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Hamburg erhält öffentliche „Low-DC“-Ladesäulen

Hamburg erhält öffentliche „Low-DC“-Ladesäulen

Die Hamburger Energiewerke Mobil baut in der Hansestadt neuerdings sogenannte Low-DC-Ladesäulen auf, um das Ladenetz in Hamburg zu verdichten. Dabei handelt es sich um in Deutschland eher seltene Lader mit DC-Ladeleistungen bis zu 50 kW.

Die Hamburger Energiewerke Mobil – kurz HEnW Mobil – ist eine Tochter der Hamburger Energiewerke und will mit den moderat ladenden Gleichstrom-Geräten die Lücke zwischen klassischem AC-Laden und High-Power-Charging schließen. Der Anbieter ist nach eigenen Angaben der erste Akteur, der diese Ladetechnologie im öffentlichen Raum Hamburgs installiert. Der Pilotstandort von HEnW Mobil mit entsprechenden Low-DC-Ladern befindet sich in der Paul-Sorge-Straße in Niendorf. Mit einer zweiten Location in der Grünebergstraße geht aber direkt ein weiterer Standort in Betrieb.

Und dabei soll es nicht bleiben: HEnW Mobil gibt an, bereits 13 Standorte in der Planung oder in der Umsetzung zu haben. Auf den Pressebildern des Hamburger Anbieters ist zu sehen, dass es sich bei den verwendeten Geräten um Ladesäulen des Typs Hypercharger 50 von Alpitronic handelt, die über je zwei Anschlüsse verfügen. Innerhalb Deutschlands werden solche Lader eher selten verbaut. Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur wies in seiner Juli-Statistik nur

8.386 Ladepunkte mit einer Leistungsspanne von 49 bis 59 kW aus – vier Prozent aller registrierten Ladepunkte in der Bundesrepublik. Im Bereich 22 – 49 kW, der teils von AC- und DC -Geräten abgedeckt wird, sind es nochmals wesentlich weniger (< 1%)

Die HEnW Mobil sieht aber gute Gründe für die Low-DC-Ladesäulen: „Sie eignen sich insbesondere für dicht bebaute Stadtquartiere sowie sogenannte Points of Interest, an denen Fahrzeuge typischerweise für einen begrenzten Zeitraum abgestellt werden. Low-DC ermöglicht in dieser Zeit eine deutlich höhere Ladeleistung als herkömmliche AC-Ladepunkte und lässt sich gleichzeitig platzsparend in den öffentlichen Raum integrieren.“ Zudem stelle die Technologie geringere Anforderungen an das Stromnetz als ein HPC-Lader. Das sei insbesondere in bestehenden urbanen Strukturen von Vorteil.

Die Energiewerke-Tochter betreibt derzeit rund 2.150 AC-Ladepunkte und über 150 Schnellladepunkte. Damit verwaltet die HEnW Mobil nach eigenen Angaben eines der größten öffentlichen AC-Ladenetze Deutschlands. Low-DC soll dieses Angebot künftig um eine weitere Ladetechnologie für Standorte mit mittleren Aufenthaltszeiten ergänzen. Die Preise sind laut einem Bericht des NDR dabei identisch zum AC-Laden. Bis Mitte 2027 soll das Netz der HEnW Mobil unterdessen über alle Lade-Leistungsklassen bereits auf mehr als 2.800 Ladepunkte wachsen. Bis 2030 sind anbieterübergreifend rund 10.000 Ladepunkte in der Stadt geplant, davon sei bislang die Hälfte geschafft, heißt es.

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, kommentiert: „Hamburg kommt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur gut voran. Das ist wichtig, damit Elektromobilität im Alltag funktioniert. Entscheidend ist, dass Menschen ihr Elektroauto dort laden können, wo sie ohnehin sind – im Wohnquartier, beim Einkaufen oder bei der Arbeit. Deshalb setzen wir auf den richtigen Mix aus städtischem Ausbau, privaten Investitionen und der passenden Technologie für jeden Standort.“

Michael Prinz, Geschäftsführer Hamburger Energiewerke, ergänzt: „Laden muss in den Alltag passen und nicht jeder Stopp braucht einen Sprint. Für Elektromobilisten ist eine geladene Batterie entscheidend, wenn es weitergehen soll. Deshalb wählen wir für jeden Standort die passende Ladetechnologie. Unsere neuen Low-DC-Ladesäulen eignen sich besonders für Orte des Alltags, an denen Fahrzeuge für eine begrenzte Zeit stehen. So können unsere Kundinnen und Kunden ihre Parkzeit optimal zum Laden nutzen.“

Die Nutzung des Ladenetzes von HEnW Mobil nimmt derweil weiter zu: Das Unternehmen verzeichnete in diesem Jahr nach eigenen Angaben bereits eine Million Ladevorgänge. Das sind 22 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Gleichzeitig wächst die Anzahl an E-Fahrzeugen in Hamburg: 28,2 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Hamburg entfallen laut der Stadtverwaltung inzwischen auf Elektrofahrzeuge. Entsprechend steigt auch der Bedarf an leistungsfähiger öffentlicher Ladeinfrastruktur.