China beginnt, die Steuervorteile für Elektroautos zurückzunehmen.


Nachdem China den Aufschwung des Elektroautos maßgeblich unterstützt hat, beginnt es nun allmählich, die steuerlichen Vorteile zu reduzieren, von denen diese Branche bisher profitiert hat. Eine neue Steuer auf Lithium-Ionen-Batterien ist kürzlich in Kraft getreten, während weitere Maßnahmen in den nächsten Jahren verschwinden sollen. Und im Gegensatz zu einer manchmal verbreiteten Annahme sind diese Vorteile nicht ausschließlich chinesischen Automobilherstellern vorbehalten.
Jahrelang hat China die Entwicklung sogenannter Fahrzeuge mit neuen Energien (NEV) stark gefördert – eine Kategorie, die insbesondere 100 % elektrische Fahrzeuge, elektrische Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerung sowie wiederaufladbare Hybride umfasst. Doch da diese Antriebsformen nun einen wichtigen Platz auf seinem Automobilmarkt einnehmen, beginnt Peking allmählich, die Förderung einzuschränken.
Seit dem 1. September 2026 unterliegen Lithium-Ionen-Batterien somit einer Verbrauchsteuer in Höhe von 2 %. Die chinesische Regierung plant bereits, diesen Satz zu verdoppeln, sodass er ab dem 1. September 2027 bei 4 % liegen wird.
Diese Entscheidung beendet eine Befreiung, von der bislang Lithium-Ionen-Batterien profitierten. Die chinesische Regierung behandelt jedoch nicht alle Technologien auf dieselbe Weise: Natrium-Ionen-Batterien, feste Batterien sowie Brennstoffzellen bleiben bis zum 31. Dezember 2028 von dieser Steuer befreit.
Eine paar Dutzend Euro zusätzlich pro Elektroauto
Der Einfluss auf den Preis eines Elektroautos sollte jedoch relativ begrenzt bleiben. CarNewsChina nimmt als Beispiel eine 60 kWh große LFP-Batterie. Bei einer Steuer von 2 % würde ihr Preis um etwa 438 Yuan, das sind rund fünfzig Euro, ansteigen. Wenn der Satz bei 4 % liegt, würde die Zusatzkosten auf etwa 876 Yuan, also rund hundert Euro, erhöhen.
Allein betrachtet erscheint die Summe daher fast unbedeutend. Doch diese neue Besteuerung ist vor allem deshalb interessant, weil sie Aufschluss über die Entwicklung der chinesischen Politik gibt. Die Besteuerung von Batterien ist tatsächlich nur ein weiterer Schritt bei der schrittweisen Reduzierung der Vorteile, die Elektrofahrzeugen gewährt werden. Seit dem 1. Januar 2026 sind neue Energiefahrzeuge somit nicht mehr vollständig von der Kaufsteuer befreit. Sie erhalten lediglich eine Ermäßigung von 50 %, begrenzt auf 15.000 Yuan pro Fahrzeug. Diese Regelung soll bis Ende 2027 in Kraft bleiben. Mit anderen Worten: Ein in China gekauftes Elektroauto genießt weiterhin einen steuerlichen Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Verbrennungsfahrzeug, doch dieser ist nun doppelt so gering wie zuvor.
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Eine weitere Veränderung tritt am 1. Januar 2027 ein. Dann wird China mehrere Vorteile im Zusammenhang mit der jährlichen Steuer auf Fahrzeuge und Schiffe abschaffen. Die 50-prozentige Reduzierung für energieeffiziente Fahrzeuge wird verschwinden, genauso wie die Befreiungen insbesondere für Elektro-Lkw, aufladbare Hybride sowie Modelle mit Reichweitenverlängerung, die von dieser Regelung betroffen sind.
100-prozentig elektrische Personenkraftwagen stellen jedoch einen Sonderfall dar: Sie bleiben außerhalb des Geltungsbereichs dieser jährlichen Steuer und sind daher nicht von dieser Abschaffung betroffen.
Unterstützungen, die nicht nur chinesischen Herstellern vorbehalten sind
Dies ist wohl der interessanteste Punkt im Kontext der aktuellen Handelsspannungen um Elektrofahrzeuge. Chinesische Hersteller werden regelmäßig als Nutznießer eines besonders geschützten und vom Staat unterstützten Inlandsmarktes dargestellt. Die Realität bezüglich der hier erwähnten steuerlichen Vergünstigungen ist jedoch komplexer.
Die dem Kauf eines Elektrofahrzeugs gewährten Vorteile hängen nicht von der Nationalität des Herstellers ab. Ein in China hergestelltes qualifiziertes Elektrofahrzeug kann davon profitieren, egal ob es das BYD-, Geely- oder SAIC-Logo trägt – genauso wie ein Fahrzeug von Tesla, Volkswagen oder Toyota.
Das bedeutet natürlich nicht, dass der chinesische Automarkt frei von protektionistischen Maßnahmen ist oder dass alle Hersteller dort unter völlig gleichen Bedingungen konkurrieren. Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die chinesische Industrie übersteigen bei weitem die alleinigen Steuererleichterungen für Autokäufer.
Doch der Unterschied ist wichtig: Die heute schrittweise abgeschafften Maßnahmen zielten in erster Linie darauf ab, die Einführung neuer Antriebssysteme zu fördern – und nicht ausschließlich auf nationale Marken. Tesla ist vermutlich das repräsentativste Beispiel dafür. Die in seinem riesigen Werk in Shanghai hergestellten Autos konnten vom beschleunigten Aufbau des chinesischen Elektro-Ökosystems genauso profitieren wie die Fahrzeuge der einheimischen Hersteller.
Die chinesische Unterstützung für Elektrofahrzeuge verschwindet nicht
Peking reduziert daher einige Steuervorteile, doch es wäre voreilig zu schließen, dass China seine Unterstützung für Elektroautos aufgibt. Diese Unterstützung nimmt auch viel strukturellere Formen an. Das Land hat insbesondere ein riesiges Lade Netzwerk aufgebaut, zu dem noch die von Herstellern wie Nio entwickelten Batterietauschinfrastrukturen hinzukommen.
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CarNewsChina weist außerdem auf eine Besonderheit des chinesischen Systems hin: Da ein Teil der Finanzierung für die Straßeninstandhaltung im Kraftstoffpreis enthalten ist, tragen Elektroautofahrer nicht auf dieselbe Weise zu diesen Kosten bei, da sie weder Benzin noch Diesel kaufen.
Die öffentlichen Investitionen in Stromnetze und Ladeinfrastrukturen stellen ebenfalls eine Form der indirekten Unterstützung für die Elektromobilität dar. Auch hier lädt eine öffentliche Ladestation in China natürlich nicht nur Fahrzeuge chinesischer Marken auf.
Dort liegt vermutlich die wichtigste Entwicklung in der Strategie des Landes. Nachdem China über mehr als ein Jahrzehnt Steuervorteile genutzt hat, um den Markt anzukurbeln, kann es diese nun schrittweise reduzieren, da die Elektroautos dort fest verankert sind.
Autorkommentar
Es wird viel über die Subventionen gesprochen, von denen Elektroautos in China profitieren. Doch Peking beginnt nun, einige dieser steuerlichen Vorteile schrittweise zu reduzieren. Und im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme sind sie nicht ausschließlich chinesischen Marken vorbehalten: Tesla, Volkswagen oder Toyota können ebenfalls davon profitieren. Verändert China also seine Strategie?
Pierre Desjardins