Kia ruft 21.290 Exemplare des EV9 zurück. Das Problem betrifft die Erkennung eines Kindes auf dem Vordersitz.

Kia hat in den USA eine Wartungsaktion für 21.290 Exemplare des EV9 aus den Modelljahren 2025 und 2026 angekündigt. Es geht um das Passagiererkennungssystem am Vordersitz, das nach mehrfacher Einstellung des Sitzes fälschlicherweise beurteilen könnte, wer vorne sitzt, und dadurch den Kindersitzairbag nicht deaktivieren würde.
Das Problem wurde letzte Woche in einem Schreiben an die amerikanische Behörde NHTSA gemeldet. Kia weist auf eine fehlerhafte Verlegung des Schlauchs im Kabelbaum des ODS-Systems, also des Occupant Detection Systems, durch den Zulieferer hin.
Was genau kann passieren
Laut den bei der NHTSA eingereichten Dokumenten kann der Schlauch im ODS-Kabelbaum nach mehrfacher Einstellung des Vordersitzes eingedrückt werden. Falls dies geschieht, könnte das System den Airbag nicht deaktivieren, wenn sich auf dem Vordersitz ein Kind oder ein Kindersitz befindet.
Das ist nicht mehr eine Kleinigkeit vom Typ „das Licht geht an und das war’s“. Es handelt sich um eine Sicherheitsfunktion, die stets funktionieren muss.
Kia schätzt, dass etwa 6 Prozent der betroffenen Fahrzeuge von einem tatsächlichen Defekt betroffen sein könnten. Dennoch erfüllen alle genannten Exemplare nicht die amerikanischen Fahrzeugsicherheitsvorschriften, weshalb der Hersteller einen vollständigen Rückruf einleitet.
Zu den Symptomen können ein Airbag-Licht auf dem Armaturenbrett oder ein Signal für nicht angelegte Sicherheitsgurte gehören, selbst wenn auf dem Vordersitz niemand sitzt.
Welche Kia EV9 sind betroffen und was wird unternommen?
Der Rückruf betrifft die in Kias Fabrik in Georgia hergestellten EV9. Der Hersteller gibt an, dass damit alle amerikanischen EV9 des Modelljahres 2025 sowie ausgewählte Exemplare des Jahres 2026 abgedeckt sind.
Es gibt noch einen wichtigen Hinweis: Die im Jahr 2025 in Korea hergestellten EV9 fallen nicht unter die Wartungsaktion. Das ist eine ziemlich klare Unterscheidung, die vermutlich einige Fahrzeughalter interessieren wird, die nach dem VIN den Ursprung des Autos überprüfen möchten.
Die Mitteilungen an die Fahrzeughalter sollen ab dem 20. Oktober 2026 verschickt werden. Im Werk prüft der Händler die ODS-Matte und den Schlauch, wechselt bei Bedarf die Komponenten aus und stellt sicher, dass alles ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Die Reparatur soll kostenlos sein.
Die amerikanische Aktionsnummer von Kia lautet SC379, die NHTSA-Kampagnennummer ist 26V545.
Für den polnischen Leser ist etwas anderes am wichtigsten: Es handelt sich um einen Rückruf, der in den USA bekannt gegeben wurde, doch bei solchen Fällen sollte man nicht auf den Markt, sondern auf den Produktionsort sowie die konkrete Fahrzeugserie schauen. Der EV9 ist ein globales Modell, daher wird das Problem wohl nicht nach einer einzigen Mitteilung verschwinden.
Ein schlecht verlegtes Rohr kann mehr Chaos anrichten als eine halbe Bildschirmfläche voller Assistenten. Habt ihr ein EV9 oder wartet auf dieses Modell – würdet ihr zuerst auf das Baujahr oder den Herkunftsland achten?
Newsletter LovEV
Möchtet ihr mehr solcher Inhalte?
Tragt euch ein – wir senden euch einen Wochenüberblick, sobald der Newsletter startet.