Die Verschlechterung der Batterie ist nicht nur auf Fehler beim Aufladen des Elektroautos zurückzuführen: Diese Fahrgewohnheit kann weitaus schlimmer sein.

09/09/2026 10:00
Aufgeführt am
09/09/2026 10:00
Die Batterie ist eines der wichtigsten Faktoren, die die Lebensdauer eines Elektroautos bestimmen, obwohl ihr Verschleiß nicht allein vom Verstreichen der Zeit abhängt. Organisationen wie das US-Energieministerium weisen darauf hin, dass ihr Zustand durch Lade- und Entladezyklen sowie die Nutzungsumstände beeinflusst wird – wobei sowohl die Temperatur als auch die Fahrweise eine Rolle spielen.
In diesem Zusammenhang hat eine von Forschern der Dianji-Universität in Shanghai verfasste Studie, die am 14. August 2026 in Scientific Reports veröffentlicht wurde, den Fokus auf einen sehr konkreten Faktor gelegt: den Fahrstil. Die allgemeine Schlussfolgerung ist, dass aggressivere Fahrweisen zu einem deutlich stärkeren Alterungsprozess der Batterie im Vergleich zu einer zurückhaltenderen und effizienteren Fahrweise führen.

Der Unterschied zeigt sich, wenn die Batterie unter Belastung arbeitet
Die Studie basierte auf tatsächlichen Daten, die im Jahr 2022 an 15 Elektrofahrzeugen erhoben wurden, die in Guangzhou, China, auf städtischen Straßen, in Vororten und auf Autobahnen unterwegs waren. Die Fahrzeuge speicherten alle zehn Sekunden Werte wie Geschwindigkeit, Stromstärke, Spannung, Temperatur und Ladezustand, wobei die Forscher diese Informationen anschließend in 60-Sekunden-Intervallen zusammenfassten, um das Fahren in fünf verschiedene Kategorien einzuordnen.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass die Lücke zwischen den Fahrstilen nicht einfach durch eine schnellere Drehzahl erklärt werden kann. In der aggressivsten Kategorie erreichte die durchschnittliche effektive Stromstärke 66,02 Ampere, im Vergleich zu 20,56 Ampere in der effizientesten Gruppe – obwohl die durchschnittliche Geschwindigkeit beider Gruppen relativ ähnlich war. Der Unterschied lag daher in den Beschleunigungen, Verzögerungen sowie der sofortigen Belastung, der die Batterie ausgesetzt war.
Dieser Punkt ist entscheidend, denn ein plötzlicher Leistungsbedarf zwingt die Zellen dazu, in kurzer Zeit viel Strom bereitzustellen, während regenerative Bremsungen das System ebenfalls mit intensiven Ladeimpulsen konfrontieren. Laut der Studie lag der Indikator für den sofortigen Stress in der aggressiveren Fahrweise 18,4 Mal höher als in der effizienteren, was auf eine weitaus größere kurzfristige Belastung der Batterie hindeutet.
Die auffälligste Erkenntnis zeigt sich in der Langzeit-Simulation
Durch die Übertragung dieser Nutzungsmuster in ein Degradationsmodell schätzten die Autoren, dass nach 1.000 Zyklen der Leistungsverlust bei dem effizientesten Fahrstil 21,15 % und beim aggressivsten Fahrstil 53,22 % betragen würde. Die Studie umfasste außerdem eine kontrafaktische Analyse, um den Einfluss des Fahrverhaltens zu isolieren; in diesem Szenario verringerte der Wechsel von einem aggressiven zu einem effizienten Fahrstil den Indikator für kurzfristigen Stress um 91,3 %.

Trotzdem erfordert die Studie selbst die Einführung eines wichtigen Nuancen. Diese Prozentsätze stammen nicht aus einer physischen Überprüfung nach 1.000 Zyklen an den 15 untersuchten Autos, sondern aus einer Vorhersage, die mit einem Modell erstellt wurde, das mit realen Daten versorgt wird. Zudem ist die Stichprobe klein, und das Alter einer Batterie hängt auch von anderen Faktoren ab, wie der Chemie der Zellen, der Wärmeverwaltung, den Ladegewohnheiten oder dem üblichen Ladezustand.
Die praktische Auswertung der Studie ist auf jeden Fall ziemlich klar. Nicht alle intensiven Nutzungsmuster wirken sich gleich stark auf die Batterie aus, und schnelles Fahren bedeutet nicht unbedingt aggressives Fahren. Was in dieser Studie mit einem höheren Verschleiß in Verbindung gebracht wird, sind wiederholte Spitzen im Stromverbrauch; daher kann ein lineareres und weniger abruptes Fahren dazu beitragen, die Belastung des Systems zu verringern, ohne stets ein langsames Tempo beibehalten zu müssen.