KBA: Fast 30 Prozent der Neuwagen in Deutschland sind elektrisch

Der Anteil von vollelektrischen Autos an den Neuzulassungen in Deutschland hat einen neuen Rekordwert erreicht: Im Juli lag der Marktanteil bei 29,3 Prozent – und damit höher als in jedem Monat zuvor. Bezieht man auch Plug-in-Hybride ein, lag der Anteil von Autos mit Stecker gar bei 40,7 Prozent.
Die Beliebtheit von Elektroautos unter Neuwagenkäufern in Deutschland entwickelt sich weiter dynamisch: Der Rekord-Marktanteil von 29,3 Prozent aller Neuzulassungen im Juli 2026 lag fast 60 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Denn im Juli 2025 lag der BEV-Anteil noch bei 18,4 Prozent und damit 10,9 Prozentpunkte niedriger als heute.
In absoluten Zahlen ausgedrückt wurden im Juli 78.609 reine Elektroautos in Deutschland neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilt. Das sind 29.995 Einheiten mehr als im Juli 2025 (+61,7 Prozent). Zugleich waren es aber 5.448 E-Autos weniger als im Vormonat Juni. Wegen saisonaler Effekte (Juli als wichtiger Urlaubsmonat) gilt ein Vergleich zum Vorjahresmonat aber als statistisch aussagekräftiger. Und zugleich gibt es dennoch eine prozentuale Steigerung des Marktanteils gegenüber dem Juni: Hier lag die Marktpenetration von E-Autos gegenüber anderen Antriebsarten noch bei 28,4 Prozent.
Noch beeindruckender ist die zeitliche Entwicklung, wenn man zwei Jahre zurück schaut: Im Juli 2024 wurden erst 30.762 neue E-Autos in Deutschland registriert. Das waren nicht einmal 40 Prozent des Volumens von Juli 2026. Somit lag damals auch der Marktanteil deutlich niedriger, und zwar nur bei 12,9 Prozent.
Auch PHEVs verzeichneten im Juli dieses Jahres wieder einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat: Konkret kamen 30.609 Plug-In-Hybride neu auf die Straßen – 12,5 Prozent mehr als im vergangenen Monat. Dies entspricht einem Marktanteil von 12,5 Prozent – rund 2,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresjuli.
Chinesische Hersteller gewinnen Marktanteile
Schauen wir auf die Hersteller, wenngleich das KBA noch keine konkreten Angaben zu Modellen und deren Antriebsarten veröffentlicht hat. Aber die Eroberung von Marktanteilen durch chinesische Hersteller aus dem Bereich der New Energy Vehicles (also BEV, Plug-in-Hybride und Range Extender) setzt sich in Deutschland weiter fort. Konkret gemeint sind dabei vor allem die Marken BYD, Leapmotor, MG Motor, Xpeng und Zeekr.
Konkret hat BYD allein im Juli 2026 den stolzen Wert von 5.240 Neuzulassungen in Deutschland erreicht. Das war ein Plus von 365,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – und der Marktanteil unter den Pkw-Neuzulassungen über alle Antriebsart hinweg lag damit bei 2,0 Prozent, wie das KBA im Hersteller-Ranking ausweist. Schon fast bescheiden spricht BYD in einer eigenen Mitteilung dagegen nur von 1,95 Prozent Marktanteil. Wobei der Unterschied nur an der Rundung liegen dürfte, denn die KBA-Tabelle bietet nur eine Stelle hinter dem Komma – und bekanntlich rundet man in diesem Fall auf glatte 2 Prozent auf.
BYD mit Privatkundenanteil von 56,3 Prozent
Zugleich bietet BYD auch noch Details jenseits der KBA-Veröffentlichung: So spricht der Hersteller von 2.952 privaten Neuzulassungen im Juli 2026, so dass der Privatkundenanteil auf 56,3 Prozent kommt. Zum Vergleich: Im Gesamtmarkt liegt dieser Wert meist nur bei rund einem Drittel, während rund zwei Drittel auf gewerbliche Zulassungen (Dienstwagen, Service-Fahrzeuge, Mietwagen, Vorführwagen etc.) entfallen. Und BYD greift auch den Modellzahlen vor, die das KBA erst kommende Anfang der kommenden Woche veröffentlichen wird: Demnach ist der BYD Seal U DM-i erneut der meistverkaufte Plug-in-Hybrid mit 1.822 Neuzulassungen. Zu den reinen E-Autos verrät BYD hingegen noch keine konkreten Zahlen.
Seit Jahresanfang hat BYD in Deutschland nun schon 31.492 Autos ausgeliefert. Ein Marktanteil von 1,8 Prozent. Damit ist BYD ein Rekordjahr in Deutschland schon jetzt sicher, denn die Zulassungszahlen des gesamten Vorjahres von 23.360 Fahrzeugen sind damit schon deutlich übertroffen. Und: BYD rangiert damit 2026 beim Absatzvolumen in Deutschland bereits in ähnlicher Größenordnung wie z.B. Tesla (29.224 Einheiten) oder auch die französische Traditionsmarke Citroën (31.904 Einheiten).
Leapmotor mit über 10.000 Zulassungen seit Januar
Noch kurz im Schnelldurchlauf weitere chinesische Hersteller: Die von Stellantis unterstützte Marke Leapmotor kam auf 2.736 Neuzulassungen (BEV und Range Extender), ein Plus von 328,8 Prozent. Seit Jahresanfang hat Leapmotor in Deutschland 11.138 Einheiten ausgeliefert, ein Marktanteil von 0,6 Prozent. MG Motor, das aber auch noch klassische Verbrenner im Portfolio hat, lag im Juli bei 3.698 Einheiten und seit Jahresanfang bei 19.850 Einheiten (1,1% Marktanteil). Die VW-Beteiligung Xpeng kam auf 1.253 Fahrzeuge im Juli und auf 4.610 Einheiten seit Jahresanfang. Und Zeekr, das erst zum Jahreswechsel in Deutschland gestartet ist, erzielte 133 Neuzulassungen im Juli und seit Jahresanfang insgesamt 323 Einheiten.
Ein Rätsel geben dagegen einmal mehr die Zulassungszahlen des reinen E-Auto-Herstellers Tesla auf. Die Werte schwanken immer wieder extrem und lesen sich wie eine Achterbahnfahrt: Denn verbuchte der US-Konzern im Juni noch 7.768 Neuzulassungen in Deutschland und damit ein Plus von 317,6 Prozent, so waren es nun im Juli plötzlich nur 367 Einheiten. Einen ähnlichen Effekt gab es übrigens auch in Norwegen: Denn obwohl dort im Juli nur 24 neue E-Autos der Amerikaner zugelassen wurden, konnte Tesla mit 14.413 Zulassungen seit Jahresanfang seine Marktführerschaft unter den Automarken verteidigen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Tesla weltweit eine Vertriebs- und Logistikstrategie verfolgt, bei der die Auslieferungen extrem auf das Quartalsende (jeweils der März, Juni, September und Dezember) ausgerichtet sind.