GreenWay bleibt mit einem Anteil von über 20 % Spitzenreiter bei der Schnellladung. Lidl und Powerdot kommen immer näher.

Kurz gesagt:
- GreenWay kontrolliert 20,5 % des Marktes für öffentlich zugängliche Schnellladepunkte.
- Lidl hat seinen Anteil auf 17,5 % erhöht, während Powerdot mit 15,3 % den dritten Platz belegt.
- GreenWay kündigt für das Jahr 2026 noch mehr als 20 weitere Ladestationen mit einer Leistung von bis zu 400 kW an.
GreenWay spürt den Druck der Konkurrenz
Der Markt für öffentliche Ladestationen in Polen wächst so schnell, dass sich die Positionen der größten Anbieter innerhalb weniger Monate ändern können. GreenWay bleibt weiterhin Marktführer im Bereich der Schnellladung, doch sein Vorsprung vor den Konkurrenten hat deutlich abgenommen.
Laut den Daten von F5A New Mobility Research and Consulting hatte GreenWay Ende des dritten Quartals 2026 einen Marktanteil von 20,5 % bei den allgemein zugänglichen Gleichstrom-Ladepunkten (DC). Den zweiten Platz belegte Lidl Polska mit 17,5 %, und den dritten Powerdot mit 15,3 %.
Weiterhin sind die Unterschiede bereits deutlich größer. Orlen Charge hat einen Marktanteil von 7,5 %, Kaufland 5,6 %, während Tesla und Moya Energia jeweils 3,4 % haben.
Lidl immer näher an GreenWay
Aber interessanter ist nicht nur die Reihenfolge, sondern auch das Tempo der Veränderungen. Im zweiten Quartal hatte GreenWay einen Marktanteil von 21 %, Lidl 16,4 % und Powerdot 16,1 %. Drei Monate später sank der Marktanteil des Führenden um 0,5 Prozentpunkte, während Lidl 1,1 Prozentpunkte hinzugewann. Powerdot verlor hingegen 0,8 Prozentpunkte.
Das bedeutet, dass der Vorsprung von GreenWay vor Lidl auf 3 Prozentpunkte gesunken ist. Noch Ende des ersten Quartals sah die Situation anders aus: GreenWay hatte 20,5 Prozent, während Lidl und Powerdot jeweils 16,5 Prozent hatten.
Den größten Zuwachs im dritten Quartal verzeichnete neben Lidl Moya Energia, deren Anteil um 1 Prozentpunkt stieg. Tesla gewann 0,6 Prozentpunkte hinzu.

Die Rangliste der größten Anbieter von Schnellladepunkten Ende September sah wie folgt aus:
GreenWay Polska – 20,5%
Lidl Polska – 17,5%
Powerdot – 15,3%
Orlen Charge – 7,5%
Kaufland – 5,6%
Tesla – 3,4%
Moya Energia – 3,4%
Elocity – 3,2%
Budimex Mobility – 1,8%
Polenergia – 1,7%
In Polen gibt es bereits über 13,9 Tausend öffentliche Ladepunkte
Den steigenden Anteilen der größten Anbieter muss man im Verhältnis zum Entwicklungstempo des gesamten Marktes betrachten. Laut dem Polnischen Verband für neue Mobilität (PSNM) waren Ende September in Polen 13.936 allgemein zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Schon 7113 davon, also 51%, waren Ladepunkte mit Gleichstrom, die ein schnelleres Aufladen des Autos ermöglichen. Noch Ende März gab es solcher Punkte 5980. Innerhalb von einem halben Jahr ist ihre Zahl somit um über 1100 gestiegen.

Im Markt sind daher große Veränderungen zu beobachten. Noch vor einigen Jahren basierte die öffentliche Infrastruktur größtenteils auf Wechselstromgeräten (AC) mit relativ geringer Leistung. Heute investieren die Anbieter deutlich stärker in schnelles und ultraschnelles Laden an Autobahnen, Einkaufszentren oder Geschäften.
GreenWay bereitet mehr als 20 neue Ladestationen vor
GreenWay hat nicht die Absicht, den Vorsprung kampflos abzugeben. Der Anbieter hat soeben die nächste Entwicklungsstufe seiner Infrastruktur angekündigt.
Noch vor Ende des Jahres 2026 sollen in Polen mehr als 20 neue ultraschnelle Ladestationen in Betrieb genommen werden. Laut der von dem Unternehmen veröffentlichten Karte werden die neuen Standorte in verschiedenen Teilen des Landes entstehen, und die eingesetzten Geräte werden eine Leistung von bis zu 400 kW bieten.

Das Unternehmen weicht zunehmend vom Modell einer einzelnen Schnellladestation ab und setzt stattdessen auf größere Standorte mit mehreren Ladepunkten. Dies ist besonders bei Strecken wichtig, wo nicht nur die maximale Leistung der Anlage entscheidend ist, sondern auch die Anzahl der Fahrzeuge, die gleichzeitig laden können.
Die Erweiterung findet übrigens bereits seit Anfang des Jahres statt. Im ersten Halbjahr 2026 hat GreenWay 81 eigene Ladepunkte mit einer Gesamtleistung von 10,4 MW in Betrieb genommen, wovon die überwiegende Mehrheit in Polen entstanden ist. In dieser Zeit stieg die Anzahl der Standorte um 9 %, die Zahl der Ladepunkte um 8 % und die Gesamtleistung der Infrastruktur um 11 %.
Noch früher beendete der Anbieter das Projekt mit 35 ultraschnellen Ladestationen sowie 253 neuen Gleichstrom-Ladepunkten mit einer Leistung von bis zu 400 kW.
In der Wechselstrom-Ladetechnik führt bereits Orlen
GreenWay ist hingegen nicht der Marktführer im zweiten Segment. Bei den Wechselstrom-Ladepunkten, die hauptsächlich bei längeren Pausen genutzt werden, belegte Orlen Charge Ende des dritten Quartals mit 13 % Anteil den ersten Platz.
GreenWay folgte direkt dahinter. Die detaillierte F5A-Rangliste zeigt einen Anteil von 12,5 %. Weitere Plätze belegen Elocity mit 8,3 %, Eleport mit 6,2 % sowie Noxo mit 6,1 %.

Die Unterschiede sind also gering, doch die Richtung der Veränderungen ist deutlich erkennbar. Noch Ende 2025 war GreenWay auch im AC-Segment führend. Ende des ersten Quartals 2026 lag Orlen bereits bei 13,2 %, gegenüber 13,1 % bei GreenWay, und nach dem ersten Halbjahr hatten beide Anbieter jeweils 12,9 %. Das dritte Quartal führte somit zu einer deutlicheren Trennung der Positionen.
Der Markt wird immer wettbewerbsintensiver
Die wichtigste Veränderung besteht jedoch nicht im Wechsel einzelner Plätze in der Rangliste. Die polnische Ladeinfrastruktur tritt nun in eine Phase ein, in der mehrere große Netzwerke, die nach unterschiedlichen Modellen arbeiten, um Fahrer konkurrieren.
GreenWay entwickelt ein klassisches landesweites Netzwerk sowie immer größere Zentren. Lidl und Kaufland nutzen ihre umfangreiche eigene Filial- und Parkplatzbasis. Powerdot konzentriert sich vor allem auf Standorte in Einkaufs- und Dienstleistungszentren. Orlen verfügt über das bereits bestehende Tankstellennetz, während Tesla seine Supercharger zunehmend auch für Nutzer von Fahrzeugen anderer Marken zur Verfügung stellt.
Zum Ende des dritten Quartals hat GreenWay weiterhin eine klare Führungsposition im Bereich Schnellladen, doch der Abstand zwischen dem ersten und dritten Platz beträgt nur noch 5,2 Prozentpunkte. Insbesondere Lidl schließt schnell auf.
Die Antwort von GreenWay sollen weitere Investitionen in große und strategisch wichtige Standorte sein. Mehr als 20 neue Hubs, die bereits für dieses Jahr angekündigt wurden, können dem Anbieter helfen, die Spitzenposition zu behalten. Gleichzeitig deutet das Ausbautempo der Konkurrenz darauf hin, dass der Wettbewerb um die Position des größten Schnellladungsnetzes in Polen immer ausgeglichener werden wird.
Piotr Sobczyk