Li Auto wird das neue Mega am 2. September präsentieren. Vier Lidar-Sensoren und ein Innenraum wie in einem Salon – doch die Verkäufe sind eingebrochen.

Li Auto hat die Markteinführung des überarbeiteten Mega für den 2. September um 19:30 Uhr Pekinger Zeit angekündigt. Es handelt sich um das Flaggschiff-Elektro-MPV der Marke, das ein neues Innenraumkonzept sowie leistungsstärkere Hardware für die Assistenzsysteme erhalten soll, da die Nachfrage deutlich nachgelassen hat.
Der Vorstandsvorsitzende Li Xiang bezeichnete das Fahrzeug als „neue Generation des mobilen Zuhauses“. Für Käufer ist jedoch etwas anderes entscheidend: Von Januar bis Juli 2026 fanden 3.179 Käufer für das Li Mega, was einem Rückgang von 63,1 Prozent im Jahresvergleich entspricht.
Was ändert sich am Li Mega?
Li Auto behält die bisherige stilistische Ausrichtung der Karosserie bei. Li Xiang verteidigt dieses Design vehement und behauptet, das Mega zeige der Welt ein „originelles chinesisches Design“ und nicht wieder nur eine Kopie westlicher Klassiker. Laut ihm bringt die fließende Form drei praktische Vorteile mit sich: geringeren Luftwiderstand, längere Reichweite und einen leiseren Innenraum.
Eine größere Veränderung wird im Innenraum stattfinden. Der Firmenchef kündigt ein Cockpit an, das sich von den anderen Modellen von Li Auto unterscheidet. Im „Living Room“-Modus wird eine Hauptbeleuchtung vorhanden sein, die den gesamten hinteren Teil des Innenraums ausleuchtet, damit die Passagiere hinten bequemer Multimedia-Inhalte ansehen oder einfach von Angesicht zu Angesicht sprechen können. Das klingt heimelig – und genau das ist auch der Zweck.
Die im Juni bei der chinesischen MIIT eingereichte Unterlage verriet etwas mehr. Die Home-Version soll neue, teilweise versteckte Türgriffe sowie drei zusätzliche Solid-State-Lidar-Sensoren erhalten, die nach den Seiten und nach hinten ausgerichtet sind. Insgesamt wird die Anzahl der Lidar-Sensoren von 1 auf 4 steigen. Das ist nicht mehr nur Kosmetik, sondern ein klares Signal dafür, dass Li Auto das ADAS-Thema mit Hardware statt nur mit Marketing vorantreiben will.
Auch ein integrierter Bildschirm in der vollen Breite des Cockpits wird im Innenraum zu finden sein, und das Layout des Cockpits soll vom neuen Li L9 übernommen werden.
Ausmaße, Antrieb und das Problem, das die Kabine nicht selbst lösen kann
Das Mega bleibt ein großes Auto. Es ist 5.355 mm lang, 1.965 mm breit und 1.850 mm hoch, mit einem Radstand von 3.300 mm. Es ist nur symbolisch gewachsen, um 5 mm in der Länge.
Die Sitzanordnung bleibt unverändert: 7 Plätze in der Konfiguration 2/2/3. Die dritte Reihe kann zusammengeklappt und um 85 Grad nach vorne geneigt werden, wodurch die Länge des Kofferraums von 680 auf 1.066 mm zunimmt.
Auch den Antrieb kennen wir. Es handelt sich um ein Allradfahrzeug mit zwei Motoren – 155 kW vorne und 258 kW hinten. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. Die Batterie wird eine NCM-Lithium-Ionen-Batterie von CATL sein, doch Kapazität, Reichweite und Ladeparameter wurden noch nicht bekannt gegeben. Schade, denn bei einem elektrischen MPV sind das Zahlen, die mehr interessieren als ein Slogan über ein mobiles Zuhause.
Das größte Problem ist jedoch einfach: der Verkauf. Allein im Juli 2026 wurden 336 Li Mega Fahrzeuge registriert oder ausgeliefert – das sind 88,1 Prozent weniger als im Vorjahr – und sie machten nur 1,1 Prozent der monatlichen Lieferungen von Li Auto aus. Der Rekord wurde im September 2025 aufgestellt, als 3.277 Fahrzeuge verkauft wurden, doch bereits einen Monat später brach in einem Exemplar ein Feuer aus, was zu einer Wartungsaktion für 11.411 Fahrzeuge führte.
Seit November 2025 ist der monatliche Verkauf des Mega nicht mehr über 1.000 Exemplare gestiegen. Ein neues Interieur und vier Lidar-Sensoren können helfen, doch diese Überarbeitung wird weniger ein Test für das Design sein als vielmehr eine Prüfung dafür, ob die Kunden überhaupt noch ein solches Elektrofahrzeug wollen.
Li Auto kündigt außerdem eine Ausweitung ins Ausland an und hatte bereits erwähnt, dass das Modell i6 Mitte 2026 nach Europa kommen soll, während das Mega noch vor Jahresende auf Märkte mit rechtsseitigem Lenkrad gelangen soll. Auf den europäischen Kontinent muss man daher noch warten.
Das Cockpit könnte eher wie ein „Salon“ wirken, doch bei 336 Stück pro Monat zählt nicht mehr die Atmosphäre, sondern ein triftiger Grund, wieder in den Salon zurückzukehren. Reichen vier Lidar-Sensoren und ein neues Interieur aus, damit das Mega wieder an Popularität gewinnt?
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