KiBa-Pro bringt KI in die Herstellung von Batteriezellen ein.

Wie können Daten und künstliche Intelligenz die Produktion von Batteriezellen der Zukunft verändern? Diese Frage wird im gemeinsamen Projekt KiBa-Pro untersucht, das im Juli 2026 unter der Leitung von EAS Batteries gestartet wurde.
Mit 2,4 Millionen Euro an Finanzierung von der deutschen Bundesregierung wird in diesem Projekt Forschungseinrichtungen und Industriepartner zusammengebracht, um einen neuen datengetriebenen Ansatz für die Herstellung von Lithium-Eisen-Phosphat (LFP)-Batteriezellen zu entwickeln.
Das Konsortium bündelt Expertise aus der gesamten Wertschöpfungskette von Batterien. EAS Batteries koordiniert das Projekt und leitet die Digitalisierung der Zellherstellung, während RWTH Aachen für die Charakterisierung der Zellen sowie die Entwicklung von KI-Modellen verantwortlich ist. KIT und Batalyse konzentrieren sich auf die Verwaltung von Forschungsdaten, die automatisierte Analyse von Messdaten sowie den digitalen Produktpass auf Zellebene. Der Partner Omron trägt mit Automatisierungs- und Datenerfassungslösungen bei.
Als erstes Schritt wird EAS Batteries seine Produktionslinie vollständig digitalisieren. Zusätzliche Sensoren und moderne Schnittstellen werden systematisch Produktions-, Material- und Qualitätsdaten erfassen, die anschließend in einer zentralen Dateninfrastruktur zusammengeführt werden. Ziel ist es, eine nahtlose Datengrundlage für den gesamten Produktionsprozess zu schaffen.
Das Konsortium wird diese Daten nutzen, um eine virtuelle LFP-Batteriezelle zu entwickeln. Fortgeschrittene KI-Methoden werden große Datensätze analysieren, um Korrelationen zwischen Produktionsparametern und den daraus resultierenden Eigenschaften der Zelle zu ermitteln. Dadurch wird eine präzise Bewertung von Faktoren wie Schichtdicke, Porosität, Materialdurchsatz und Temperaturprofilen ermöglicht.

Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Lebensdauer, Kapazität und Leistung bereits vor Beginn der physischen Produktionsversuche vorherzusagen. Dadurch kann das Konsortium Prozessoptimierungen virtuell simulieren und bewerten, bevor sie in der Produktion umgesetzt werden, wodurch Entwicklungsanstrengungen und Ausschussraten reduziert, Optimierungszyklen beschleunigt und potenzielle Probleme bereits in einem frühen Stadium erkannt werden können. Gleichzeitig legt das Projekt die Grundlagen für zukünftige Anforderungen wie den digitalen Produktpass.
Die Projektpartner planen, die Ergebnisse von KiBa-Pro schrittweise in die industrielle Produktion zu integrieren.