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Japan kürzt E-Auto-Förderung

Japan kürzt E-Auto-Förderung

Die japanische Regierung hat beschlossen, die staatlichen Kaufprämien für Elektrofahrzeuge zum Jahreswechsel zu kürzen. Für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2027 sinken die Förderobergrenzen für Elektroautos, Kei-EVs, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge deutlich. Hintergrund ist die hohe Nachfrage nach dem Förderprogramm in Japan.

Elektrisches Kei-Car Nissan Sakura

Bild: Nissan

Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI)hat am 21. Oktober eine Überarbeitung des Förderprogramms für sogenannte Clean Energy Vehicles (CEV) angekündigt. Die neuen Fördersätze gelten ab Januar 2027 für Fahrzeuge, die ab diesem Datum neu zugelassen werden, sofern das laufende Förderprogramm über diesen Zeitpunkt hinaus fortgeführt wird. Mit der Anpassung will die Regierung die verfügbaren Mittel möglichst lange einsetzen.

Die Obergrenze für Batterie-elektrische Pkw sinkt dabei von bislang 1,25 Millionen Yen (ca. 7.000 Euro) auf 750.000 Yen (ca. 4.200 Euro). Für elektrische Kei-Cars, die japanische Klasse für besonders kompakte und leichte Fahrzeuge, wird die Förderobergrenze von 550.000 Yen (ca. 3.100 Euro) auf 440.000 Yen (ca. 2.500 Euro) reduziert. Bei Plug-in-Hybriden sinkt sie von 800.000 Yen (ca. 4.500 Euro) auf 480.000 Yen (ca. 2.700 Euro). Brennstoffzellenfahrzeuge erhalten künftig höchstens 870.000 Yen (ca. 4.900 Euro) statt bislang 1,45 Millionen Yen (ca. 8.200 Euro). Die Beträge beziehen sich auf die höchste Förderstufe und verstehen sich ohne zusätzliche Zuschläge für bestimmte Herstellermaßnahmen.

Japan: Förderhöhe für E-Autos sinkt deutlich

Die Kürzungen fallen je nach Antriebsart unterschiedlich aus. Bei regulären Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen liegt die neue Obergrenze bei 60 Prozent des bisherigen Werts. Für Kei-EVs sind es 80 Prozent. Die tatsächliche Fördersumme richtet sich weiterhin nach dem jeweiligen Fahrzeugmodell und dessen Bewertung anhand der Kriterien des Programms. Die genannten Obergrenzen sind deshalb nicht mit den Zuschüssen gleichzusetzen, die Käufer für jedes einzelne Modell erhalten.

Die japanische Förderstelle Next Generation Vehicle Promotion Center hat eine aktualisierte Liste mit den modellbezogenen Förderbeträgen für Zulassungen ab dem 1. Januar 2027 veröffentlicht. Darin werden die bisherigen und die neuen Beträge gegenübergestellt. Für Käufer ist daher nicht allein die jeweilige Förderobergrenze entscheidend, sondern der konkrete Zuschuss für das ausgewählte Modell und dessen Zulassungsdatum. Hier beispielhaft die Veränderung der Förderung für fünf beliebte Modelle in Japan:

| BEV-Modell | Förderung bis Ende 2026 | Förderung ab 2027 | Veränderung |

| --- | --- | --- | --- |

| Toyota bZ4X | 1,30 Mio. Yen (ca. 7.300 €) | 780.000 Yen (ca. 4.400 €) | −520.000 Yen (ca. 2.900 €) |

| Nissan Leaf | 1,29 Mio. Yen (ca. 7.300 €) | 774.000 Yen (ca. 4.400 €) | −516.000 Yen (ca. 2.900 €) |

| Tesla Model Y | 1,27 Mio. Yen (ca. 7.200 €) | 762.000 Yen (ca. 4.300 €) | −508.000 Yen (ca. 2.900 €) |

| Nissan Sakura (Kei-EV) | 580.000 Yen (ca. 3.300 €) | 458.000 Yen (ca. 2.600 €) | −122.000 Yen (ca. 700 €) |

| BYD Atto 3 / Dolphin | 150.000 Yen (ca. 800 €) | 90.000 Yen (ca. 500 €) | −60.000 Yen (ca. 300 €) |

Zusätzlich passt Japan die Zuschläge für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der Hersteller an. Bewertet werden dabei unter anderem die Bemühungen um den Einsatz von Stahl mit geringeren CO₂-Emissionen. Der maximale Zuschlag für reguläre Elektroautos sinkt von 50.000 Yen (ca. 300 Euro) auf 30.000 Yen (ca. 200 Euro). Bei Kei-EVs wird er von 30.000 Yen (ca. 200 Euro) auf 18.000 Yen (ca. 100 Euro) reduziert.

Senkung wegen hoher Nachfrage

Hintergrund der Entscheidung ist, dass die Mittel des laufenden Förderprogramms voraussichtlich vor dem ursprünglich vorgesehenen Ende der Antragsfrist ausgeschöpft werden. Die japanische Regierung will mit den niedrigeren Fördersätzen erreichen, dass die verbleibenden Mittel möglichst lange reichen. Die Anpassung betrifft das CEV-Förderprogramm auf Grundlage des Nachtragshaushalts für das japanische Haushaltsjahr 2025. Ob und in welcher Höhe Japan anschließend ein neues Förderprogramm auflegt, ist damit noch nicht festgelegt.

Die japanische Regierung hatte im Nachtragshaushalt für das Jahr 2025 rund 110 Milliarden Yen (etwa 624 Mio. Euro) für Subventionen bereitgestellt. Nach dem Start des Programms übertraf die Nachfrage die Erwartungen; bei unveränderten Bedingungen hätte ein Finanzierungsengpass gedroht. Auslöser für den Nachfrageschub war die Erhöhung der Förderbeträge im Januar 2026. Die Obergrenze für herkömmliche Elektro-Pkw – Boni eingeschlossen – wurde von maximal 900.000 Yen (etwa 5.700 US-Dollar) im Jahr 2025 auf bis zu 1,3 Millionen Yen (etwa 8.300 US-Dollar) im Januar 2026 angehoben. Dies kurbelte den Absatz laut „Biggo Finance“ an: So lagen im September 2026 die Verkäufe von BEVs auf dem Inlandsmarkt mit 16.074 Einheiten um 88,6 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor.