Geely Farizon erweitert sein Partnernetzwerk in ganz Europa

Die Nutzfahrzeugmarke von Geely erweitert weiterhin ihre Strukturen in Europa. Auf der IAA Transportation in Hannover präsentierte der Hersteller Kooperationen mit AMF-Bruns, Allianz Partners, BNP Paribas, CATL, Bosch und ZF. Zudem plant Farizon, eigene Unternehmen in Deutschland und Frankreich zu gründen, und kündigt weitere Varianten des elektrischen Transporters SV an.
Farizon und seine Partnerunternehmen auf der IAA Transportation 2026 in Hannover.
Bild: Infokontor
Durch sein Partnernetzwerk möchte Geely alle Aspekte des Betriebs von Nutzfahrzeugen abdecken – einschließlich technischer Serviceleistungen und Lieferung von Ersatzteilen sowie Finanzierung, Versicherung und technologische sowie infrastrukturelle Lösungen. Das Ziel des Herstellers ist es, den Verkauf seiner elektrischen Nutzfahrzeuge durch lokale Angebote für Betrieb und Service zu unterstützen. Allerdings hat Farizon bislang keine weiteren Details zum Umfang sowie zu den konkreten Leistungen der einzelnen Vereinbarungen bereitgestellt.
Nicht alle dieser Partnerschaften sind völlig neu. Bei der Einführung in Deutschland im Mai hatte Farizon bereits auf die CATL-Batterietechnologie sowie seine Zusammenarbeiten mit Bosch und ZF hingewiesen. Das Neue ist dabei die Konsolidierung und Erweiterung zu einem umfassenderen europäischen Partnernetzwerk, das nun auch AMF-Bruns, Allianz Partners und BNP Paribas umfasst, um Fahrzeugumrüstungen, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen anzubieten.
Farizon ist seit Mai 2026 offiziell in Deutschland mit seinen beiden elektrischen Transportern, dem SV und dem V7E, vertreten. Der SV kostet in Deutschland netto ab 44.900 Euro und ist mit 67 oder 83 kWh großen LFP-Batterien von CATL erhältlich. Je nach Batterie- und Karosserivariante bietet er eine Reichweite von bis zu 376 Kilometern (WLTP). Der kompaktere V7E beginnt bei 32.600 Euro netto und erreicht mit 50 oder 67 kWh großen Batterien eine Reichweite von bis zu 328 Kilometern.
Zur Markteinführung hatte die Geely-Tochter bereits ein deutsches Ersatzteillager sowie das Ziel angekündigt, landesweite Serviceabdeckung zu schaffen. Farizon gibt nun an, dass das Lager in Betrieb ist und dass im Jahr 2026 außerdem ein europäisches Ingenieurteam gegründet wurde. Zu den nächsten Schritten gehören die Einrichtung eines europäischen Hauptsitzes sowie die Gründung von Farizon-Tochtergesellschaften in Deutschland und Frankreich. Das Unternehmen prüft zudem weitere Lokalisierungsmaßnahmen, obwohl noch keine konkreten Projekte genannt wurden. Neben Deutschland ist Farizon bereits im Vereinigten Königreich, Serbien, Spanien und den Benelux-Ländern tätig.

Geelys Farizon SV erhält Allradantrieb und neue Batterien
Neben seinen Verkaufs- und Servicestrukturen erweitert Farizon sein Fahrzeugportfolio. Für den SV hat das Unternehmen neue Batterien, fortschrittliche Elektromotoren sowie erstmals eine Variante mit Allradantrieb angekündigt. Technische Spezifikationen oder ein Markteinführungsdatum wurden bisher nicht bekannt gegeben. Der 4×4-Antrieb soll den elektrischen Transporter besser für schneereiche Gebiete, unbefestigte Straßen und bergiges Gelände geeignet machen.
Ausgehend vom SV sind zudem weitere Anwendungen in Zusammenarbeit mit europäischen Karosseriefabrikanten geplant. Farizon nennt Varianten für den Personenverkehr, Kühlfahrzeuge sowie umrüstbare Fahrzeuge für Rollstuhlfahrer. AMF-Bruns, ein Unternehmen, das auf solche Fahrzeugumrüstungen spezialisiert ist, gehört nun zum Partnernetzwerk.
Farizon nutzt bereits die Flexibilität der Plattform für weitere Anwendungen. Das WeRide Robotaxi GXR, das vom chinesischen Spezialisten WeRide entwickelt wurde, basiert ebenfalls auf dem SV. WeRide hat 2.000 Stück dieser überarbeiteten Version bestellt, wobei die Produktion im dritten Quartal 2026 beginnen soll.
Farizon positioniert den V7E weiterhin hauptsächlich für den städtischen Lieferverkehr und die Logistik im letzten Meilenabschnitt. Auf der IAA Transportation präsentierte das Unternehmen außerdem den Homtruck für den schweren Langstreckentransport. Mit diesem Elektro-Lkw konzentriert sich Farizon nicht nur auf das Antriebssystem, sondern auch darauf, die Fahrerkabine als Arbeitsplatz, Wohnbereich und Rückzugsort für Fahrer zu gestalten.
Farizon ist Teil der Geely Group und strebt danach, unter der Strategie „One Geely“ ihr Know-how in Entwicklung, Fertigung und Lieferkette zu nutzen. Für den europäischen Markt liegt der Schwerpunkt nun darauf, nicht nur Fahrzeuge zu entwickeln, sondern auch die für Flottenkunden notwendigen Strukturen wie Serviceleistungen, Finanzierungsmöglichkeiten, Ersatzteillieferung sowie lokale Betriebsabläufe aufzubauen.