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Die Elektroantriebsfabrik von Hyundai Mobis geht in der Slowakei in Betrieb

Die Elektroantriebsfabrik von Hyundai Mobis geht in der Slowakei in Betrieb

Hyundai Mobis hat sein erstes europäisches Werk für Elektroantriebssysteme in der Slowakei eröffnet. In dem Werk in Nováky können jährlich bis zu 280.000 Stück produziert werden.

Der südkoreanische Automobilzulieferer Hyundai Mobis hat die Serienproduktion von Elektroantriebssystemen in seinem Werk in Nováky, Slowakei, aufgenommen. Laut dem Unternehmen handelt es sich um seine erste europäische Anlage für sogenannte PE-Systeme (Power Electric Systems), bei denen Elektromotor, Wechselrichter und Reduktionsgetriebe in einer einzigen Antriebseinheit integriert sind.

Der neue Werksbetrieb umfasst Produktionslinien für Statorn, ein wesentlicher Bestandteil des Elektromotors, sowie für Inverter und andere Komponenten. Hyundai Mobis gibt an, dass die maximale jährliche Kapazität 280.000 PE-Systeme beträgt. Der Lieferant hat jedoch weder beim Start noch angab, wann die volle Kapazität erreicht werden wird, das tatsächliche Produktionsvolumen offengelegt. Laut eigenen Angaben hat Hyundai Mobis in die Produktionskapazitäten in Nováky etwa 250 Milliarden Won (~158 Millionen Euro) investiert. Das Gelände erstreckt sich über etwa 106.000 Quadratmeter, wobei die Gesamtfläche der Gebäude 8.500 Quadratmeter beträgt.

Hyundai Mobis erweitert sein Antriebsgeschäft

Dieser Markteintritt fällt mit einer Phase zusammen, in der Hyundai Mobis sein Sortiment an eigenentwickelten Elektroantriebssystemen erweitert. Im Mai stellte der Zulieferer ein 160 kW starkes System vor, das die bereits vorhandene 250 kW Lösung ergänzt. Es folgt ein weiteres Antriebssystem mit 120 kW für kompaktere Fahrzeuge. Laut dem Unternehmen ermöglicht dies es, verschiedene Fahrzeugklassen mit standardisierteren und modularen Antriebssystemen abzudecken. Die PE-Systeme richten sich nicht nur an Marken innerhalb der Hyundai Motor Group. Hyundai Mobis strebt danach, mehr Kunden von Drittanbietern anzuziehen, und entwickelt seine Antriebe nun eher als unabhängige, standardisierte Produkte statt sie ausschließlich auf Vertragsbasis für einzelne Hersteller zu entwerfen. Die aktuelle Ankündigung gibt jedoch nicht an, welches der angekündigten 120-, 160- oder 250-kW-Systeme in Nováky produziert werden wird.

Hyundai Mobis bleibt bezüglich der konkreten Kunden vage. Die Fabrik soll sowohl Hyundai Motor und Kia als auch andere Automobilhersteller versorgen. Der Konzernchef Lee Gyu Suk spricht von „strategischen Modellen weltweiter Automobilhersteller“, nennt jedoch weder Hersteller, Modelle noch vereinbarte Produktionsmengen. Daher ist es derzeit noch nicht möglich einzuschätzen, wie viel von der Kapazität von 280.000 Einheiten bereits für konkrete Bestellungen reserviert ist.

Die Produktion in der Slowakei ist für Hyundai Mobis nichts Neues. Der Zulieferer betreibt bereits eine Anlage in Žilina in der Nähe des dortigen Kia-Werks, wo er unter anderem Bremsysteme und Airbags herstellt. Nováky ist jedoch das erste europäische Hyundai-Mobis-Werk für PE-Systeme. Schon vor Beginn des Baus wurden Teile der Lieferkette vorbereitet: Hyundai Mobis hatte Motorkerne bei Posco bestellt, von denen einige für die Produktion in der Slowakei vorgesehen waren.

Laut eigenen Angaben verfügt Hyundai Mobis mit Nováky nun über drei Produktionsstandorte für Elektrifizierungskomponenten in Europa. In der Tschechischen Republik werden bereits Batteriesysteme hergestellt, während das Unternehmen in Spanien entsprechende Produktionskapazitäten aufbaut. Unter anderem werden dort Batteriesysteme für die Volkswagen-Gruppe montiert. Mit Nováky erweitert Hyundai Mobis seine europäische Produktion von E-Mobilitätskomponenten von Batteriesystemen auf vollständige Elektroantriebseinheiten.

Die Slowakei bietet für diesen Zweck eine etablierte Industrie. Neben Kia betreiben dort Hersteller wie Volkswagen und Stellantis Fahrzeugwerke, während Volvo Cars ein neues Werk in Košice errichtet. Für Hyundai Mobis kann die lokale Produktion kürzere Lieferketten zu den europäischen Fahrzeugwerken ermöglichen. Es ist jedoch noch unklar, ob dies zu zusätzlichen Bestellungen seitens der dort ansässigen Hersteller führen wird. Klar ist, dass diese Erweiterung mit dem Ziel von Hyundai Mobis übereinstimmt, weniger von den Geschäften innerhalb der Hyundai Motor Group abhängig zu werden. Bis 2033 sollen 40 Prozent des Umsatzes von Kunden auf der ganzen Welt stammen. Die europäische Produktion bietet dazu zusätzliche Kapazitäten.

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Quelle: electrive