Ultraleichte elektrische Straßenräder mit Motoren, die nur eine geringe Leistung liefern, sind im Trend: Hier sind die 5 am meisten empfohlenen Modelle.

Die Einstufung von Straßen im Radfahren ist ziemlich konservativ – und das nicht nur im Fall von Elektrofahrrädern. Im Allgemeinen ist es ein Sportbereich, in den Trends nur schwer vordringen konnten. Im besonderen Fall der E-Bikes haben die Nutzer es nicht gern gesehen, mit der üblichen Gruppe unter Verwendung einer Pedalunterstützung, die offensichtlich von einem Motor stammt, zu fahren – schließlich machte das ihre Besitzer zu „weniger Radfahrern“.
Wir wissen bereits, dass diese Ansicht ziemlich verbreitet ist, aber zum Beispiel im Fall von Mountainbikes scheint sie allmählich – zum Glück – zu verschwinden. Auch Straßenräder tauchen, wenn auch langsamer, aber nach und nach in größerer Anzahl auf. Was brauchte es also für diese Kategorie von Elektrofahrrädern? Fahrräder, die nicht wie Elektrofahrräder aussehen. Und das haben die Marken erkannt, die Modelle auf den Markt bringen, die nicht wie eBikes wirken.

Was braucht ein Elektrofahrrad, um auf der Straße erfolgreich zu sein?
Wenn man sich die Kataloge der innovativsten Hersteller ansieht, erkennt man, dass sie große Anstrengungen unternehmen, Straßenmodelle anzubieten, die den Wünschen jener Nutzer entsprechen, die von den Vorteilen eines Elektrofahrrads profitieren möchten, ohne sich von den Gruppenmitgliedern, die keine eBikes nutzen, abzuheben. Dafür muss ein e-Road-Fahrrad folgende Eigenschaften haben:
Ein Rahmen, der dem einer „Muskelmaschine“ entspricht: In dieser Kategorie sind Carbonrahmen am beliebtesten, und ein gutes e-Road-Fahrrad muss daher einen solchen Rahmen haben. Seine Geometrie darf sich nicht stark von der einer „Muskelmaschine“ unterscheiden, um ein vergleichbares Fahrverhalten zu gewährleisten. Aufgrund des Motors kann der Aktionsradius jedoch groß sein, weshalb die meisten Hersteller Rahmen für eBikes im Gran Fondo-Stil herstellen, mit einer entspannteren (komfortableren) Geometrie.
„Minimalistischer“ Motor und Akku: Abgesehen von starken Anstiegen ist es äußerst einfach, mit einem Straßenrad mit einer Geschwindigkeit von über 25 km/h zu fahren. Daher muss auch ein Elektrofahrrad diesem Tempo folgen können, wodurch zwei Faktoren relevant werden: Einerseits benötigen die Motoren keine große Leistung, lediglich eine geringe Unterstützung beim Anfahren. Dadurch sind auch Akkus mit sehr hoher Kapazität nicht notwendig. Andererseits ermöglicht all das eine Verringerung des Gewichts, was wichtig ist, um auch ohne Leistungsunterstützung effektiv in die Pedale treten zu können. Zudem trägt dieses geringe Gewicht dazu bei, dass die e-Road-Bikes das im vorherigen Abschnitt erwähnte Verhalten der herkömmlichen „Muskelräder“ erreichen.

Hervorragende Ausstattung: Radfahrer auf Straßenrädern sind bei der Wahl eines neuen Fahrrads äußerst anspruchsvoll. In dieser Disziplin werden exklusive Modelle mit hochwertiger (und teurer) Ausstattung bevorzugt. Es ist nicht so, dass Mittelklasse-Räder nicht verkauft werden, doch die High-End-Modelle sind äußerst gefragt. Deshalb muss ein e-Road-Bike, um erfolgreich zu sein, über sehr exklusive Modelle in seinem Sortiment verfügen – und solche sehen wir bereits auftauchen.
Unsere Auswahl
Wir haben gesucht und geprüft, um in diesem Bericht die Modelle vorzustellen, die wir als am besten geeignet für den Erfolg erachten: Wir haben uns nicht auf bestimmte Serien beschränkt, sondern präsentieren direkt das Modell jeder Serie, das unserer Ansicht nach am besten die zuvor genannten Eigenschaften vereint. Es wurden 5 Modelle ausgewählt: BMC Teammachine 01 AMP TWO (9.999 Euro), Canyon Endurace:ONfly SUB-10 (9.999 Euro), Ridley E-Noah Ultegra Di2 (ab 7.999 Euro), Scott Fastlane 10 (7.999 Euro) und Trek Domane+ SL 9 AXS (8.999 Euro).
BMC Teammachine 01 AMP TWO (9.999 Euro)
Wir haben uns für die Teammachine AMP statt der Roadmachine AMP entschieden, weil sie einen sportlicheren Einsatzansatz bietet: Sie ist mit einem sehr leichten und schwach leistungsstarken Antrieb ausgestattet, wodurch man fast von einem „muskulösen“ Fahrrad sprechen kann. Wie üblich strahlt sie die typische Exklusivität von BMC aus: Ihr Rahmen wurde aus dem 01 Premium-Karbon der Marke gefertigt, das ein hervorragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht bietet. Obwohl sie nicht das exklusivste Modell der Teammachine AMP ist, wiegt sie dennoch sehr wenig – nur 10,2 kg. Der Fokus liegt auf reiner, harter Leistung, wobei die Geometrie nur geringfügig von den Modellen ohne Antrieb des Schweizer Herstellers abweicht.

Die eingebaute Antriebseinheit ist das derzeit bei diesem Fahrradtyp beliebte Modell: es handelt sich um den Motor TQ HPR40, einen zentralen Motor, der nur so viel wie ein Radnabenmotor wiegt (nur 1.170 g) und sehr zurückhaltende Werte aufweist (maximale Leistung von 200 W und Drehmoment von 40 Nm), damit der Radfahrer weiterhin ein nahe am muskulären Radfahren erreichbares Erlebnis hat. Wie es sich für einen modernen Motor gehört, können die Leistungsdaten über die App angepasst werden. Die Batterie ist die leichte TQ-Batterie mit 292 Wh, die optional durch den Range Extender mit 160 Wh ergänzt werden kann.

Die Ausstattung ist „leistungsstark“: Die elektronische Schaltung Shimano Ultegra Di2 (2x12), Carbonräder vom Typ CE 40 SL Carbon (Felgen für breite Reifen mit 34 mm Breite), ein integrierter Carbonlenker vom Typ ICS Carbon Evo oder ein Teammachine SLR 01 Gen 5 Carbonrahmen mit integriertem Licht runden ein E-Bike ab, das der glorreichen Geschichte des Namens Teammachine gerecht wird.
Technische Daten
Rahmen: Carbonfaser 01 Premium // Motor: TQ HPR40 // Akku: TQ 292 Wh // Schaltung: Shimano Ultegra Di2 (Kassette 50-34d / Schaltwerk 11-34d) // Räder: CE 40 SL Carbon // Reifen: Vittoria Corsa N.EXT 700x34 // Lenker: ICS Carbon Evo // Gewicht: 10,20 kg // Weitere Informationen unter: BMC Teammachine AMP 01 TWO
Canyon Endurace:ONfly SUB-10 (9.999 Euro)
Die Canyon zeigt stolz in ihrem Namen, dass es sich um ein E-Bike für Straßenfahrten mit einem Gewicht von unter 10 kg handelt: diese spezielle Endurace:ONfly SUB-10 wiegt nämlich nur 9,86 kg – ein wirklich hervorragender Wert. Dafür hat das deutsche Unternehmen ein außergewöhnliches Carbonrahmen verwendet, das weniger als 1 kg wiegt (genauer gesagt 949 g in Größe M), das wiederum mit hochwertigen Komponenten ausgestattet ist.

Der Ansatz dieses Fahrrads ist wettbewerbsorientiert – so wie es sich für ein eBike gehört – mit einer aggressiven Geometrie, die es zu einem sehr reaktiven Fahrzeug macht. Wie bereits erwähnt, soll es ein „muskulöses“ Fahrrad mit einer leichten Leistungsunterstützung sein. Für diese leichte Leistungsunterstützung setzen sie ebenfalls auf den leichten TQ HPR40. Nochmals: maximale Leistung von 200 W, Drehmoment des Motors von 40 Nm, unendliche Einstellmöglichkeiten sowie eine 292 Wh starke Batterie, die durch einen 160 Wh starken Range Extender ergänzt werden kann.
Die Ausstattung ist äußerst exklusiv, denn sie ermöglicht nicht nur ein geringeres Gewicht auf der Waage, sondern auch ein einwandfreies Fahrverhalten, das den Anforderungen von motorlosen Fahrrädern entspricht: Beispielsweise finden wir hier die leichte Shimano Dura-Ace Di2-Übertragung (2x12), Carbonräder vom Typ DT Swiss ERC 1100 Dicut sowie hochwertige Komponenten aus Carbonfaser. Weitere Details, die die Endurace:ONfly SUB-10 zu einem Fahrrad für lange Ausflüge machen, sind das Beleuchtungssystem sowie der GPS-Ortungssender, der über die Batterie des Motors mit Energie versorgt wird.
Technische Daten
Frame: Carbonfaser // Motor: TQ HPR40 // Batterie: TQ 292 Wh // Übersetzung: Shimano Dura-Ace Di2 (Kassette 50-34d / Schaltwerk 11-34d) // Räder: DT Swiss ERC 1100 Dicut // Reifen: Schwalbe Pro One Evo Tube Type 700x28 // Lenker: CP0048 PACE T-Bar // Gewicht: 9,68 kg // Weitere Informationen unter: Canyon Endurace:ONfly SUB-10
Ridley E-Noah Ultegra Di2 (ab 7.999 Euro)
Ridley behauptet, die erste Marke zu sein, die ein vollständig aerodynamisch gestaltetes E-Bike auf den Markt brachte, und bei Betrachtung des neuen E-Noah Ultegra Di2 glauben wir das auch. Der Carbonrahmen übernimmt das Design des motorlosen Noah, mit massiven Profilen, die seine Eigenschaft als E-Bike perfekt verbergen: Während bei schlankeren Rahmen von „leichten“ E-Bikes das Motor-Batterie-Set bereits fast unbemerkt bleibt, fällt es bei diesem E-Noah überhaupt nicht auf...
Und wieder einmal stehen wir vor dem unangefochtenen König der leichten E-Road-Fahrräder: dem TQ HPR40-Motor (200 W, 40 Nm) sowie der schlanken TQ-Batterie (292 Wh), ergänzt optional durch einen Range Extender (160 Wh). Diese leichte Konstruktion in Kombination mit der exquisiten Bauweise des Rahmens hat es ermöglicht, ein Gewicht von unter 11 kg zu erreichen (Ridley gibt das genaue Gewicht nicht an) – eine sehr beeindruckende Zahl für ein Aero-Modell.
Die Ausstattung kann so gut sein, wie unser Geldbeutel es zulässt: Wir haben uns für das Ultegra Di2-Finish entschieden, das natürlich die elektronische Schaltanlage von Shimano verbaut. Doch mit genügend Budget können wir uns das Fahrrad unserer Träume bauen. Es stehen verschiedene Designs und Farben zur Verfügung, um den Rahmen zu gestalten. Wir können bis zu 3 Radkonfigurationen wählen (hervorzuheben sind die exklusiven DT Swiss ARC 1600 oder Zipp 303S, beide gegen einen Aufpreis von 899 Euro), integrierte Carbonlenker, verschiedene Rahmenrohre und Sattel, kurz gesagt, eine lange Liste, die die Exklusivität – und damit den Preis – des ohnehin schon exklusiven E-Noah von Ridley noch erhöhen kann.
Technische Daten
Gehäuse: Kohlenstofffaser // Motor: TQ HPR40 // Akku: TQ 290 Wh // Schaltung: Shimano Ultegra Di2 (Räder 50-34d / Kassette 11-34d) // Räder: DT Swiss ERC 1600 // Reifen: Vittoria Corsa N.EXT 700x30 // Lenker: Forza Stratos Pro // Gewicht: +- 11 kg // Weitere Informationen unter: Ridley E-Noah Ultegra Di2
Scott Fastlane 10 (7.999 Euro)
Die Schweizer Marke präsentierte Anfang des Jahres dieses Fahrrad, das als würdiger Nachfolger des motorlosen Addict gilt: Der neue Fastlane ist ein Fahrrad im Kletterstil mit einer Geometrie, die bis ins kleinste Detail der des Addict entspricht. Gerade in diesen Details zeigt sich die Anstrengung der Hersteller in letzter Zeit. Visuell handelt es sich um ein sehr leichtes Gehäuse (Kohlenstofffaser HMX), was durch die angegebenen Gewichte bestätigt wird: Unsere Ausstattungslinie 10 wiegt auf der Waage 10,6 kg.
Wieder treffen wir auf den TQ HPR40-Motor (200 W und 40 Nm), der sich als ideal für diese neue Welle an Leichtfahrrädern erweist und damit die zuvor verwendeten Kettenantriebe verdrängt. Besonders hervorzuheben ist, wie er im Rahmen versteckt ist, wodurch das Fahrrad den Eindruck erweckt, kein Motorrad zu haben. Die Batterie hat eine Kapazität von 292 Wh, und wie bei anderen Fahrrädern ist auch hier ein Reichweitenverlängerer als Option erhältlich.
Es handelt sich zwar nicht um die Spitzenausstattung, doch das Fastlane 10 ist mit allem ausgestattet, was es in unserer Gruppe hervorstechen lässt: Die Schaltung ist ein elektronischer Shimano Ultegra Di2-Antrieb (2x12) und die Räder sind aerodynamische Carbonräder vom Typ Syncros Capital 1.0 40. Lenker und Steuerrohr stammen von Scott selbst mit der Marke Syncros; besonders praktisch ist das in das Steuerrohr integrierte Licht.
Technische Daten
Rahmen: Kohlenstofffaser // Motor: TQ HPR40 // Akku: TQ 290 Wh // Schaltung: Shimano Ultegra Di2 (Räder 50-34d / Kassette 11-34d) // Räder: Syncros Capital 1.0 40 // Reifen: Schwalbe PRO ONE Fold 700x34 // Lenker: Syncros Creston iC SL // Gewicht: 10,6 kg // Weitere Informationen unter: Scott Fastlane 10
Trek Domane+ SL 9 AXS (8.999 Euro)
Wir haben uns für das Top-Modell entschieden, das zugleich am leichtesten ist: die Domane+ SL 9 AXS wiegt nämlich nur 11 kg. Ihr Rahmen besteht aus dem von der Marke hergestellten OCLV500-Karbon und ist vermutlich der geradlinigste aller Modelle in dieser Übersicht, mit einem Reifendurchmesser von bis zu 40 mm und einer entspannteren Geometrie. Zudem ist sie das einzige Modell in dieser Übersicht, das ein elektronisch angetriebenes Monoblatt-Getriebe verbaut, genauer gesagt ein SRAM Red AXS XPLR (1x13), das einfacher zu bedienen ist, allerdings mit größeren Übersetzungsabständen zwischen den Gängen.
Auch dieses Trek-Modell, das zu den letzten gehörte, hat auf das Motor-Batterie-Set TQ gesetzt: Der HPR40 (200 W und 40 Nm) sorgt dafür, dass die Domane+ SL 9 sanft angetrieben wird. Dennoch wurde für mehr Reichweite eine 360-Wh-Batterie verbaut. Das ist ein weiterer Hinweis auf ihren Fokus auf lange Strecken.
Da es sich um das Top-Modell handelt, ist die Ausstattung logischerweise sehr exklusiv und umfasst hochwertige Komponenten wie bereits erwähnte Antriebssysteme oder Reifensätze – beispielsweise einen aus Carbon gefertigten Aeolus RSL 37 von Bontrager, einem Unternehmen von Trek. Auch die Zubehörteile stammen von Bontrager, wobei insbesondere der Lenker sowie der Steuerrohr aus Carbon hervorstechen. Zudem ist ein Beleuchtungssatz enthalten, der heutzutage unverzichtbar ist, um auf der Straße sichtbar zu bleiben.
Technische Daten
Frame: Carbon OCLV500// Motor: TQ HPR40 // Akku: TQ 360 Wh // Antrieb: SRAM Red AXS XPLR (Kassette 44d / Schaltwerk 10-46d) // Räder: Bontrager Aeolus RSL 37 // Reifen: Bontrager Kwaremont 700x35 // Lenker: Bontrager Pro Riser Carbon // Gewicht: 11 kg // Weitere Informationen unter: Trek Domane+ SL 9 AXS
Zusammenfassung
Diese 5 Fahrräder zeigen, dass ein Hersteller, der E-Bikes für den Straßenverkehr verkaufen möchte, sich für eine ähnliche Strategie entscheiden muss: Modelle mit Designs (und sogar Namen), die von den besten herkömmlichen Modellen aus seinem Sortiment übernommen wurden, mit nahezu identischen Geometrien, Motoren mit geringer Leistung sowie Gesamtgewichten, die nicht allzu stark abweichen. Und unsere Protagonistinnen erfüllen genau diese Kriterien.