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Technologie

Li Auto möchte seine eigenen Chips und SiC-Produkte außerhalb des Unternehmens verkaufen – genauso wie Nio und Xpeng, weil die Gewinnmargen zu gering sind.

Li Auto möchte seine eigenen Chips und SiC-Produkte außerhalb des Unternehmens verkaufen – genauso wie Nio und Xpeng, weil die Gewinnmargen zu gering sind.

Li Auto bereitet sich darauf vor, seine Technologien außerhalb seiner eigenen Gruppe zu verkaufen – darunter Mach-Chips, Siliziumkarbidmodule sowie Range Extender. Laut 36Kr begannen die Pläne Anfang 2026, wobei einige Geschäftsbereiche unabhängiger agieren und externes Kapital aufnehmen sollen.

Für EV-Fahrer ist das ein klares Signal: Chinesische Marken wollen zunehmend nicht nur mit Autos, sondern auch mit den Komponenten unter dem Boden sowie der Elektronik Geld verdienen.

Der Mach M100-Chip ist bereits im Einsatz, doch Verträge sind noch nicht in Sicht

Die Führung von Li Auto soll die Abtrennung des Chip-Geschäfts genehmigt haben, parallel zu Bemühungen, Kunden zu gewinnen. Das Unternehmen soll mit Anbietern im Bereich embodied AI verhandeln und ihnen den Mach-Chip anbieten. Bisher gibt es keine Informationen über unterzeichnete Verträge, Absatzzahlen oder Einnahmen. Und das ist hier der wichtigste Punkt.

Am 13. Juli gründete Li Auto in Shanghai das Unternehmen Xinchuang Zhihe Technology. Das Tätigkeitsfeld umfasst die Entwicklung und den Verkauf von integrierten Schaltkreisen, sodass bereits eine formale Grundlage für ein eigenständiges Geschäft vorhanden ist.

Der Mach M100 selbst ist der erste in Serie hergestellte Chip von Li Auto für Fahrerassistenzsysteme. Er wird im 5 nm Automotive-Grade-Prozess hergestellt und bietet eine Rechenleistung von 1.280 TOPS pro Chip. Auf dem Papier macht er einen guten Eindruck, doch potenzielle Kunden könnten durch die Kosten der Migration eigener Algorithmen auf die neue Plattform abgeschreckt werden.

Sike Semiconductor bereitet sich auf externe Finanzierung und eigene Gewinne vor

Noch bevor das Thema Chips in den Vordergrund rückte, begann sich bereits der SiC-Geschäftsbereich von Li Auto zu entfalten. Sike Semiconductor, ein 2022 gemeinsam mit Hunan Sanan Semiconductor gegründetes Unternehmen, soll sein Kundenstamm über die Muttermarke hinaus erweitern.

Im Februar änderte Sike seine Berichterstattungsstruktur. Die Manager sind nun ihrer eigenen Aufsichtsratsspitze unterstellt und nicht mehr der Produktionsabteilung von Li Auto. Das Unternehmen agiert unabhängig und ist für seine eigenen Ergebnisse verantwortlich. Kurz gesagt: Es muss selbst für sich sorgen.

Li Auto hält heute 70 Prozent der Anteile an Sike. Das Unternehmen sucht externe Finanzierung und hat mit den Vorbereitungen für einen Börsengang begonnen. Eine solche Maßnahme hat auch praktische Gründe. Andere Hersteller kaufen in der Regel keine Schlüsselfertigteile von Lieferanten, die von Konkurrenten kontrolliert werden.

Neben Halbleitern signalisiert Li Auto auch Offenheit für den Verkauf eigener Range-Extender der dritten Generation. Diese Systeme entwickelt und produziert das Unternehmen bereits selbst. Batterien will es vorerst jedoch nicht verkaufen. Der Grund ist ziemlich pragmatisch: Das Anpassen der Pakete an bestimmte Autos ist aufwändig.

Die gesamte Operation entsteht nicht aus dem Nichts. Im zweiten Quartal 2026 meldete Li Auto einen Nettogewinnverlust von 1,7 Milliarden Yuan, im Vorjahr lag der Gewinn hingegen bei 1,1 Milliarden Yuan. Das Unternehmen verfügt weiterhin über viel Bargeld – 87,5 Milliarden Yuan am Ende des Quartals – doch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bleiben über sechs aufeinanderfolgende Quartale hinweg bei etwa 3 Milliarden Yuan pro Quartal. Bei solchen Zahlen wird eine zusätzliche Einnahmequelle nicht mehr als Fantasievorstellung angesehen.

Li Auto ist hier keine Ausnahme. Nio hat sein Chip-Geschäft in GeniTech, also Shenji, ausgegliedert und sucht ebenfalls nach externen Kunden. Laut 36Kr weckte das mit Axera Semiconductor entwickelte M97-Chip-System das Interesse von Geely, allerdings ohne offiziell bekanntgegebene Verträge oder Pläne für Serienproduktion. Xpeng wiederum möchte ins Ausland nicht nur Technologien für Volkswagen verkaufen, sondern auch elektrische und elektronische Architekturen, das Cockpit, Chips sowie Software zur Fahrerunterstützung.

Falls dieser Trend anhält, werden chinesische Marken zunehmend eher BYD und Huawei ähneln als traditionellen Automobilherstellern. Wer Ihrer Meinung nach die größten Chancen hat, solche Systeme wirklich ins Ausland zu verkaufen: Li Auto, Nio oder Xpeng?

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Quelle: LovEV.pl