Gewichtsproblem bremst Einsatz von Elektro-Lkw aus


Bild: MAN (Symbolbild)
Der Anteil an Elektro-Lkw im hiesigen Schwerlastverkehr ist derzeit noch gering. Bei den deutschen schweren Lkw liegt die Quote bei etwa 0,5 Prozent, wie der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) Dirk Engelhard im Interview mit dem WDR berichtet. Bezieht man die ausländischen Marktteilnehmer mit ein, sinkt dieser Wert auf etwa 0,27 bis 0,3 Prozent der rund 800.000 schweren Lkw, die für die Versorgung in Deutschland zuständig sind.
Laut Engelhard liegt das Problem nicht an der Technik, da die E-Antriebe „tadellos“ funktionierten. Die Fahrzeuge seien jedoch etwa zwei- bis zweieinhalbmal so teuer wie konventionelle Diesel-Lkw, kein Auftraggeber wolle höhere Frachtraten bezahlen. Zudem fehlten für den Fernverkehr noch ausreichende Reichweiten sowie genügend Ladepunkte.
Die Reichweite von E-Lkw ist aus Sicht des BGL jedoch das geringste Problem. Ein zentrales Hindernis stellt die Antriebsachslast dar, die in Europa auf 11,5 Tonnen begrenzt ist. Da Batteriepacks bis zu vier Tonnen wiegen können, wird diese Grenze bei voll beladenen Lkw schnell überschritten. Technische Lösungen wie zusätzliche Achsen könnten das Gewicht verteilen, führen jedoch zu höheren Gesamtgewichten und längeren Fahrzeugen. Hier muss die Politik dem Branchenkenner zufolge Lösungen finden.
Die Wirtschaftlichkeit der E-Lkw hängt Engelhard zufolge stark von den Lademöglichkeiten ab. Während das Laden in Depots mit günstigen Strompreisen rentabel sein kann, erschweren hohe Preise für öffentliche Ladepunkte von 50 bis 80 Cent pro Kilowattstunde die Kostenrechnung.
Während E-Mobilität im Bereich der kleinen Zustellfahrzeuge bereits eine große Rolle spielt, besteht im 40-Tonnen-Segment, das 85 Prozent aller Gütertransporte abdeckt, erheblicher Handlungsbedarf. Für spezielle Anwendungen wie Großraumtransporte von Windrädern sind laut Engelhard allerdings alternative Kraftstoffe wie E-Fuels oder Wasserstoff notwendig. Der BGL plädiert daher für einen Technologiemix, da elektrische Antriebe nicht alle Anwendungsbereiche der Landwirtschaft, Bauindustrie oder des Schwergutverkehrs abdecken könnten.
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Über den Autor
Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.
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