Geely plantet, aus einem wichtigen Grund in Valencia einen riesigen, wiederaufladbaren Hybrid-SUV mit 5,08 Metern Länge und mehr als 1.100 PS herzustellen.

17/09/2026 15:30
Aufgeführt am
17/09/2026 15:30
Die Ford-Fabrik in Almussafes könnte bald mit der Produktion eines der spektakulärsten Autos beginnen, die Geely für Europa vorbereitet. Der chinesische Hersteller prüft dort die Fertigung seines neuen, mit eigenem Chassis ausgestatteten, einsteckbaren Hybrid-SUVs, das intern als KO11 bezeichnet wird und in China als Galaxy Cruiser 700 vorgestellt wurde, wie Quellen, die über die Pläne des Unternehmens informiert sind und von Automotive News Europe zitiert wurden, berichten.
Die Entscheidung hat außerdem einen wichtigen wirtschaftlichen Aspekt. Die Produktion in Spanien würde es Geely ermöglichen, potenzielle Zölle der Europäischen Union auf in China hergestellte einsteckbare Hybride zu umgehen. Der Markteintritt in Europa ist für 2028 geplant, obwohl das Unternehmen noch nicht mitgeteilt hat, unter welchem Namen das Modell außerhalb seines Heimatmarktes vermarktet werden soll.

Ein riesiger PHEV mit mehr als 1.100 PS, der in Valencia hergestellt werden könnte
Der KO11 würde einen bedeutenden Schritt für Geelys Tätigkeit in Europa darstellen. Es wäre das erste Fahrzeug mit Fahrgestellkarosserie des Unternehmens, das auf dem Kontinent produziert wird – und zwar unter Nutzung der im Juli angekündigten Vereinbarung zwischen Ford und Geely zur gemeinsamen Nutzung der Fabrik in Valencia. Die gemeinsame Produktion beginnt genau im Jahr 2028.
Der neue SUV unterscheidet sich stark von den Modellen, die Geely derzeit auf unserem Markt verkauft. Er ist 5.085 mm lang, 1.999 mm breit und 1.895 mm hoch, wobei die Radstandlänge 2.900 mm beträgt. Er nutzt die GTA-Architektur (Geely Terrain Architecture), die speziell für elektrifizierte Fahrzeuge mit unabhängigem Chassis und Allradfähigkeiten entwickelt wurde.
Sein Bodenfreiheit beträgt 233 mm, wodurch er Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 800 mm durchqueren kann. Das Design zeigt außerdem deutlich die Ambitionen des Fahrzeugs – mit robusten, quadratischen Formen, die der von Modellen wie dem Land Rover Defender, Mercedes Klasse G oder Ford Bronco folgen.

Geely bezeichnet es als seinen ersten Allradfahrzeug mit Künstlicher Intelligenz. Zu seiner Technologie gehören elektronische Lenkung und Bremssysteme sowie ein Allradantrieb. Für die chinesische Version wird außerdem ein steckbarer Hybridantrieb erwähnt, der einen 2,0-Liter-Turbobenzinmotor mit drei Elektromotoren – einem vorn und zwei hinten – kombiniert und bis zu 1.120 PS erreichen kann.
Geely möchte in Europa von vier auf 16 Modelle ausbauen
Die mögliche spanische Produktion zeigt ebenfalls, inwieweit Geely seine Pläne für Europa beschleunigt. Auch das Wachstum des Modellportfolios wird äußerst beträchtlich sein. Geely plant, von den derzeit vier verfügbaren Modellen bis 2028 auf ganze 16 zu kommen. Der KO11 wird zusammen mit Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen aus verschiedenen Segmenten Teil dieser Offensive sein. Die Marke hat diese Expansion bereits mit dem Plug-in-Hybrid-SUV Starray und dem Elektrofahrzeug E5 begonnen, während dieses Monat das kleine Elektrofahrzeug E2 folgen wird. Vor Ende des Jahres ist außerdem die Einführung des Monjaro geplant, einem weiteren größeren Plug-in-Hybrid-SUV.
Die lokale Herstellung einiger dieser Autos könnte zu einem wesentlichen Bestandteil der Strategie werden. Im Fall des KO11 weist Automotive News darauf hin, dass dies es ermöglichen würde, den bevorstehenden europäischen Zöllen auf aus China stammende PHEV aus dem Weg zu gehen, während Geely eine bereits vorhandene Fabrik sowie Fords industrielle Erfahrung in Europa nutzen könnte.

Almussafes rückt in Fords und Geelys Pläne in den Vordergrund
Ford und Geely hatten bereits angekündigt, dass die Fabrik in Valencia Fahrzeuge des chinesischen Unternehmens auf Basis seiner elektrifizierten GEA-Plattform herstellen würde. Ford wird diese Architektur auch für eines seiner zukünftigen SUVs verwenden, obwohl das KO11 die unterschiedliche GTA-Plattform nutzt und es bisher keine endgültige Bestätigung dafür gibt, dass es in Almussafes produziert werden wird.
Ford Europa hat tatsächlich eine Stellungnahme zur Möglichkeit abgelehnt. Das amerikanische Unternehmen stellt derzeit auch keine Fahrzeuge mit eigenständigem Chassis in Europa her. Der Ranger beispielsweise kommt aus der südafrikanischen Fabrik in Silverton. Separat plant Ford, ab 2028 in Valencia ein neues SUV unter der Marke Bronco zu produzieren, das eine eigene Plattform statt der Geely-Architektur nutzen wird.
Daher wird die spanische Produktion des KO11 noch geprüft. Doch sein möglicher Einstieg zeigt die Bedeutung, die der Vertrag zwischen den beiden Herstellern annimmt. Geely möchte seine europäische Modellpalette innerhalb von nur zwei Jahren vervierfachen und nachdem im ersten Halbjahr des Jahres bereits 1.316 auf 17.283 verkaufte Autos zu verzeichnen waren, könnte die lokale Produktion der nächste Schritt sein, um das Wachstum in Europa noch weiter zu beschleunigen.