Zurück zu den Nachrichten
Laden

GM und LGES fahren Zellproduktion in Ohio wieder hoch

GM und LGES fahren Zellproduktion in Ohio wieder hoch

General Motors und LG Energy Solution nehmen die Batteriezellproduktion in ihrem gemeinsamen Werk im US-Bundesstaat Ohio nach rund sieben Monaten Pause wieder auf. Ab kommender Woche sollen dort wieder Zellen für Elektroautos von GM gefertigt werden. Der Neustart erfolgt, während die Partner andere US-Kapazitäten stärker auf stationäre Batteriespeicher ausrichten.

Ultium cells usa spring hill

Die Produktion im Ultium-Cells-Werk im Nordosten Ohios soll am kommenden Montag wieder anlaufen. Wie Tom Gallagher, Vice President of Operations bei Ultium Cells, gegenüber Reuters erklärte, wird ein Großteil der vorübergehend freigestellten Beschäftigten an den Standort zurückkehren. Insgesamt sollen dort dann wieder rund 1.400 Menschen arbeiten.

Die Zellproduktion war im Januar 2026 aufgrund der gesunkenen Nachfrage nach Elektroautos eingestellt worden. Nach sieben Monaten Pause soll das Gemeinschaftsunternehmen von GM und LG Energy Solution nun wieder Batteriezellen für Elektrofahrzeuge des US-Autobauers fertigen. Der Wiederaufnahme der Produktion fällt in eine Phase, in der GM und LGES ihre nordamerikanischen Batteriekapazitäten stärker an die veränderte Nachfrage angepasst haben. Besonders deutlich wird das am zweiten Ultium-Cells-Werk in Spring Hill im Bundesstaat Tennessee. Dort investieren die Partner 70 Millionen Dollar in die Umrüstung der Produktion, um künftig auch LFP-Zellen für stationäre Energiespeicher herzustellen.

Die Umstellung in Tennessee ist allerdings keine vollständige Abkehr von Elektroauto-Batterien. Ultium Cells spricht vielmehr von einer Diversifizierung des Standorts, sodass dort perspektivisch Zellen für stationäre Speicher und Elektrofahrzeuge gefertigt werden sollen. Spring Hill ist dabei Teil einer größeren Strategie: LG Energy Solution will mit dem wachsenden Geschäft mit Energiespeichern unter anderem die schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ausgleichen. Seine weltweite Produktionskapazität für Energiespeichersysteme will das Unternehmen 2026 auf mehr als 60 GWh erhöhen, davon sollen über 80 Prozent in Nordamerika angesiedelt sein.

Auch GM hatte auf die schwächere Nachfrage bereits reagiert. Der Konzern nahm Anfang des Jahres Milliardenabschreibungen im Zusammenhang mit seinem Elektroauto-Geschäft vor. Hintergrund waren unter anderem gedämpfte Nachfrageerwartungen nach dem Ende der US-Steuergutschrift von 7.500 Dollar für elektrische Neuwagen im September 2025.

Parallel verändert GM auch seine weiteren Batteriepartnerschaften. Anfang der Woche übernahm Samsung SDI laut Reuters den Anteil des Autobauers an dem Joint Venture für eine noch im Bau befindliche Batteriezellfabrik im Bundesstaat Indiana. Der Produktionsneustart in Ohio setzt vor diesem Hintergrund einen anderen Akzent: Dort fahren GM und LGES ihre Kapazitäten für Elektroauto-Batterien nach der siebenmonatigen Pause wieder hoch, während Spring Hill zeigt, wie die Partner ihre Zellfertigung zugleich breiter aufstellen.