Das Logistikunternehmen Pflaum setzt 30 neue eActros 600-Lkw ein.

Das deutsche Logistikunternehmen Pflaum erweitert den Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge in seiner Lkw-Flotte erheblich. Das Unternehmen hat 30 Mercedes-Benz eActros 600-Fahrzeuge erhalten und wird sie nun schrittweise in seinen Betrieb integrieren. Bis 2030 sollen drei Viertel der Flotte mit alternativen Antriebsformen und Kraftstoffarten betrieben werden.
Die 30 Elektro-Lkw wurden Mitte Juli im Daimler Truck-Werk in Wörth am Rhein an den Logistikdienstleister übergeben. Laut Pflaum stellt diese Lieferung eine der größten Investitionen des Unternehmens bislang dar. Die Fahrzeuge sollen nun schrittweise in den Betrieb integriert werden.
Laut eigenen Angaben ist diese Maßnahme Teil der umfassenderen Ambition des Unternehmens, bis 2030 drei Viertel seiner Flotte „emissionsfrei“ betreiben zu wollen. Bisher spielten batterieelektrische Lkw nur eine untergeordnete Rolle in der Flotte des mittelgroßen Unternehmens mit Sitz in Strullendorf bei Bamberg. Allerdings nutzen bereits rund 60 Prozent der Flotte alternative Kraftstoffe – hauptsächlich HVO100, Bio-LNG und Bio-CNG. Vor diesem neuesten Einkauf machten batterieelektrische Fahrzeuge lediglich ein Prozent der Flotte aus. Im Gegensatz zu BEVs erzeugen HVO sowie Biokraftstoffe jedoch keine Null-Emissionen vor Ort.
Durch die Einführung von 30 eActros 600-Lkw nimmt die Elektrifizierung bei Pflaum nun an Bedeutung zu. Das Langstreckenmodell verfügt über drei Batteriepakete mit einer zusammengefassten installierten Kapazität von über 600 kWh. Mercedes-Benz Trucks gibt an, dass die Fahrzeuge eine Reichweite von 500 km ohne Zwischenladen bieten, während Pflaum von bis zu 550 km spricht. Die Lkw werden nahezu ausschließlich mit erneuerbaren Energien aufgeladen. Zudem ist der eActros 600 nicht von den Batterieproblemen betroffen, die ältere Modelle beeinträchtigt haben: Die Rückrufaktion, die Daimler Truck Ende Juli bekannt gab, betrifft ältere eActros 300- und 400-Modelle mit AGM-Batterien, die bis Oktober 2025 hergestellt wurden.
Elektrische Lkw müssen in die Routenplanung integriert werden
Durch 30 neue Elektro-Lkw geht Pflaum über eine kleine Pilotphase hinaus. Dadurch werden Reichweite, Ladezeiten sowie die verfügbare Ladeinfrastruktur zu entscheidenden Faktoren bei der Routenplanung. Das Unternehmen hat bisher nicht offenbart, welche Strecken mit den neuen Fahrzeugen bedient werden sollen oder wie die erforderliche Infrastruktur gestaltet werden wird. Ebenso hat Pflaum weder das Gesamtinvestitionsvolumen noch die Größe seiner gesamten Flotte preisgegeben. Daher ist es nicht möglich, genau zu quantifizieren, inwieweit sich der Anteil an Elektrofahrzeugen durch die Zugabe dieser 30 Lkw erhöhen wird.
Neben der Verringerung von Emissionen betont Pflaum auch den Fahrkomfort der Elektro-Lkw. Dies könnte dazu beitragen, die Bedenken von Fahrern bezüglich des Umstiegs auf Elektrofahrzeuge zu beseitigen. „Sobald man einmal mit einem Elektrofahrzeug gefahren ist“, sagt Matthias Schellenberger von Pflaum, „möchte man selten wieder zu einem Verbrennungsmotor zurückkehren.“