Habe viel zu beweisen – und viel zu bieten.

Aion UT bietet viel Platz, eine Reichweite von 430 Kilometern sowie eine achtjährige Garantie für 249.990 Kronen. Wir haben ihn in Kopenhagen getestet und sowohl Charme als auch ärgerliche Aspekte festgestellt.
25.09.2026 12:44 | Aktualisiert 12:45
Vielleicht haben Sie den Hersteller noch nicht gehört, aber GAC produziert bereits seit fast 30 Jahren Autos in China. Nun tritt dieser staatliche Hersteller mit einem kompakten Elektroauto und einem preislich aggressiven Angebot nach Norwegen ein.
Wir hatten etwa eine Stunde Zeit mit dem Auto in Kopenhagen. Das reicht aus, um den Innenraum, die Ausstattung genauer zu betrachten und ein erstes Urteil hinter dem Steuer zu fällen.
Über Reichweite, Geräuschpegel und Fahrleistungen auf norwegischen Straßen müssen wir in einem ausführlichen Test berichten.
Wir schauen genauer hin:
Was für ein Auto ist das?
Mehr über das Auto
Sitze – fehlt die Längenverstellung
Innenraum – ordentlich, aber durch Bildschirme dominiert
Rückbank – überraschend geräumig
Kofferraum – groß für die Klasse
Fahrgefühl – Komfort an erster Stelle
Fahrerassistenz – fünf Sterne und viel Technik
Autonomie – zwei Akkugrößen
Ladung – schnell für den Preis
Preis und Ausstattung – Luxury ist die klare Wahl
Garantie – zu den längsten gehörig
Fazit
Was für ein Auto ist das?
Der Aion UT ist ein kompaktes, voll elektrisches Kombi-Auto, das sich zwischen traditionellen Kleinwagen und Familienautos einordnet. Er ist etwa so lang wie der Volkswagen ID.3, kostet aber ähnlich viel wie kleinere Fahrzeuge wie der Volkswagen ID. Polo, der Renault 5 und der noch günstigere Citroën ë-C3.
Es handelt sich in erster Linie um ein Auto für diejenigen, die viel Platz und Reichweite zum Preis haben möchten. Der Kofferraum ist geräumiger, als es von außen scheint, und mit 440 Litern ziemlich groß für die Klasse.
Es ist ein schlichtes und ziemlich glattes Design ohne besonders viele auffällige Elemente. Bei genauerem Hinsehen erinnert die Silhouette an einen ID.3.

Das Auto könnte aufgrund seines niedrigen Preises ins Auge fallen. GAC ist für die meisten Norweger ein unbekannter Name und steht im Vergleich zu Fahrzeugen von Marken mit etablierten Händlernetzwerken und hohem Ansehen in den Schatten.
Deshalb muss es auf dem Papier nicht unbedingt günstig sein. Software, Winterausstattung, Wiederverkaufswert sowie der Support durch den Importeur werden mindestens genauso wichtig.
Das Importunternehmen Electric Way der Sulland-Gruppe ist für den Import nach Norwegen und Dänemark zuständig. Das Unternehmen verfügt bereits über die Marken Voyah, Dongfeng und MHero in seinem Portfolio. Wir haben bereits über GACs Markteintritt in Norwegen berichtet.
Mehr über das Auto
Aion UT ist 4,27 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,58 Meter hoch. Die Radstand beträgt 2,75 Meter.
Die Länge ist fast identisch mit der des Volkswagen ID.3, doch der UT verfügt über einen um 57 Liter größeren Kofferraum. Zudem ist er 22 Zentimeter länger als der ID. Polo.
Laut GAC wurde das Auto für Europa entwickelt, wobei das Design vom Studio von GAC in Mailand stammt. Die Produktion findet bei Magna Steyr in Graz, Österreich, statt – einem Werk, das bereits Fahrzeuge für mehrere bekannte europäische Hersteller gebaut hat.

Durch die europäische Produktion ist GAC weniger anfällig für die EU-Extraabgabe auf aus China importierte Elektroautos. Der Importeur gibt zwar nicht an, dass dies der einzige Grund für die Produktion des Autos in Österreich ist, doch es handelt sich offensichtlich um einen Vorteil auf dem EU-Markt. Norwegen hat keine ähnliche Extraabgabe eingeführt.
Laut den Aufschrift handelt es sich übrigens um „Matrix“. Die norwegische Ausstattungsliste gibt nur herkömmliche LED-Scheinwerfer mit automatischem Abblendlicht an. Hier beschreibt „Matrix“ offenbar das Design der Scheinwerfer, nicht ein adaptives Matrixlicht.
Sitz – fehlt die Längenanpassung
Die Luxusausgabe verfügt über einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit sechsfachiger Einstellung. Die Sitze sind warm, während die Belüftung im Sitz zum optionalen Luxury Pack gehört, das 30.000 zusätzlich kostet und unter anderem auch einen elektrischen Heckschlagbaum sowie ein Panoramaglasdach beinhaltet.
Ich sitze in der Ausgangsposition gut. Der Sitz ist weich und bietet brauchbare Einstellmöglichkeiten, doch die Rückenlehne kann nur nach oben und unten geneigt werden. Sie lässt sich nicht näher an den Fahrer heranziehen.

Für mich mit 1,80 Metern Körpergröße reicht es gerade aus, aber die Möglichkeit, ein paar Zentimeter näher heranzurücken, würde eine deutlich bessere Sitzposition ermöglichen.
Innenraum – ordentlich, aber bedienungstechnisch stark vom Bildschirm abhängig
Der Innenraum ist minimalistisch, mit einem 14,6-Zoll-Mittelscreen und einem 8,8-Zoll-Instrumentenpult. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig verfügbar, ebenso die drahtlose Verbindung.
Es gibt nur wenige physische Tasten. Temperatur, Spiegel sowie eine Reihe von Fahrzeugeinstellungen werden über den Bildschirm gesteuert. Die Anordnung ist relativ leicht zu verstehen, erfordert aber mehr Aufmerksamkeit bei der Bedienung als Tasten direkt am Gerät.

Auch die norwegische Software war noch nicht vollständig fertiggestellt. Mehrere Texte wiesen Anzeichen einer direkten und etwas merkwürdigen Übersetzung auf.
Der Materialverbrauch ist im Verhältnis zum Preis hoch. Es gibt einige weiche Flächen aus Kunstleder, aber auch etwas Hartplastik. Die City-Version, also die günstigste Ausführung, hat Sitze aus schwarzem Stoff, während die Luxury-Version Kunstleder verwendet.
Rückensitz – überraschend geräumig
Hinter dem vorderen Sitz, der auf meine Körpergröße von 1,80 Metern eingestellt ist, habe ich genügend Platz für Knie, Füße und Kopf. Der große Abstand zwischen den Schultern ist deutlich spürbar.
Die Batteriehebevorrichtung hebt den Boden an, sodass die Knie relativ hoch liegen und die Oberschenkel nur begrenzte Stütze erhalten. Bei kurzen Fahrten funktioniert das gut, doch über längere Distanzen kann es unangenehmer werden.

Der Mittelsitz ist härter und flacher. Hier sitze ich mehr auf dem Sitz als in der anderen Variante. Der Aion UT erscheint daher als sehr guter Viersitzer und bei Bedarf auch als brauchbarer Fünfsitzer.
Das Auto verfügt über drei Isofix-Befestigungen: eine im vorderen Passagiersitzbereich und zwei im hinteren Sitzen.
Kofferraum – groß für seine Klasse
Der Kofferraum bietet 440 Liter Stauraum, oder bis zu 1.600 Liter, wenn die Rücksitze umgeklappt werden. Die Rücksitze sind im Verhältnis 60/40 geteilt.
Der Kofferraum ist tief und verfügt über einen eigenen Raum unter dem Boden für Ladekabel und Kleinigkeiten. Einen separaten Kofferraumbereich vorne gibt es nicht, da dieser Platz vom Motor und anderen Elektronikkomponenten eingenommen wird.

Fahrgefühl – Komfort an erster Stelle
Sowohl die Versionen haben 204 PS und 210 Newtonmeter Drehmoment, die an die Vorderräder geleitet werden. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h beträgt 7,3 Sekunden.
Der Aion UT wirkt ausreichend schnell, versucht aber nicht, sportlich zu sein. Die Federung ist weich, das Lenken leicht und die gesamte Ausstattung scheint für einen komfortablen Stadtverkehr konzipiert zu sein.
Das Testfahrzeug befand sich auf der chinesischen Chao Yang-Strecke. Als ich etwas in eine Kurve ging, lockerten sich die Vorderräder und die Reifen quietschten laut. Ob dies hauptsächlich am unbekannten Reifenhersteller, der Unterlage oder der Gewichtsverteilung lag, können wir genauer untersuchen, wenn das Auto nach Norwegen kommt.
Zusätzlich beginnt Kopenhagen mit flachen, geraden und wenig fordernden Straßen. Wir konnten das Auto weder auf gewundenen Landstraßen, mit schlechtem Asphalt noch bei hoher Autobahnfahrgeschwindigkeit testen. Deshalb sind unsere Schlussfolgerungen über die Fahr-eigenschaften nach dieser Tour begrenzt.
Den ersten Eindruck ist dennoch ein weiches und komfortables Stadtauto.

Fahrerhilfen – fünf Sterne und viel Lärm
Aion UT verfügt über fünf Radare, eine Kamera sowie Fahrerassistenzsysteme wie adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Blindspot-Warnung und automatische Notbremse.
Trotzdem gab es während der Testfahrt zahlreiche Warnungen bezüglich der Geschwindigkeit, des Fahrbereichs und der Aufmerksamkeit des Fahrers.
Mehrere Funktionen können deaktiviert werden, doch sie befinden sich weiter unten auf dem Bildschirm und werden bei jedem Neustart wieder aktiviert.
Dies liegt teilweise an europäischen Sicherheitsvorgaben sowie den verschärften Regeln von Euro NCAP für 2026. Die neuen Regeln legen größeren Wert auf die Überwachung des Fahrers, bewerten aber auch den Komfort der verwendeten Systeme.
Aion UT erhielt in den Tests die volle Punktzahl und fünf Sterne, obwohl die Verkehrszeichenerkennung bei Euro NCAPs Testfahrten nur in 68 Prozent der Fälle die richtige Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigte. In solchen Fällen wird eine intensive Geschwindigkeitswarnung besonders lästig.
Ausdauer – zwei Akkugrößen
Die City verfügt über eine LFP-Batterie mit einer Nennleistung von 44 kWt und eine angegebene WLTP-Reichweite von 320 Kilometern. Der angegebene Verbrauch beträgt 1,69 kWt pro Meile.
Die Luxury hat eine Nennleistung von 60 kWt, eine Reichweite von 430 Kilometern und einen angegebenen Verbrauch von 1,64 kWt pro Meile.
Ladung – gut für den Preis
Sowohl die Versionen können mit bis zu 11 kW aufgeladen werden.
Nach einem Software-Update gibt der Importeur nun eine maximale Leistung von 100 kW beim Schnellladen an. Die Zeit vom 10 auf 80 Prozent sollte bei der Luxury-Version weiterhin 30 Minuten betragen.
Es gibt kein Ladungstempo-Rekord, aber das ist in dieser Preisklasse völlig in Ordnung. Eine ordentliche Ladeprüfung bei norwegischen Temperaturen müssen wir später durchführen.
Sowohl die Versionen verfügen auch über V2L, sodass die Autobatterie Strom an externe Geräte liefern kann.
Preis und Ausstattung – Luxury ist die klare Wahl
Aion UT wird in zwei Versionen angeboten. Zudem kann die Luxury mit einem Ausstattungspaket erweitert werden (siehe unten).
City – 229.990 Kronen
Der City verfügt über einen Akku mit 44 kWt und eine Reichweite von 320 Kilometern. Zur Seriausstattung gehören unter anderem:
Wärmepumpe
Beheizte Vordersitze
Adaptiver Tempomat
Rückkamera sowie Parksensoren hinten
kabelloses Apple CarPlay und Android Auto
V2L
Luxury – 249.990 Kronen
Zum Preis von zusätzlichen 20.000 Kronen erhalten Sie einen Akku mit 60 kWt und eine Reichweite von 430 Kilometern. Allein das macht die Luxury-Ausstattung zur attraktivsten Wahl.
Zusätzlich erhalten Sie unter anderem:
elektrisch verstellbare Vordersitze
beheiztes Lenkrad und Armaturenbrett
360-Grad-Kamera sowie Parksensoren vorne
Kunstleder
kabellose Mobilladung
USB-Anschluss am Rücksitz
automatisch abdunkelbares Innenspiegel
sechs Lautsprecher anstelle von vier
Luxury Pack – 29.995 Kronen
Dies ist ein Optionspaket für Luxury, kein eigenständiges Modell. Das Paket enthält:
Panoramadach mit elektrischer Sonnenschutzfunktion
Elektrisches Hecktor
Lüftung im Fahrersitzbereich
Elektrisch einstellbare Außenspiegel
Schlüsselloses Zugangssystem

Das Auto ist vielleicht schon von vorne ansehnlich genug, daher möchten Sie den Look mit einer anderen Farbe abrunden – das kostet 8.995 Kronen.
Das Beigefarben-Innenleben für Luxury kostet 5.995 Kronen.
Ein hochausgestattetes Auto mit Luxury Pack, optionaler Lackierung und Beigefarben-Innenleben kostet som Folge 294.975 Kronen. Das liegt nur 5.025 Kronen unter der MwSt.-Schwelle von 300.000 Kronen für das Jahr 2026.
Electric Way plant, die ersten norwegischen Autos Anfang November auszuliefern. Sollte der Plan aufgehen, sollten die ersten Fahrzeuge für die Kunden noch vor Jahreswechsel geliefert werden können.
Der Lieferzeitpunkt ist wichtig. Die Schwellenwertgrenze soll nach Plan im Jahr 2027 auf 150.000 Kronen gesenkt werden. Bei unverändertem Grundpreis wird ein voll ausgestattetes Auto dadurch insgesamt etwa 36.000 Kronen teurer.
Zum Vergleich beginnt der Volkswagen ID. Polo bei 249.900 Kronen und weist derzeit eine Reichweite von 323 Kilometern auf. Der Aion UT Luxury kostet im Grunde genommen das Gleiche, ist jedoch größer und hat eine um 107 Kilometer längere angegebene Reichweite.
Garantie – zu den längsten auf dem Markt
Die Neuwagengarantie gilt acht Jahre oder 160.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst eintritt. Es handelt sich dabei um eine der längsten Herstellergarantien auf dem norwegischen Markt.
Die Batteriegarantie beträgt acht Jahre oder 200.000 Kilometer. GAC garantiert in dieser Zeit mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität.
Die Wartungsintervalle betragen zwei Jahre oder 30.000 Kilometer. Das Auto wird außerdem mit drei Jahren europäischer Straßenunterstützung geliefert, einschließlich Ersatzfahrzeug und Mobilitätsversicherung.
Fazit
Der GAC Aion UT macht mit Platzangebot, Komfort und Preis einen überzeugenden ersten Eindruck.
Die Luxusausführung mit einer Reichweite von 430 Kilometern für 249.990 Kronen ist unserer Ansicht nach eindeutig die interessanteste, und selbst ein hochausgestattetes Auto liegt bei einer Lieferung im Jahr 2026 unter 300.000 Kronen.
Gleichzeitig bleiben wichtige Fragen offen. Die Software benötigt eine Sprachüberarbeitung, und alle Warnungen machen das Fahren des Autos unnötig anstrengend. Auch der Test auf der Probefahrstrecke überzeugte nicht.
Deshalb benötigen wir einen vollständigen Test auf norwegischen Straßen, bevor ein endgültiges Urteil gefällt werden kann. Doch eines ist bereits klar: Die Konkurrenten erhalten ein neues Modell zu einem besonders wettbewerbsfähigen Preis.
Technische Daten: GAC Aion UT
Stadtverkehr
Luxus
Preis ab
229.990 kr
249.990 kr
Motoreffekt
150 kW / 204 PS
150 kW / 204 PS
Dreiemoment
210 Nm
210 Nm
Antriebsräder
Vorderräder
Vorderräder
Batteriekapazität, brutto
44 kWt
60 kWt
Reichweite, WLTP
320 km
430 km
Verbrauch, WLTP
1,69 kWt/Mile
1,64 kWt/Mile
Normale Ladung (AC)
11 kW
11 kW
Schnellladung 10–80 Prozent
28 Min.
30 Min.
0–100 km/h
7,3 Sek.
7,3 Sek.
Höchstgeschwindigkeit
160 km/h
160 km/h
Länge × Breite × Höhe
4,27 × 1,85 × 1,58 m
4,27 × 1,85 × 1,58 m
Radstand
2,75 m
2,75 m
Kofferraumhöhe, leer/beladen
147/130 mm
147/130 mm
Kofferraumvolumen, Sitze hoch/runter
440/1.600 l
440/1.600 l
Reifendimension
215/55 R17
215/55 R17
Neuwagengarantie
8 Jahre / 160.000 km
8 Jahre / 160.000 km
Batteriegarantie
8 Jahre / 200.000 km
8 Jahre / 200.000 km
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Der Artikel „Hat viel zu beweisen – und viel zu bieten“ erschien erstmals bei Norsk elbilforening.