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Fahrzeuge

Der ID. Tiguan folgt auf den ID.4 und ID.5: Volkswagen setzt auf ein Erfolgsmodell

Der ID. Tiguan folgt auf den ID.4 und ID.5: Volkswagen setzt auf ein Erfolgsmodell

Der Volkswagen ID. Tiguan folgt auf den ID.4 und ID.5. Ein bekannter Name für ein völlig neues elektrisches SUV. Wir waren in Österreich bei der Enthüllung und durften bereits ein paar Stunden mit dem noch getarnten Auto fahren. Unsere Erfahrungen am Steuer behalten wir vorerst für uns.

Von ID.4 und ID.5 zum ID. Tiguan

Volkswagen verabschiedet sich immer deutlicher von der Zahlenstrategie, mit der das elektrische ID.-Zeitalter einst begann. Der Nachfolger des ID.4 und ID.5 erhält keine neue Nummer, sondern einen Namen, den fast jeder kennt: ID. Tiguan. Damit setzt Volkswagen eine Linie fort, die bereits beim ID. Polo sichtbar wurde.

Als Volkswagen im Jahr 2019 mit dem ID.3 begann, musste die eigene Namensgebung deutlich machen, dass eine völlig neue Generation von Elektroautos angebrochen war. Danach folgten der ID.4, der ID.5 und der ID.7. Inzwischen sieht die Marke das anders. Ein bekannter Name, an den sich Jahrzehnte Geschichte knüpfen, erweist sich letztendlich doch als weitaus wertvoller als eine neue Nummer, die dem Publikum vermittelt werden muss.

Volkswagen hatte bereits zuvor offiziell angekündigt, dass bekannte Modellnamen künftig auch für elektrische ID.-Modelle verwendet werden. Der ID. Polo ging als Erster an den Start. Nach der alten Logik hätte er wahrscheinlich ID.2 geheißen, doch Volkswagen entschied sich dafür, den weitaus bekannteren Namen Polo in das elektrische Zeitalter zu übernehmen. Volkswagen hat mittlerweile bestätigt, dass weitere bekannte Namen folgen werden. Wir warten also ab, wann der ID. Kever auftaucht.

ID. Tiguan als Nachfolger des ID.4 und ID.5
ID. Tiguan als Nachfolger des ID.4 und ID.5
Volkswagen ID. Tiguan 2026 34 – e-Drivers.com

Soll man ein erfolgreiches Modell niemals ändern?

Dass Volkswagen ausgerechnet den Namen Tiguan wählt, ist keineswegs zufällig. Seit der Markteinführung im Jahr 2007 wurden weltweit bereits mehr als neun Millionen Tiguans verkauft. Laut Volkswagen ist der Tiguan seit 2017 zudem ununterbrochen das meistverkaufte Modell innerhalb der Volkswagen Group.

Historisch gesehen wurden Modelle wie der Golf und Polo weitaus häufiger verkauft, doch neun Millionen Exemplare in noch nicht einmal zwanzig Jahren zeigen deutlich, welchen Wert der Name Tiguan mittlerweile hat. Volkswagen gab Anfang dieses Jahres bekannt, dass diese Grenze von neun Millionen Ende Mai 2026 überschritten wurde.

Der normale Tiguan verschwindet übrigens nicht sofort, sobald die elektrische Variante ankommt. Der aktuelle Tiguan bleibt weiterhin mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieben erhältlich. Der ID. Tiguan wird als rein elektrischer Bruder dazu kommen. Dadurch wird die neue Strategie auch viel verständlicher. Ein Tiguan bleibt ein Tiguan, doch die Buchstaben ID. machen klar, dass es einen rein elektrischen Antrieb gibt. Volkswagen muss Kunden damit nicht erneut erklären, wo genau der ID.4 oder ID.5 im Portfolio Platz findet.

Von ID. Polo bis voraussichtlich ID. Up!

Der ID. Tiguan ist dabei nicht allein. Der ID. Polo ist die erste konkrete Umsetzung dieser neuen Namensstrategie, und Volkswagen hat bereits angekündigt, dass weitere bekannte Namen folgen werden. Auch ganz unten im Elektrofahrzeugangebot scheint dieser Kurs fortgesetzt zu werden. Die Serienversion des kleinen ID. EVERY1 wird voraussichtlich ID. Up! heißen. Volkswagen hat diesen Namen noch nicht endgültig bestätigt, aber alles deutet darauf hin, dass auch hier ein bekannter Modellname zurückkehrt.

Dadurch sieht das zukünftige elektrische Volkswagen-Portfolio ganz anders aus, als es noch vor einigen Jahren angenommen wurde. Es handelt sich nicht um eine immer weiter wachsende Reihe von ID.3, ID.4, ID.5 und ID.7, sondern um Fahrzeuge mit Namen wie ID. Polo, ID. Tiguan und vermutlich ID. Up!. Das ist mehr als nur ein anderer Name auf der Heckklappe. Volkswagen versucht außerdem, die elektrischen Modelle in ihrem Charakter und ihrer Ausstrahlung stärker an Fahrzeuge anzunähern, die die Kunden bereits kennen.

Volkswagen ID. Tiguan 2026
ID Tiguan
ID Tiguan
ID. Tiguan

Ein viel größeres SUV als der ID.4 und ID.5

Die Veränderung ist beim ID. Tiguan bereits unter der Tarnung gut sichtbar. Die Autos, mit denen wir in Österreich gefahren sind, waren noch stark getarnt, aber eines lässt sich schwer verbergen: Der ID. Tiguan wirkt auffälliger als SUV im Vergleich zu den Modellen, die er ersetzt. Der ID.4 hat noch die relativ weichen und abgerundeten Formen, die für die erste Generation der ID-Modelle typisch waren. Der ID.5 ging mit seiner abfallenden Dachlinie noch einen Schritt weiter. Der ID. Tiguan steht deutlich gerader und stabiler auf seinen Rädern und entspricht damit viel stärker dem, was man vom Namen Tiguan erwartet.

Das passt zu dem, was wir bereits beim ID. Polo gesehen haben. Ein elektrischer Volkswagen muss nicht unbedingt um jeden Preis zeigen, dass er elektrisch ist. Er muss in erster Linie weiterhin als Volkswagen erkennbar sein. Darüber gehen wir jetzt noch nicht weiter ins Detail. Das endgültige Design sowie alle Details zum Innenraum und zur Technik behalten wir vorerst für uns.

Am 9. Oktober wissen wir viel mehr

Am 9. Oktober können wir viel mehr über den ID. Tiguan erzählen. Dann werden wir uns ausführlich mit dem endgültigen Design, den verschiedenen Ausstattungsvarianten, den technischen Spezifikationen und vielleicht bereits dem Einstiegspreis beschäftigen. Und mindestens genauso interessant: Dann werden wir auch erklären, wie er sich tatsächlich fährt. Wir haben bereits in Österreich ein paar Stunden hinter dem Steuer verbracht, also gibt es dazu später genug zu berichten.

Im Moment ist vor allem der Name das Thema. Volkswagen ersetzt den ID.4 und ID.5 durch einen Namen, der sich bereits seit Langem bewährt hat. Nach dem ID. Polo und voraussichtlich bald auch dem ID. Up! wird immer klarer, wohin Volkswagen will: Elektroautos müssen nicht länger in einer eigenen Welt mit eigenen Modellnamen existieren. Nach mehr als neun Millionen verkauften Tiguan ist es vielleicht die weniger überraschende Entscheidung, die Volkswagen treffen konnte. Doch vermutlich auch eine der klügsten.

Text: Marc Verweij