Irland legt neue Strategie für Ladeinfrastruktur bis 2028 vor

Irland will seine Ladeinfrastruktur bis Ende 2028 weiter ausbauen. Eine neue nationale Strategie sieht unter anderem zusätzliche Schnellladeparks entlang wichtiger Verkehrsachsen sowie mehr Lademöglichkeiten in Wohngebieten vor.
Verkehrsminister O’Brien präsentiert Irlands neue Ladestrategie.
Bild: Department of Transport Ireland
Die irische Regierung hat eine neue nationale Strategie für den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorgestellt. Verkehrsminister Darragh O’Brien präsentierte am 4. November die National EV Infrastructure Strategy 2026–2028. Sie soll sicherstellen, dass das öffentliche Ladenetz mit der steigenden Zahl an Elektrofahrzeugen Schritt hält und landesweit ausreichend Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums sind in Irland inzwischen mehr als 270.000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Damit wurde das im Klimaschutzplan für 2025 festgelegte Ziel übertroffen. Bei den Neuzulassungen erreichen Elektrofahrzeuge laut Regierung mittlerweile einen Marktanteil von 26,3 Prozent und bilden damit die größte Antriebsgruppe.
Parallel dazu ist auch die Ladeinfrastruktur gewachsen. Landesweit stehen derzeit mehr als 3.620 öffentlich zugängliche Ladepunkte an über 1.200 Standorten zur Verfügung. Ihre installierte Ladeleistung summiert sich nach Regierungsangaben auf rund 280 MW.
Schnellladeparks und mehr Ladeangebote in Wohngebieten
Die neue Strategie knüpft an den bisherigen Ausbauplan an und legt die Schwerpunkte bis Ende 2028 fest. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Errichtung leistungsstarker Ladeparks entlang der Nationalstraßen und wichtiger Verkehrskorridore. Damit soll insbesondere das Laden auf längeren Strecken erleichtert werden.
Gleichzeitig will die Regierung das Angebot in Wohngebieten ausbauen. Im Fokus stehen dabei Menschen ohne eigenen Stellplatz oder private Lademöglichkeit, etwa Bewohner von Mehrfamilienhäusern und dichter besiedelten Stadtvierteln. Auch das Laden an Zielorten soll weiterentwickelt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zugänglichkeit und Interoperabilität der Ladeinfrastruktur. Neue Anlagen sollen möglichst barrierefrei gestaltet werden und mit unterschiedlichen Fahrzeugen und Bezahlsystemen kompatibel sein. Zudem soll der Ausbau regional ausgewogen erfolgen und die Anforderungen der europäischen Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) erfüllen.
Neben Pkw berücksichtigt die Strategie auch gewerbliche Fahrzeugflotten und schwere Nutzfahrzeuge. Für diese sollen künftig sowohl Ladeangebote an Betriebshöfen als auch entlang wichtiger Transportstrecken geplant werden. Konkrete Ausbauzahlen für die einzelnen Fahrzeugsegmente nennt die Mitteilung allerdings nicht.
Als Beispiel für den laufenden Ausbau verweist die Regierung auf einen neuen Schnellladestandort vonCircle K in Maynooth, der ebenfalls am 4. November vorgestellt wurde. Darüber hinaus sollen drei Förderprogramme für Ladeinfrastruktur entlang der Nationalstraßen den Aufbau leistungsstarker Standorte unterstützen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist Teil umfassenderer Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität in Irland. So hat die Regierung im Februar 2026 erneut ein Förderprogramm für die Elektrifizierung von Taxis und Fahrdiensten aufgelegt. Dafür stehen sieben Millionen Euro bereit. Je nach Fahrzeugtyp und Voraussetzungen können Betreiber Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro erhalten.
Bei der Umsetzung der neuen Ladestrategie setzt die Regierung auf die Zusammenarbeit mit Kommunen, Infrastrukturbetreibern und weiteren öffentlichen Einrichtungen. Für 2027 ist eine Zwischenbewertung vorgesehen, um die Fortschritte zu überprüfen und die Strategie gegebenenfalls an technische Entwicklungen und veränderte Anforderungen anzupassen.