten ist die Führung in der Automobilindustrie hauptsächlich auf europäische, japanische, amerikanische und südkoreanische Hersteller verteilt. Dennoch glauben die Entscheidungsträger selbst in diesem Sektor, dass dieses Gleichgewicht erheblich verändert werden könnte.

directivos autonomovil 6 von 10 großen chinesischen Gruppen 2035 1

Die 26. Ausgabe der Global Automotive Executive Survey von KPMG zeigt, inwieweit das Vertrauen in die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Unternehmen zugenommen hat.

Fast die Hälfte der befragten 775 Führungskräfte erwartet, dass sechs der zehn größten Hersteller bis 2035 ihren Sitz in China haben werden. Es handelt sich dabei nicht um eine überprüfte Verkaufsprognose, sondern um die Erwartungen von Branchenexperten.

Unternehmen wie BYD, Geely, Chery oder SAIC stehen für eine Veränderung, die über das reine Geschäftswachstum hinausgeht. Ihre Entwicklung von Batterien, Elektronik und neuen Plattformen verändert die Wettbewerbsprioritäten in der Automobilbranche.

Software könnte wichtiger sein als traditionelle Ingenieurskunst

Der Bericht weist außerdem auf eine Veränderung bei den Faktoren hin, die den Erfolg der Hersteller bestimmen werden. 51 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Software und digitale Technologien bis 2035 zur wichtigsten Quelle der Differenzierung ihrer Unternehmen werden.

Leiter von Automobilunternehmen 6 von 10 großen chinesischen Gruppen 2035

Künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fahrassistenzsysteme sowie drahtlose Updates werden an Bedeutung gewinnen im Vergleich zu traditionellen mechanischen Eigenschaften.

Doch es gibt ein Problem: 92 Prozent der Unternehmen benötigen mindestens zwölf Monate, um eine neue digitale Fähigkeit, Software oder Künstliche Intelligenz in ihrer gesamten Organisation einzuführen. Mehr als ein Drittel braucht sogar länger als zwei Jahre.

Zudem weist KPMG darauf hin, dass nur 36 Prozent der Initiativen im Bereich Künstliche Intelligenz und Software es schaffen, die Pilotphase erfolgreich zu überstehen und auf größere Skalen ausgedehnt zu werden.

Europa steht vor neuer technologischer Konkurrenz

Auch die regionalen Unterschiede sind erheblich. 57 Prozent der Befragten in Asien-Pazifik geben bedeutende Investitionen in Künstliche Intelligenz und neue Technologien an, im Vergleich zu 52 Prozent in Europa und 48 Prozent in Amerika.

Leiter von Automobilunternehmen aus 6 der 10 großen chinesischen Konzerne 2035 2

Die Umfrage deutet zudem auf eine Branche hin, in der technologische Allianzen noch größere Bedeutung erlangen werden. Laut KPMG könnte der Anteil des durch externe Zusammenarbeit geschaffenen Wertes von aktuell 30 Prozent innerhalb von drei Jahren auf 44 Prozent steigen.

Für europäische Hersteller wie Volkswagen, Stellantis, Renault oder BMW besteht die Herausforderung nicht mehr nur darin, wettbewerbsfähige Elektroautos herzustellen. Sie müssen außerdem die Entwicklung von Software, Batterien und digitalen Dienstleistungen beschleunigen, während sie ihre industrielle Rentabilität bewahren.

Die Schlussfolgerung der Studie ist nicht, dass China bis 2035 einen sicheren Vorsprung im weltweiten Automobilsektor haben wird, sondern dass ein erheblicher Teil der Branchenführer dieses Szenario für möglich hält. Und diese Wahrnehmung kann bereits jetzt ihre Investitionsentscheidungen in den kommenden Jahren beeinflussen.