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Honda lässt offenbar neue Multi-Energy-Plattform von Tata entwickeln

Honda lässt offenbar neue Multi-Energy-Plattform von Tata entwickeln

Honda soll den indischen Engineering-Dienstleister Tata Technologies mit der Entwicklung einer neuen Fahrzeugplattform beauftragt haben. Die künftige Plattform wird nach Informationen einer Nachrichtenagentur verschiedene Antriebsstränge unterstützen – auch reine Elektrofahrzeuge.

Laut Bloomberg wird Tata Technologies mit Sitz in Pune, Maharashtra, eine Plattform für den japanischen Autohersteller entwickeln. Bloomberg berichtet zudem, dass die Architektur so konzipiert ist, dass sie Verbrennungsmotoren, Hybrid- und vollelektrische Antriebe unterstützt. Noch handelt es sich dabei aber um unbestätigte Informationen auf Basis einer namentlich nicht genannten Quelle. Was Tata allerdings bejaht, ist, ein „umfassendes Fahrzeugentwicklungsprogramm mit einem führenden japanischen Automobilhersteller“ zu realisieren.

Als wahrscheinlich gilt, dass Indien selbst ein Zielmarkt der künftigen Autos auf Basis der neuen Plattform sein wird. Erst im vergangenen Oktober bezeichnete Honda Indien nach Nordamerika und Japan als seine drittwichtigste globale Priorität für zukünftiges Wachstum und kündigte Pläne an, bis 2030 zehn Modelle in dem Land auf den Markt zu bringen.

Für Tata Technologies – eine Gesellschaft, die zum Tata-Konglomerat gehört – ist der mutmaßliche Deal ebenfalls lukrativ. Und er deutete sich an: Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen am 4. Mai 2026 gab CEO und -Geschäftsführer Warren Harris des Engineering-Dienstleisters bekannt, dass das Unternehmen im April einen Vertrag über ein komplettes Fahrzeugprogramm mit einem japanischen Automobilhersteller abgeschlossen habe. In einer weiteren Telefonkonferenz zur jüngsten Quartalsbilanz am 17. Juli 2026 ging Harris zudem erneut auf den Vertrag ein und erklärte: „Japanische OEMs waren in der Vergangenheit bei der Auswahl ihrer Entwicklungspartner stets sehr wählerisch, insbesondere bei Programmen von dieser strategischen Bedeutung. Dass uns ein Kunde, mit dem wir in diesem Bereich zuvor noch keine Geschäftsbeziehung hatten, die komplette Entwicklung eines Fahrzeugprogramms anvertraut hat, ist eine bemerkenswerte Leistung.“

Was Honda betrifft, so äußerte sich Präsident und CEO Toshihiro Mibe bei einer Pressekonferenz am 14. Mai 2026 wie folgt: „Wir werden lokale Entwicklungsressourcen, einschließlich externer Ressourcen, proaktiv nutzen und neue Modelle so schnell wie möglich auf den Markt bringen.“ Mibe sprach dabei über strategische, auf den indischen Markt zugeschnittene Modelle, die Honda ab 2028 auf den Markt bringen will, und seine Erwähnung externer Ressourcen könnte auch Tata Technologies eingeschlossen haben.

Zum Hintergrund: Honda trat 1998 in den indischen Markt ein und erwarb sich einen guten Ruf für seine Premium-Fahrzeuge, hatte jedoch aufgrund des begrenzten Erfolgs mit erschwinglicheren Modellen Schwierigkeiten, sich als bedeutender Akteur zu etablieren. Das Unternehmen produziert in Indien nur drei Modelle, von denen zwei Verbrenner- bzw. Hybridmodelle sind, die eine Länge von über 4 m aufweisen und somit dem höchsten Steuersatz von 40 Prozent unterliegen. Sein Marktanteil ist von sieben Prozent vor einem Jahrzehnt auf nunmehr weniger als zwei Prozent gesunken.

Bereits bekannt ist, dass Honda plant, im Jahr 2027 den „0 Alpha“ als sein erstes Elektromodell in Indien auf den Markt zu bringen.

bloomberg.com, investing.com (Telefonkonferenz), global.honda (PDF)

Dieser Artikel von Sagar Parikh ist zuerst in unserer internationalen Ausgabe electrive.com erschienen.