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Indien hat einen Plan: 100.000 elektrische Schwerlastfahrzeuge innerhalb von 5 Jahren

Indien hat einen Plan: 100.000 elektrische Schwerlastfahrzeuge innerhalb von 5 Jahren

Die indische Regierung prüft ein neues Unterstützungsprogramm für schwere Elektrofahrzeuge mit dem Ziel, in den nächsten fünf Jahren 100.000 solcher Fahrzeuge zu beschaffen. Das Programm könnte 50.000 Busse und 50.000 Elektro-Lkw unterstützen, indem es insbesondere die Finanzierungskosten sowie die von den Betreibern erforderlichen Garantien beeinflusst.

Diese Initiative entstand aus der Erkenntnis, dass in Indien der Übergang zu Elektrofahrzeugen je nach Segment in sehr unterschiedlichem Tempo voranschreitet. Zwei- und dreirädrige Fahrzeuge haben bereits eine erhebliche Verbreitung erreicht, Elektroautos entwickeln sich weiter, während bei schweren Nutzfahrzeugen die Verbreitung noch gering ist.

Indien: Elektrobusse und -Lkw

Kreditvergabe bleibt eines der größten Hindernisse

Zur Veranschaulichung des Projekts trat Hanif Qureshi, stellvertretender Sekretär im Ministerium für Schwerindustrie, auf dem India Clean Transportation Summit 2026 in Neu-Delhi auf.

Laut Qureshi halten Banken und Finanzinstitute es weiterhin für sehr riskant, Hersteller sowie Betreiber von elektrischen Schwerlastfahrzeugen zu finanzieren. Wenn Kredite dennoch gewährt werden, können die Zinssätze außerdem höher ausfallen.

Das neue Programm könnte daher Zinszuschüsse sowie teilweise Kreditgarantien einführen, um den Kauf von elektrischen Bussen und Lastwagen nachhaltiger zu gestalten. Das Problem ist insbesondere bei kleinen Flotten offensichtlich, die größere Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzmitteln haben können.

Laut Gerüchten könnte die Garantie im Falle der Insolvenz des Anbieters bis zu 80 % des verbleibenden Finanzierungsbetrags ausmachen. Es handelt sich jedoch um eine Hypothese und nicht um eine vom Staat formell angekündigte Maßnahme.

Indien: Plan für Aufladungen im Wert von 1 Milliarde Dollar für Elektrobusse und -lastwagen

Ein Plan im Wert von fast 900 Millionen Euro

Der in Erwägung gezogene Plan hätte einen Gesamtwert von etwa 98,52 Milliarden Rupien, was etwa 896 Millionen Euro entspricht. Ein Teil der Mittel könnte auch für Ladestrukturen verwendet werden.

Für Elektrobusse und -Lkw betrifft das Problem tatsächlich nicht nur den Preis des Fahrzeugs. Schwerlastfahrzeuge benötigen oft spezielle Ladestationen, leistungsstarke Infrastrukturen sowie ausreichend Platz für Parken und Manövrieren. Die gleichzeitige Finanzierung von Fahrzeugen und Infrastruktur stellt daher eine erhebliche Hürde für die Betreiber dar.

Indien Elektrofahrzeuge

Elektrolkw bleiben eine Nische

Die Zahlen erklären, warum die Regierung eingreifen möchte. Im Jahr 2025 wurden in Indien 2.339.501 Elektrofahrzeuge registriert, davon waren jedoch nur 573 Elektrolkw – gerade einmal 0,02 Prozent der Gesamtzahl.

Trotzdem ist die Zahl im Vergleich zu den 224 Einheiten im Jahr 2024 gestiegen. Der prozentuale Anstieg ist daher sehr hoch, beginnt aber bei einer äußerst geringen Basis.

Die Situation verbessert sich, wenn man Fahrzeuge mit einer Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen betrachtet, bei denen der Anteil der Elektrofahrzeuge größer ist. In den höheren Segmenten befindet sich der Wandel jedoch noch in den Anfängen. Deshalb hat Qureshi selbst gewarnt, dass eine vollständige Elektrifizierung der Lkw in absehbarer Zeit unrealistisch ist.

Busse sind weiter fortgeschritten, doch die Mengen bleiben gering

Bei den Elektobussen ist die Situation positiver. Im Jahr 2025 wurden in Indien 4.615 Elektobusse registriert, gegenüber 3.905 im Jahr 2024 – das entspricht einem Anstieg von 18,2 %.

Die Verbreitung wird hauptsächlich durch die Käufe von öffentlichen Verkehrsbehörden über bereits bestehende Regierungsprogramme unterstützt. Der private Sektor hingegen muss weiterhin mit finanziellen und infrastrukturellen Kosten fertig werden, die den Übergang auf Elektrofahrzeuge erschweren.

indien Elektrofahrzeuge

Eine Frage der Energieversorgungssicherheit

Hinter Indiens Politik für Schwerlastfahrzeuge steht auch eine Motivation, die über die Reduzierung lokaler Emissionen hinausgeht. Indien importiert nämlich mehr als 85 Prozent des Rohöls, das für sein Energiesystem benötigt wird.

Die Elektrifizierung von Bussen und Lastwagen bedeutet somit eine schrittweise Verringerung der Abhängigkeit vom importierten Diesel, indem ein Teil der Energiebedürfnisse auf im Inland erzeugte und verteilt elektrische Energie umgelenkt wird.

Das neue Programm befindet sich noch in der Planungsphase, zeigt aber klar, wie die indische Regierung den Übergang zum Schwerlastverkehr als Mittel zur Energieversorgungssicherheit, zur Senkung der Importkosten und zur Entwicklung der nationalen Industriekette unterstützen möchte.

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